Shri Kundalini Puja, Mödling 1990

(Austria)

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Shri Adi Kundalini puja. Mödling (Austria), 19 June 1990.

Wir haben uns heute hier versammelt, um das Kundalini Puja zu feiern. Vor langer Zeit feierten wir dieses Puja in Indien und zum ersten Mal nun in Österreich. Es ist das Puja zur Adi Kundalini, die Ur-Kundalini.

In der linken Hand der Ur-Mutter Athena befindet sich eine Kraft in Form einer Schlange. Und die Ur-Mutter besitzt eine dieser Kräfte, die wir als Ur-Kundalini bezeichnen, sie ist ein Teil von Ihr. Natürlich ist Sie weit jenseits davon, aber in den Menschen ist Sie reflektiert als die Kundalini.

Es ist ein großes Werk, eine Inkarnation zu erschaffen, viele Dinge mussten in Betracht gezogen werden. Man musste die Vision haben, wie eine Inkarnation einem bereits erschaffenen Menschen helfen kann. Auf verschiedenen Ebenen lebten bereits Inkarnationen auf dieser Erde, die einen bestimmten Auftrag hatten, in einer gewissen Zeit einen besonderen Aufstieg zu erreichen. Sie alle waren Teil und Teilchen der Urmutter, und Sie alle hatten eine sehr starke Kundalini in sich. Die Inkarnation dieses Kali-Yugas ist sehr kompliziert. Zuerst musste es ausgearbeitet werden, in welcher Situation diese Inkarnation hineingeboren werden würde und welchen Widerständen Sie begegnen würde.

Man kann sagen, die größte treibende Kraft, die Hauptaufgabe, bestand darin, dieser Inkarnation eine mächtige Wirbelsäule zu erschaffen, die imstande ist, die Ur-Kundalini zu tragen, welche verantwortlich ist für dieses große Werk der Transformation.

Nun hat diese Kundalini, die die ursprüngliche ist, alle Kräfte in sich eingebaut: die der Befreiung und des Aufstiegs. In diesem Kali-Yuga geboren zu werden bedeutet auch, in Kenntnis zu sein, mit welcher Art von Menschen man zu tun haben wird und wie man sie dahin bringt, Sahaja Yoga zu verstehen, damit sie ihre spirituelle Entwicklung begreifen.

Es gibt viele Quellen der Energien und des Wissens, die genützt werden müssen, weil die Ur-Kundalini in einer überaus komplizierten Welt ihre Arbeit tut. Es ist eine nicht so einfache Sache, wie wenn Menschen einfach auf den Himalaya gehen. Diese Menschen waren sehr rein und überaus bestrebt, ihre Realisation zu erhalten. Sie hatten keine Hindernisse jeglicher Art in sich, Konditionierungen und Ego. Sie waren total hingegeben und nach vielerlei Arten von Bußen (tapas), erreichten sie ihre Realisation. Ihre Kundalini zu heben war also keine anstrengende Sache.

Nicht nur, dass die Ur-Kundalini den Menschen die Realisation gab, musste Sie auch verstehen, um welche Art von Menschen es sich handelt.

[Ein Kind schreit und Shri Mataji sagt:] „Warum trägt sie das Kind nicht hinaus? Was ist los mit ihm? Ich glaube, den Kindern ist heiß, öffnet die Fenster. Es ist nicht normal, dass Kinder schreien, außer sie haben ein Problem. Ihr sollt mit ihnen sorgfältig umgehen.

Alle Aspekte der Menschen mit ihren wahllosen Bewegungen, all ihre Abenteuer und Unternehmungen müssen von der Inkarnation verstanden werden, um mit der Ur-Kundalini kommunizieren zu können. Auch muss diese Inkarnation, ob Mann oder Frau, eine Mahamaya sein, wie immer sie sich zeigt, sie muss sich so benehmen, dass sich niemand fürchtet oder beunruhigt fühlt. Also musste diese Form der Mahamaya Swarupa angenommen werden.

So ist die Arbeit der Adi Shakti zweifach. Zuerst steht das Wissen, wie die Menschen sind, ihre Kulturen, ihre Lebensstile, ihre Konditionierungen, ihre Egos, wie sie sich benehmen, – alles. Obgleich die Adi Shakti diese Dinge nicht weiß, da dies menschliche Abenteuer sind, weiß sie auch nicht, wie weit Menschen gehen können, was sie sagen und träumen, welche Ideen sie haben. Und die andere Arbeit ist die der Kundalini.

Sie ist in zwei Teile geteilt: der eine ist die Kundalini und der andere ist das Sahasrara.

Das Sahasrara hat alles Einzelheiten und alle Informationen an die Kundalini weiterzugeben und die Kundalini arbeitet die Dinge aus. Wie ihr sehr genau wisst, sind die Deitäten überall im Sahasrara angesiedelt – und im gesamten Körper –, und Sie sind es, die in ständiger Verbindung stehen und alles in der richtigen Weise kommunizieren.

Das ist eine sehr komplizierte Arbeit, ungeheuer vielseitig.

Die Ur-Kundalini agiert für das Kollektive, Samashti (samasta = allumfassend), ebenso wie für das Individuelle. Angenommen, ihr geht an einen Ort wie, sagen wir, ein Flughafen. Ihr werdet die Hitze der Leute absorbieren. Dann beginnt ihr zu schwitzen und ihr seht, dass all diese Arbeit durch euren Körper getan wird. Oder, zur selben Zeit, wenn da eine einzelne Person ist mit einem Problem, kann es absorbiert und korrigiert werden.

Die Kundalini arbeitet auf zwei Ebenen, auf der individuellen und auf der kollektiven, wie ich es nannte Samashti und Vyashti. Auch gleichzeitig ist dies möglich. Nun muss die Aufmerksamkeit – die die Kraft des Gehirns ist beziehungsweise des Sahasraras – ebenfalls sehr tief, wachsam und klar sein.

All diese Umstände mussten sich entwickeln können, um diese Inkarnation der Ur-Kundalini und das Sahasrara zu erschaffen. Viele Mechanismen wurden benutzt und viele Verbindungen geschaffen, wie ihr es auch macht, wenn ihr euren Computer installiert, um ihn möglichst brauchbar zu machen. Auf die gleiche Weise wurden dafür viele Anstrengungen unternommen.

Zuerst musste man die Menschen 2000 Jahre lang beobachten, wie sie sich benehmen, was sie so machen und welche Qualität von Menschen vorhanden war. Jedes Land hatte verschiedene Konditionierungen. Jeder einzelne Mensch hatte verschiedene Konditionierungen. Das ist eine sehr schwierige Arbeit und man brauchte dafür wahrlich einen Ozean von Geduld, einen unerschöpflichen Ozean der Geduld. So wurde die gesamte Arbeit und die Bühne für Sahaja Yoga erschaffen. Wie ihr hier diese Bühne gestaltet habt, die sehr wunderbar, nett und schön aussieht. Alles ist vorhanden. Aber die Bühne für Sahaja Yoga war sehr kompliziert, extrem kompliziert, weil diese Arbeit so dynamisch, so subtil und zugleich so liebevoll und wirksam war.

Die ganze Intelligenz des Göttlichen wurde dafür aufgewendet, diese Inkarnation herzustellen. Und Ihr eine menschliche Verwirklichung zu geben, war ebenfalls schwer. Die Inkarnation sollte wie ein gewöhnlicher Mensch in Ihrer Familie leben. Indem Sie sich in jedermanns Kundalini begibt, musste Sie herausfinden, was mit den Menschen falsch läuft, wo der Fehler lag, wie man die Gestaltungen und Kombinationen der Chakras benützen kann, um ihnen die En-masse-Realisation zu geben. Dies war ein gewaltiges Vorhaben und es musste über das Sahasrara getan werden.

Aber es wurde erreicht. All diese großartigen Pläne des Göttlichen und das von allen bis ins Kleinste auszuarbeitende Detail, die alles auf eine vollendete Ebene brachten, waren wirklich ungeheuerlich. Ich selbst bin über Mich selbst überrascht, wie viele Menschen zu Sahaja Yoga gekommen sind. Das habe ich nicht erwartet, doch es hat sich unglaublich entwickelt, weil die Menschen auch so bereit waren, zusammen zu arbeiten, sonst wäre dies alles unmöglich gewesen.

Nun, wenn ihr Pujas zu den Deitäten macht, erfreut ihr die Deitäten, die so viel gemacht haben. Es bedeutet Eure Dankbarkeit für Sie, dass die Deitäten mit solch einer Sorgfalt und Genauigkeit bewirkt haben, dass wir heute dieses große Drama von Sahaja Yoga erreichen können.

Die Sahaja Yogis sind sich vielleicht nicht bewusst, welch riesige Arbeit im Hintergrund verrichtet wurde, wie viel Zeit es brauchte, um alles entstehen zu lassen und es auf die Ebene der Perfektion zu bringen.

Die Ur-Kundalini, die sich in euch als eure Kundalini wiederspiegelt, ist von der gleichen Natur und arbeitet gleich. Sie steigt auf und gibt euch die Selbstverwirklichung und Kräfte. Doch trotz alledem ist es gut zu wissen, dass die Kundalini ein Spiegelbild ist, ein Spiegelbild, um die Glaubwürdigkeit und die Echtheit zu unterstreichen.

Zuerst solltet ihr auf die Wahrhaftigkeit sehen, wie die echte, wahre Kundalini, die Ur-Kundalini arbeitet und wodurch sie sich ausdrückt. Wenn ihr nur an Meine Kundalini denkt, keine Frage, ihr werdet sofort ruhig. Ihr könnt nicht mehr denken, ihr werdet ruhig. Gebt die Aufmerksamkeit auf irgendeins Meiner Chakren und euer Chakra wird gut werden. Ihr müsst jedoch diese Tiefe dazu haben. Ihr müsst das entsprechende Protokoll haben. Ihr müsst das entsprechende Recht dazu haben. Gerade so wird es sein. Gerade so wird es ausarbeiten. Dazu braucht ihr nichts tun. Gebt die Aufmerksamkeit nur auf eines Meiner Chakren. Denkt an meine Kundalini. Das ist genug. Doch entwickelt dazu eine demütige Einstellung. Es gibt noch immer Sahaja Yogis, die zweifeln. Sie sahen das Werk und alles was dazu gehört und noch immer zweifeln sie und streben zu Yogis, die sich am Rande bewegen.

Und es gibt auch Sahaja Yogis, die noch in vielerlei Dingen verstrickt sind, so dass sie sich nicht verändern können. Sie haben noch immer nicht den Mut, sich selbst zu verändern. Ich sage nicht, dass ihr etwas Äußerliches verändern sollt, doch kann die Zeit kommen, dass ihr auch da etwas verändern müsst. Seid darauf vorbereitet. Wie mutig wir sind, müssen wir abwägen und herausfinden. Bis ihr nicht den ganzen Mut aufbringt, könnt ihr Sahaja Yoga nicht schnell etablieren.

Wenn ihr eure eigene Kundalini benützt, dann seid euch bewußt, dass eure eigene Kundalini viele Probleme hat. Sie selbst hat viele Zeitalter und Stationen erlebt und sie wurde manchmal sehr verletzt und war sehr unglücklich und sehr schwach, so dass sie sich nicht erheben kann.

Wenn ihr wollt, dass eure eigene Kundalini, die eure eigene Mutter ist, euch alle Nahrung und alles andere geben soll, müsst ihr zuallererst lernen, wie man sich der Realität hingibt. Wenn ihr lernt, wie man sich der Ur-Kundalini hingibt, wird sofort eure eigene Kundalini gestärkt.

Es ist so. Nehmen wir an, da gibt es einen Stein und ihr stellt einen Gegenstand davor, es wird sich im Stein nichts spiegeln. Dann probiert ihr den Versuch mit einem Holz, noch immer gibt es keine Spiegelung. Dann bemalt ihr den Stein, eine kleine Spiegelung wird sein. Dann probiert ihr es mit einem Glas, auch dann gibt es noch keine Spiegelung. Benützt ihr aber Quecksilber, um einen Spiegel herzustellen, dann gibt es eine Wiederspiegelung. Doch noch immer ist es kein perfekter Spiegel.

So ist es auch mit euch: welche Art von Reflektor ihr seid, davon hängt ab, welche Art von Reflexionen ihr habt und welche Art von Persönlichkeit ihr entwickelt.

Es braucht nicht irgendein Ziel zu geben, nur in der Realität aufzugehen sollte euer innerer Wunsch sein. Beginnt, euch darin aufzulösen. Dann braucht man nicht mehr über Losgelöstheit reden. Dann braucht man über nichts mehr reden, über keine Tugenden. Sie kommen automatisch, denn nun seid ihr göttlich geworden. Wenn ihr zum Göttlichen werdet, wird sogar eure Kundalini absolut und wunderschön und sie wird die Ur-Kundalini spiegeln.

Wie gesagt habe ich heute beschlossen, euch über die Ur-Kundalini zu erzählen, wie sich alles begeben hat, wie sie in euch hineingelegt wurde und mit wie vielen Kräften sie ausgestattet wurde.

Früher, vor dieser Art von Sahaja Yoga, mussten die Menschen ihre Chakren reinigen, ihren Körper, ihr Gehirn (mind), alle möglichen Dinge ausführen, Buße tun und dann erst konnten sie an die Realisation denken. Sogar Mahavira machte 12 Jahre lang Buße, während niemand in Sahaja Yoga jemals Buße tat, nichts. Vom ersten Tag an seid ihr gesegnet gewesen und habt ihr Segen erhalten und ihr habt sie durchaus genossen. Das ist eine Versuchung – denkt dran, es ist eine Versuchung. Verliert euch nicht in den Segen, die ihr erhaltet, ihr müsst weiter und weiter gehen.

Auf keinen Fall ist das Sahaja-Yoga-Leben schwierig. Im Gegenteil, es ist leichter. Aber dann beginnen die Leute, Sahaja Yoga für gewisse Zwecke zu benützen und sie wissen insgeheim, dass sie Sahaja Yoga für dies und jenes benützen. Benützt ihr Sahaja Yoga für solche Zwecke, dann fällt ihr wieder zurück und ihr müsst dies erkennen, um wieder wachsen zu können. So bewegen sich Menschen hinauf und hinunter, hinauf und hinunter, hinauf und hinunter. Ich muss es noch einmal sagen, dass ihr diese Realisation bekommen habt, ohne eure Reinigung, ohne euch viel zu sagen, ohne euch um etwas zu bitten, ohne euch Lasten aufzuerlegen.

Aber sofort nach der Realisation seid ihr unter der Herrschaft eurer Kundalini und ihr müsst euch um sie und um euch selbst kümmern. Nun sollt ihr euch mit eurer Kundalini ganz identifizieren und dann arbeitet alles richtig aus.

Am heutigen Tag haben wir zu beschließen, dass Österreich unsere größte Waffe ist, „Astra“, es ist die Kundalini. Und wir sollten wissen, wie wir sie benützen, welche Mantras wir verwenden, welche Probleme wir haben. Wir sollten uns unserer Probleme nicht schämen. Wenn wir ein Problem haben, sollen wir es erkennen, weil es korrigiert werden muss.

Auch die Techniken sollten wir gut kennen. Ich sehe, dass manche Leute viele Techniken kennen und auch wissen, wie man große Reden hält, aber im Herzen sind sie nicht gut. Ihre Herzen sind nicht rein. Sie wollen ihre rhetorische Begabung nur dafür verwenden, um mit ihrem Wissen anzugeben. Und dann gibt es solche Leute, die so geartet sind, dass sie vibratorisch gut sind und sie wollen auch Vibrationen geben, aber sie haben Angst und haben nicht viel Wissen über die Techniken.

Also solltet ihr alle 3 Aspekte genau beherrschen, wenn ihr wirklich die vollen Ergebnisse eures Aufstieges erreichen wollt; und wenn ihr wirklich die Welt transformieren wollt, dann müsst ihr wissen, dass ihr ideale Menschen sein müsst. Ihr dürft keine problematischen Leute sein.

Nun seht, ich war gestern überrascht, wie viele Menschen krank waren, wie viele Menschen unter diesem oder jenem leiden. Ihr solltet euren Sternen danken, dass keiner von Euch irgendeine Krankheit hat, es geht euch vollkommen gut, ihr habt keine schlechten Angewohnheiten, gar nichts. Ihr seid all dem entwachsen, aber um weiterzuschreiten, müsst ihr vollkommen überzeugt sein und das Verständnis dafür haben, dass dies eine herausragende Arbeit und Aufgabe ist.

Und alle eure Kräfte müssen in euch selbst erweckt werden. Zuallererst müsst ihr alle vollkommen mit der Bereitschaft ausgerüstet sein, dem Göttlichen zu dienen. Sobald ihr mit dieser Bereitschaft ausgestattet seid, mit diesem „Ich will nichts, gar nichts, nur dem Göttlichem dienen!“; sobald ihr nur danach strebt, und mit vollem Herzen darum bittet, mit voller Aufrichtigkeit, dann bin ich sicher, wird diese Kundalini gestärkt – und sie reinigt euch vollkommen und dann werdet ihr eines Tages Mahayogis  sein.

Möge Gott euch alle segnen!