Wie man zum Spirit nach innen kommt 1979

Caxton Hall, London (England)

1979-11-26 How to get to the Spirit that lies within, subtitles, 52' Download subtitles: THView subtitles:
Download video (standard quality): Transcribe/Translate oTranscribe

Feedback
Share

[Die Aufnahme beginnt nicht am Beginn der Rede]

… und wie wir in den Schleiern der Maya verloren gehen. Ich werde euch heute sagen, wie wir diesen Spirit erreichen können. Die Menschen haben dafür zwei verschiedene Methoden entwickelt. Die eine wird ‚anovupai’ und die andere ‚shaktopai’ genannt.

‚Anu’ bedeutet Molekül. Ich habe euch das letzte Mal schon darüber erzählt, wie man in der Maya (Illusion) verloren geht. Der Spirit ist das Ewige und Allmächtige in uns. Seine Kraft schwindet niemals, unabhängig von unserer gegenwärtigen Verfassung und unabhängig davon, ob wir alt oder jung sind. Aber wie diese Reflexion in uns ist, wie das Licht des Spirit in uns ist, hängt rein von der Qualität unseres Reflektors ab, wie wir beisammen sind. Manchmal ist die Qualität dieses Reflektors so schlecht, dass Dunkelheit in uns entsteht. In dieser Dunkelheit wissen wir dann manchmal nicht einmal mehr, dass jenseits (der Materie) noch etwas ist.

Die erste Form der Suche wird ‚anovupai’ genannt. Sie beruht darauf, einen Teil (Molekül) nach dem anderen zu entfernen (Anm.: bis nur mehr der Spirit übrig bleibt). Wenn ihr von der Dunkelheit (Anm.: mentale/emotionale Schleier) umgeben seid, ‚seht’ ihr Ihn vielleicht manchmal aufblitzen (Anm.: wie ein leuchtendes Teilchen/Molekül). Wie ihr wisst, steigen in uns Gedanken auf und verschwinden dann wieder. Auch um uns herum gibt es jede Menge Gedanken. Da unsere Aufmerksamkeit ständig auf den Gedanken liegt, bewegt sie sich immerzu. Es ist sehr schwierig, den Raum zwischen zwei Gedanken zu finden. Aus diesem Grund können wir den Spirit meist nur kurz aufblitzen sehen, als wäre er ein winziges Atom. Dann beginnen die Menschen in der Dunkelheit, aus dem Tamo Guna heraus zu suchen, wodurch Kriya (Handlung/Tat) entsteht.

So wie wir unsere Linke Seite sehen können, können wir auch den Ida Nadi wahrnehmen, da wir durch ihn im Tamo Guna leben und der Wunsch nach dem Spirit entsteht. Dann begeben wir uns auf die Rechte Seite, wo wir mit Hilfe der Pingala-Energie zu handeln beginnen und versuchen, den Spirit zu finden. Zuerst denken wir, dass wir ihn durch materiellen Fortschritt erreichen könnten. Materieller Fortschritt hat jedoch mit spirituellem Fortschritt überhaupt nichts zu tun. Materielle Ereignisse, wie zum Beispiel die Landung oder das Abheben eines Flugzeuges oder die Kollision zweier Züge oder sonstige Ereignisse in dieser Art sind alle außen. Im Gegensatz dazu finden spirituelle Ereignisse innen statt. Dennoch wird unsere Aufmerksamkeit immerzu von äußeren Ereignissen angezogen.

Da man seine Aufmerksamkeit nicht mit Zwang nach innen richten kann, versuchten sie es gewöhnlich mit ‚anovupai’, das heißt mit Ashtanga Yoga oder mit anderen Yoga-Arten. So probierten sie, sich selbst vom Mythos beziehungsweise der Dunkelheit zu trennen. Dazu benötigt es sehr kluge, ehrliche und aufrichtige Menschen. Ganz junge, unverheiratete, unschuldige Leute, die mit ihren Gurus im Wald leben müssen. Sie halten ihre Aufmerksamkeit davon ab, sich in äußere Dinge zu verwickeln und konzentrieren sich mit der Hilfe einer Realisierten Seele nach innen. Man nennt das ‚nirodha’.

Wenn ihr nach Indien kommt, werdet ihr solche Weisen treffen. Sie leben in schwer zugänglichen Gebieten, auf Hügeln oder Bergen, wo sie vor der verrückten Menge verborgen sind. Sie verkaufen ihre Religion, oder man könnte sagen, ihre Realisation, nicht an die Leute. Einer von ihnen hat einigen Muni Sahaja Yogis erzählt, dass er seit 21.000 Jahren, also ab dem Zeitpunkt als er noch ein Frosch war, ‚anovupai’ praktiziert. Ist das nicht fantastisch, dass er seit 21.000 Jahren in jedem seiner Leben damit weitergemacht hat. Und trotzdem ist es für ihn nicht einfach, die Kundalini von anderen Menschen zu heben. Es ist bemerkenswert, dass er diese Kraft, mit der Sahaja Yogis die Kundalini heben, noch nicht erlangt hat.

Er hat in 24 Jahren nur einer einzigen Person die Selbstverwirklichung gegeben. Der gleiche ‚anovupai’. Diese Leute sind losgelöst, mit Ragas [Bedeutung unklar]. Aber ihr sollt nicht vor irgendetwas davonlaufen. Um es mit Sahaja Yoga zu erreichen, müsst ihr in der Gesellschaft leben. Sahaja Yoga ist das heutige Mahayoga, es ist ‚shaktopai’.

Diese Yogis haben noch immer Angst davor, in die Städte zu kommen, weil sie es den Leuten nicht begreiflich machen können. Sie trauen den Menschen nicht und trachten danach, sich von ihnen fernzuhalten. Sie führen ein eheloses Leben und werden bis zu 200, manche sogar bis zu 1000 Jahre alt. Da diese Methode so individuell ist, funktioniert sie bestenfalls bei einer oder zwei Personen.

‚Anovupai’ bedeutet, dass sie sich Leben um Leben reinigen. Die Suche nach dem Göttlichen beziehungsweise dem Spirit dauert also schon viele Zeitalter und ist nichts Neues. Auch ihr habt in euren vergangenen Leben das Göttliche gesucht. Ihr müsst aber erkennen, dass ihr bei der Suche nach innen gehen müsst. Das Ziel ist außen nicht zu finden. Das Problem dabei ist nur: Wie kommt man nach innen? Einige sagen vielleicht, dass sie nach innen oder in sich gehen, aber auch das ist nur eine Vorstellung. Solange die Aufmerksamkeit außen ist, sind der Wissende und das Wissen[1] voneinander verschieden.

Angenommen, Ich bin keine Realisierte Seele und sehe dieses Ding hier. Dann werde Ich vielleicht darüber nachdenken, wie viel es gekostet haben mag, woraus es besteht oder woher es stammt. Aber mit diesen Fragen berührt man nur die Oberfläche. Das Höchste, was man erwarten kann, ist meist, wenn jemand sagt, dass es sehr ästhetisch ist und balancierend wirkt. All das beschreibt nur das Äußere, da der Erkennende von den Dingen, die er sieht, getrennt ist. Es besteht also ein gewaltiger Unterschied zwischen dem was außen und dem was innen passiert.

Angenommen, ihr seid Zeuge einer Zugskollision. Dann werdet ihr vielleicht sagen: „Was ist da passiert? Was haben sie getan? Der Lokführer hat einen Fehler gemacht und diese Menschen ins Unglück gestürzt.” Vielleicht wollt ihr Geld für die Opfer sammeln oder was auch immer ihr sonst gewöhnlich tut. In diesem Fall befindet sich das Wissen (das beobachtete Geschehen) außen, während der Erkennende euer Selbst im Inneren ist. Nach dem spirituellen Erwachen vereinigt sich jedoch das Wissen mit dem Wissenden.

Nehmen wir diese Maschine hier. Eine gewöhnliche Person würde, wie Ich zuvor schon gesagt habe, die Maschine beschreiben oder erklären, ihren Wert bekannt geben oder was auch immer. Aber für eine Realisierte Seele stellt sich die Situation anders dar. Sie wird wissen wollen, ob die Maschine Vibrationen hat oder solche ausstrahlt. „Welche Vibrationen hat sie? Sind sie gut oder schlecht?“

Realisierte Seelen beginnen, die Dinge nach ihrem spirituellen Wert zu verstehen, wobei der materielle Wert in den Hintergrund tritt. Ich hoffe, ihr könnt das verstehen. Nur der spirituelle Wert hat etwas Absolutes. Seine Natur ist die spirituelle Freude. Gute Vibrationen geben euch spirituelle Freude. Sie sind der Koeffizient der alles durchdringenden Kraft, welche euch diese Freude verleiht. Es handelt sich bei ihnen um einen absoluten Wert.

Wenn wir beispielsweise zehn Kindern, die Realisierte Seelen sind, die Augen verbinden und sie auffordern, ihre Hände in Richtung einer Person zu strecken, werden alle die gleichen Blockaden der Chakras spüren und euch den gleichen Finger zeigen. Es wird keine Verwirrung, keine zweite Meinung und kein Streit geben. Der Grund dafür ist, dass in diesem Fall der Wissende und das Wissen ein und dasselbe sind.

Wenn wir aber etwas suchen oder wissen wollen, solange sich unsere Aufmerksamkeit außen befindet, beginnen wir, es in Übereinstimmung mit unserem Denkprozess zu sehen. Und von wo geht dieser Denkprozess aus? Natürlich von unserem Ego oder Superego. Wir sind jedoch nicht dort, um über etwas nachzudenken.

Angenommen, man will in diesen modernen Zeiten zwei Personen verheiraten. Auch in diesem Fall setzen sie sich zusammen und versuchen, alles mental auszuarbeiten. Wie wollt ihr eine Hochzeit mit Hilfe eurer Gehirne planen? Das ist doch eine Frage des Herzens. Man sollte sich einfach darüber freuen.

Gibt man ihnen Essen, werden sie es analysieren. Sie können es nicht ‚synthetisieren’. Ihr Essen wird kalt, verliert seinen Geschmack und alles ist verschwendet. Mit ihrem Leben ist es dasselbe. Grundlos schaffen sie so infolge ihres Denkens aus Kleinigkeiten Probleme.

Analyse beginnt außen – Synthese beginnt innen.

Das Nach-innen-Lenken der Aufmerksamkeit wird ‚nirodha’ genannt. Dazu benötigt es aber ein inneres Ereignis. Nun, wie kommt es dazu? Angenommen, Ich spreche zu euch und ihr schenkt Mir eure Aufmerksamkeit. Wenn dann plötzlich etwas zu Boden fällt, wird sich eure Aufmerksamkeit sofort diesem Ereignis zuwenden. Es muss also in euch etwas geschehen und das ist Kundalini Yoga. Dieses Kundalini Yoga ist ‚shaktopai’ – bekannt als ‚Shakti-Teil’, das was die Shakti gibt.

Es gibt nur ganz wenige, die dazu berechtigt sind (und das können). Heutzutage herrscht reger Shakti-Ausverkauf. Sie haben ihre eigenen Ashrams und alles Mögliche. Sie sprechen von „Shakti“ und die Leute beginnen, wie Besessene zu tanzen, zu springen und zu schreien. Aber all das hat überhaupt nichts mit Shakti zu tun. Nur eine Person von sehr hoher Qualität kann die Kundalini heben, da sie von Gott selbst dazu autorisiert ist. Es ist sehr selten, dass jemand anderen die Selbstverwirklichung geben kann. Nur jene, die von Gott autorisiert sind, können die Kundalini heben.

Mit Hilfe dieses ‚anovupai’ geht es also nur sehr langsam. Das ist nur für einige wenige Individuen gedacht. Wenn sie dann aus dieser Maya (Illusion) herauskommen, sagen sie den Leuten, dass sie Trugbilder verfolgen und fordern sie auf, davon abzulassen. Aber die Menschen glauben ihnen nicht und kreuzigen sie, verabreichen ihnen Gift oder schlagen sie, obwohl sie nie jemandem etwas getan haben. Man muss also verstehen, dass die Aufmerksamkeit nach innen gezogen werden muss.

Es muss zu ‚nirodha’ kommen, aber nicht indem man Dinge verbietet und ihnen sagt, dass sie keine Frauen und kein Gold ansehen dürfen, weil ihre Aufmerksamkeit dadurch Schaden nimmt! Mit solchen Methoden funktioniert es nicht. Oder indem man sie in den Dschungel bringt, wo sie ein keusches Leben führen sollen und durch das Aufbauen einer heiligen Atmosphäre das Böse mehr oder weniger zwangsweise ausgeblendet wird. Wenn sie später in das normale Leben zurückkehren, sehen sie es dann wieder und stellen fest, dass sie dagegen keine Immunität aufgebaut haben.

Wenn die Aufmerksamkeit durch das Aufsteigen der Kundalini nach innen gezogen wird, stellt man als erstes eine Weitung der Pupillen fest, die gewöhnlich eine Art von kurzzeitiger Erblindung  auslöst. Einmal bat eine Ärztin um ihre Selbstverwirklichung und Ich versuchte, ihre Kundalini über das Agnya Chakra zu heben. Als sie dann mit dem Auto fuhr, spürte sie plötzlich, wie sich ihre Pupillen weiteten und sie nichts mehr sehen konnte. Sie hielt ihr Fahrzeug am Fahrbahnrand an und erzählte später, dass sie ungefähr eine Minute lang nichts sehen konnte und fürchtete, dass sie erblinden würde. Plötzlich konnte sie dann wieder sehen und nicht nur das, sie sah sogar viel besser als zuvor und ihre Augen funkelten zudem noch.

Sie rief Mich an und fragte: „Geschieht so etwas?“ Ich sagte: „Ja! Die Kundalini hat deine Aufmerksamkeit nach innen gezogen. Sie hat deine Pupillen geweitet.“ Die Ärzte werden mich in die Mangel nehmen und es auf die Aktivität des Sympathikus und Parasympathikus zurückführen. Sie wissen es nicht, sie haben sich noch keine Meinung über euch gebildet. Das ist eine Aktivität der Kundalini und die kennen sie nicht. Auch wenn wir ihnen zeigen wie Sie pulsiert, glauben sie es nicht. Sie wollen es gar nicht glauben und bleiben lieber außen, in der Ignoranz. Sie sind alle so.

Jeder behauptet jetzt, dass die Kämpfe im Äußeren vorbei sind und wir innerlich kämpfen müssen. Wir müssen gegen uns selbst kämpfen. Egal wo ihr euch hinwendet, alle werden sagen, dass ihr eure Ganzheit erreichen müsst. Große Vorlesungen – ihr wisst schon. Konferenzen über Konferenzen. Sie schwingen große Reden und reden, reden und reden. Aber wenn es ernst wird und ihr es wirklich bekommen könnt, dann geht alles ganz langsam.

Trotzdem ist es noch besser als ‚anovupai’. Wenn man in einer Stadt lebt, kommt man damit nicht weiter. Man gelangt automatisch ins Ego oder Superego, wenn man es mit ‚anovupai’ versucht, ohne eine Realisierte Seele als Guru und ohne die entsprechende Atmosphäre zu haben, dann driftet man entweder nach links oder nach rechts ab.

Angenommen, man gibt ein Alkohol- und Rauchverbot aus. Dadurch konditioniert man sie sofort, wodurch in der Folge ein Herr Freud aufsteht und sagt: „Seht nur! Sie sind konditioniert. Wir sollten ihnen ihre Freiheit wieder geben!“ Und dann fordert er sie auf, alles zu tun was sie nur wollen. Macht nur so weiter, macht was ihr wollt und euer Herr Ego wird sich dadurch ballonartig in euren Köpfen aufblasen, eure Stirn wird hervortreten und alle auffressen [Shri Mataji lacht].

Und Ich halte dann eine nette Rede über Herrn Ego und erzähle, wie es versucht, alle zu erwürgen und wie wir uns gegen alle anderen erheben sollen. Dieser Herr Ego gibt uns das Gefühl, dass wir etwas Besonderes sind und hält uns außerdem in den Grenzen der Ignoranz fest.

Sie sind dann manchmal wie die Faust eines Boxers, die jedem, der ihr zu nahe kommt, einen Schlag versetzt. Jeder, der etwas zu sagen versucht, fängt eine. Wenn ihr dann eurem Ego keine Aufmerksamkeit mehr schenkt und sagt: „Nein! Das darf ich nicht essen. Das darf ich nicht tun“, dann seid ihr erledigt, da ihr auf die Linke Seite geht und euch konditioniert. Dann kann es sein, dass ihr in die Falle des Herrn Rajneesh oder eines anderen dieser Typen geht, der euch konditioniert.

Und dann kommt ihr nicht mehr heraus, auch wenn ihr euer Bestes versucht. Ihr könnt nicht mehr herauskommen, da sie euch in ihre Hypnose verstricken. Ihr geht ins Superego, seid hypnotisiert oder besessen und was immer ihr auch probiert – solche Leute sind für Sahaja Yoga sehr schwierig. Sie glauben, dass ich nicht weiß was sie machen. Aber es geht nicht darum was Ich weiß, sondern darum was ihr wisst. Das ist der Punkt.

Der Verlierer ist in euch selbst und der Gewinner ist ebenfalls in euch. Es geht um euch, ihr müsst dazugewinnen, nicht Ich. Sahaja Yoga ist nicht für Mich. Ich muss es nicht machen. Es ist nur für euch. Ihr könnt durch das Wissen um euer Selbst euren Nutzen daraus ziehen. Das einzige, was Ich tun kann, ist der Shakti-Teil. Aber eigentlich mache Ich überhaupt nichts. Ich sitze nur da und bin still. Es strömt einfach aus. Was soll ich tun, das ist Meine Natur. Es fließt einfach. Auf diese Weise funktioniert es.

Aufgrund unseres Egos suchen wir aber immerzu Herausforderungen. Angenommen, Ich sage euch morgen, dass ihr es nur durch einhundert Sprünge bekommen könnt, dann werdet ihr sofort zu springen beginnen. Oder Ich unterziehe euch eines anderen Tauglichkeitstrips und sage euch, dass ihr es noch schneller bekommt, wenn ihr einhundert Sprünge in fünf Minuten schafft. Ihr werdet es versuchen. Oder wenn Ich euch eine Art einer [..] wie sie es nennen, gebe, eine Versuchung. Angenommen, ihr investiert heute fünf Rupien und dann sage Ich euch: „Nein, nein! Besser wäre, wenn ihr zehn Rupien investiert.“ Ihr werdet es tun. Es gleicht einem galoppierenden Pferd. Werdet euch klar, wie oberflächlich wir diese Sache betrachten.

Wir verlieren uns vollkommen in dieser Oberflächlichkeit. Wenn ihr wahrhaftig sucht, dann werdet ihr es finden, es gehört euch ja schließlich. Wir schwingen große Reden. Ich traf die so genannte Creme de la Creme aller Nationen. Ich sage „Creme de la Creme“, weil sie einander die Creme um den Mund schmieren, – was für eine seichte Gesellschaft… Sie sagen: „O, wir verstehen, es muss zu einem ‚passaya’ kommen, es muss etwas in uns geschehen. Wir müssen ‚ganz’ werden“, aber dann stellen sie fest, dass sie Probleme mit Fanatismus haben und sagen, dass Fanatiker hier sind. Sind wir nicht alle Fanatiker, solange wir außen sind? Wenn ihr mich fragt, scheinen sie alle verrückt zu sein. Extremisten, deren gesamte Aufmerksamkeit außen ist.

Es musste in euch etwas angelegt werden. Ich habe euch ja schon erzählt, dass die Kundalini im Kreuzbein ruht. Es wurde alles so wunderschön geschaffen. Seht nur, wie schön Sie ist und dennoch haben wir Sie sogar während unserer Suche gequält. Wir waren weder zu uns selbst noch zu unserer Mutter Kundalini – welche im Kreuzbein ruht, um uns die Zweite Geburt zu ermöglichen –, aufrichtig. Sie ist wirklich dort, ihr könnt sie mit bloßen Augen sehen.

Einer unserer Sahaja Yogis, der selbst ein Arzt ist, sprach einmal zu anderen Ärzten. Als Ich ihn fragte, wie sie reagiert haben, erzählte er Mir, dass sie die Kühle Brise in ihren Händen gespürt und auch das Pulsieren der Kundalini im Kreuzbein gesehen haben. „Und dann?“, fragte Ich „sind sie nicht neugierig geworden?“ Er erzählte, dass sie dennoch daran zweifelten, dass das wirklich die Selbstverwirklichung sein soll.

Man kann nicht für jemand anderen das Wasser trinken, es verdauen und auch noch den Genuss verspüren. Man kann sie nur zum Wasser hinbringen und auffordern zu trinken. Man kann sie zum Wasser hinschieben, aber wenn sie dann noch immer nicht wollen – was kann man da machen? Dann werden sie große Konferenzen abhalten und darüber diskutieren, wie man erfahren kann, dass man Teil eines lebendigen Organismus ist. Dann greifen sie wieder zu einigen Büchern, debattieren und veranstalten eine große Party und das war es dann. Die Suche nach Art einer Sonntagsschule bringt uns nicht weiter.

Als erstes müssen wir das, was wir suchen, auch aufrichtig wollen. Wie ihr wisst, hat sich in Sahaja Yoga so mancher weiterentwickelt. Sie haben aufrichtig daran gearbeitet, ohne ihre Aufmerksamkeit nach außen zu verschwenden. Sie haben das Göttliche erkannt, sich daran erfreut und es anderen weitergegeben. Aber was wollt ihr im Leben ohne Aufrichtigkeit erreichen? Ihr würdet einem verrückten Vermittler gleichen. Was für ein unbedeutender Job. Er ist jemand, der bei einem Empfang Blumen austeilt und von einer Person zur anderen eilt. Da er nicht weiß wer kommt, gibt er die Blumen dann vielleicht jemand anderem. Es passieren alle möglichen Verrücktheiten. Auf die gleiche Weise ähneln wir diesem Vermittler, der in seinem Herz nichts spürt.

Da es sich bei der Kundalini-Erweckung um eine Aktualisierung handelt, beginnt ihr, andere Menschen in eurem Herz zu spüren. Das einzige, was dazu nötig ist, ist, es wachsen zu lassen, da es spontan und ohne jede Anstrengung passiert und auch ausarbeitet. Ihr müsst nur danach trachten, diesen Prozess nicht durch euer Ego und eure Art, die Dinge zu betrachten, aufzuhalten.

Ihr könnt damit keine Karriere oder ein Geschäft machen. Man muss es nur genießen. Ich bin überrascht, dass die Menschen nicht auch noch ihre Kinder verkaufen, wo sie doch sonst alles zu Geld machen wollen, – ihr Haar, ihre Nase, ihre Augen, ihr Blut. Alles ist möglich unter dieser Sonne. Dabei befindet sich die Quelle aller Freude in unserem Herzen. Sie pulsiert und wird Prana Shakti genannt. Sie ist die pulsierende Kraft des Spirit in euch und muss nur erleuchtet werden. Dann wird die gesamte Aufmerksamkeit erleuchtet.

Im Unterschied zum gewöhnlichen Bewusstsein, wo der Erkennende und das Erkannte voneinander getrennt sind, werden beide im erleuchteten Bewusstseinszustand eins. Es ist gewaltig und dennoch will es niemand praktizieren und selbst herausfinden, wie dynamisch das Ganze ist. Dabei ist es das, was die gesamte Welt heutzutage sucht. Das ist es, worüber sie sprechen. Und aus diesem Grund kommen auch all diese Strolche aus Indien hierher.

All das ist nur ein großer Zirkus. Wollt ihr etwa auch in diesem Zirkus auftreten? Es geht nicht darum, Mir einen Gefallen zu tun. Vielmehr tut ihr euch damit selbst einen Gefallen, da euch im Endeffekt nur der spirituelle Wert der Dinge und nichts sonst wahre Freude bringen wird. Lasst die Erweckung zu und gebt euch selbst etwas Zeit.

Die Kundalini steigt auf, berührt das Sahasrara und dann sagen viele: „Mutter, warum fällt Sie wieder zurück, wenn Sie das Sahasrara schon berührt hat?“ Nun, das liegt nicht an Mir. Meine Kundalini fällt nicht zurück. Es ist so aufgrund eurer eigenen Schwächen und hängt damit zusammen, was ihr euch selbst angetan habt. Die Aufgabe der Kundalini ist es, euch Energie zuzuführen und sich um euch zu kümmern.

Die Kundalini fällt zurück, weil ihr zu euch selbst oder zu anderen grausam gewesen seid oder Dinge getan habt, die falsch waren. Jetzt müsst ihr zulassen, dass Sie sich um diese Dinge kümmert. Sie kennt eure Probleme. Aber Sie weiß auch, wenn ihr nicht aufrichtig seid. In diesem Fall wird Sie sich einfach in euer Mūladhar (Kreuzbein) zurückziehen, vollkommen erstarren und nicht mehr aufsteigen. Wenn ihr über Sie nachdenkt, sperrt ihr Sie vollkommen ein, wodurch Sie zurückfällt. Dieser Verstand weiß nichts davon und die Person wird dann vielleicht noch weitere zehn Leben brauchen, damit die Kundalini wieder zurückkehrt.

Bei anderen wiederum steigt die Kundalini auf und bleibt auch oben. Dazu müsst ihr aber den Wert des Ganzen erkennen. Damit respektiert und wertschätzt ihr euch nur selbst und niemand sonst. Indem man Christus kreuzigt, kann man Seinen Wert nicht mindern. Dadurch haben sie sich nur selbst gekreuzigt. Jetzt steht Weihnachten vor der Türe. Lasst zu, dass Christus in unserem Agnya geboren wird, hier an der Kreuzung (der Sehnerven).

Erinnern wir uns an all diese großen Inkarnationen und Propheten, die auf diese Erde gekommen sind; die gelebt haben wie wir selbst, wie ganz gewöhnliche, einfache Menschen. Sie alle führten ein ganz gewöhnliches und einfaches Leben. Einige von ihnen waren verheiratet und hatten Kinder. Warum? Sie hätten auch ein abgeschiedenes Leben in den Bergen wählen können, um all diesem Unsinn zu entfliehen. Ihr müsst aber wissen, dass Sie gekommen sind, um in eurem Evolutionsprozess Marksteine zu setzen. So funktioniert die Evolution, das Mahayoga, in dem ihr eins mit eurem Spirit werden müsst.

Alles andere hat keinen Wert. Der Spirit ist euer Selbst, ihr seid es. Aber ihr seid mit eurem Ego identifiziert und wollt es zufriedenstellen. „Ich will das!“, bedeutet meistens, dass es in Wirklichkeit Herr Ego mag. Das Selbst sagt nicht: „Ich mag das!“ Es spürt es. Es spürt es in sich selbst. Es ist das Absolute. Das ist das ‚shaktopai’, das so viele praktiziert haben. Aber bis jetzt habe Ich noch keine einzige aufrichtige Person kennen gelernt, die das wirklich geschafft hat. Natürlich hatten wir Leute wie Nanaka oder Kabir. Wir hatten in Indien sehr große Persönlichkeiten, die auch über diese Schwindler gesprochen haben. Aber auch bei ‚anovupai’ muss die Kundalini aufsteigen. So geschah es im Fall von Buddha und Mahavīra.

Ich habe euch schon erzählt, dass Sie die Kinder von Rama (Lav & Kush, Anm.) waren und erst tausende Jahre später ihre Selbstverwirklichung erhielten. Man kann sagen, dass Sie wie Inkarnationen sind, wenn auch von einer anderen Art. Wir dürfen jedenfalls keine Zeit mehr verschwenden. Das ist das Jüngste Gericht und wir müssen all unsere unsinnigen Ideen aufgeben. Es ist schwierig, zu Menschen zu sprechen, die aus Gott ein Geschäft oder eine Art politische Sache machen wollen. Sensible Menschen sollten jedoch verstehen, dass sie als erstes sich selbst erkennen und dann sie selbst werden müssen. Erst dann werden sie wissen, dass sie wirklich Teil eines großen Ganzen, der  Virata, des Akbar, sind.

Man kann eine Religion nicht von außen verstehen, so wie diese Leute, die „Allah ho akbar! Allah ho akbar!“ rufen – und dann andere töten. Oder in der Kirche sitzen und Hymne Nummer soundso singen. Oder in einem Tempel alle Arten von – wie nennt man das – Drogen verkaufen. Daher kommt es zu diesem Gegensatz. Man begreift nicht, wie religiöse Menschen so sein können. Natürlich gibt es auch einige nette Menschen. Aber was machen sie, diese guten Menschen. Sie bauen einige Brücken oder auch Tunnels oder sie sind kreativ und schreiben einige Romane oder ähnliches. Dennoch ist der Erkennende und das Erkannte in ihnen noch immer getrennt.

… [unklar, kann nicht übersetzt werden].

Sobald ihr das Absolute erreicht, muss diese Verwirrung aufhören. Eure Aufmerksamkeit ist jedoch immerzu im Außen. Ihr kritisiert andere, findet Fehler an ihnen oder beschäftigt euch mit anderen Dingen, die bedeutungslos sind, und verschwendet dadurch eure Energie für triviale Dinge. Hier ist das Lager unserer Erträge, unserer Punyas. Durch sie bekommt ihr, was euch versprochen wurde und müsst euch daran erfreuen. Hier ist der Schlüssel dazu. Seid offen und nehmt es. Es ist ein Geschenk. Ihr wisst, dass ihr von Gott schon viele Geschenke erhalten habt, wie hättet ihr sonst als Mensch geboren werden können? Es ist ein Geschenk Gottes. Dieser wunderbare menschliche Körper, der Verstand und alles was ihr bekommen habt. Und nun wird euch dieses Geschenk verwandeln, damit ihr das allergrößte Geschenk erhalten könnt – nämlich euren Vater zu erkennen.

Euer Schöpfer ist bestrebt, dass ihr auch all Seine Kräfte bekommt. So wie ein Vater, der seinen ganzen Besitz weitergeben will. Nehmt es also mit offenen Händen an und erfreut euch daran. Vor eurer Selbstverwirklichung habe Ich euch nicht gesagt, dass ihr mit dem Trinken oder Rauchen aufhören oder sonst eine Art von ‚nirodha’ machen sollt. Das konnte Ich nicht. Aber nach der Realisation hört ihr einfach damit auf, weil ihr vom Ambrosia, dem Amrut, gekostet habt. Ihr wollt dann nichts anderes mehr. Natürlich kann es etwas dauern, bis ihr davon kosten könnt.

Ihr müsst ein bisschen Geduld haben, braucht aber weder gut gebildet noch darin geübt zu sein, auf eurem Kopf stehen zu können, und ihr müsst auch nicht in die Kirche gehen oder irgend so etwas. Es genügt, ein normaler Mensch zu sein. Leider machen sie häufig abnormale Sachen, sogar wenn sie vorgeben, Gott zu suchen. Wir müssen aber ganz normal sein. Es ist, wie wenn der Raum hier verdunkelt wäre. Ihr setzt euch hier nieder. Nun setzt euch hin. Es wird ausarbeiten. Aber wir springen umher und verletzen uns dann. Es ist, wie wenn ihr in einem Boot wärt. Verhaltet euch einfach still; bleibt einfach im Zentrum, bleibt mit dem Zentrum des Schwerpunktes des Bootes. Einfach nur da sein, das ist Dharma.

Verweilt in eurem eigenen Halt. Um gut zu bleiben, müsst ihr gar nichts tun; um schlecht zu werden, müsst ihr etwas tun, – ist es nicht so? All diese Dinge werden automatisch zu euch kommen. Wenn es hell wird, müsst ihr einfach nur still sein. Ihr werdet es alle bekommen, das ist vorbestimmt. Es ist bereits arrangiert und wunderbar in euch organisiert. In einem Samen befindet sich schon alles, um einen Baum hervorzubringen. Es befindet sich auch in euch. Aber ihr müsst zusammenstehen und es ausarbeiten. Versucht, euch gegenseitig zu verstehen, dann wird diese Gruppe in ihrem Verständnis und in ihrer Kollektivität wachsen und einen Kern bilden, dem andere folgen können. Es sollte nicht so schwierig für euch sein, das zu verstehen. Es ist eine besondere Gnade, weil auch ihr besonders seid. Vielleicht bin auch Ich etwas Besonders.

Besondere Menschen benötigen jemand Besonderen, aus diesem Grund musste Ich hier herabkommen. Lasst uns in stiller Bewunderung verweilen, das wäre wünschenswert. Wir sollten uns aber nicht dazu verpflichtet fühlen. Für Mich ist es eine Belastung und Ich würde Mich leichter fühlen, wenn ihr es bekommt. Manchmal muss Ich aber auch streng wie eine Mutter sein. Ich kenne den Job einer Mutter. Ihr müsst euch überhaupt nicht vor Mir fürchten. Ich weiß alles über euch, in gewisser Weise.

Es gab einen Douglas unter uns, den Ich ganz spontan fragte: „Was ist mit deinem Geburtstag?“ Er war äußerst überrascht und begriff nicht, wie Ich über seinen Geburtstag Bescheid wissen konnte. Er war wirklich vom Leben, welches er hatte, wiedergeboren worden und er fragte Mich, wie Ich das wissen konnte. Ich antwortete lediglich: „Ich weiß, was ist nun mit deinem Geburtstag?“ Ich besuchte ihn zuhause und war über alle Maßen erfreut zu sehen, dass er sich häuslich eingerichtet hatte. Es ist erstaunlich, wie der Same in euch heranreift und zu duften beginnt!

Möge Gott euch segnen.


[1] Subjekt und Objekt. Anders gesagt: Der Beobachtende und der Gegenstand der beobachtet wird.