AUFMERKSAMKEIT 1980

London (England)

1980-05-26 Talk to Sahaja Yogis, Attention, Questions on Joy, Dreams, 75' Download subtitles: EN,FI,FR,HU,LT,PT,ROView subtitles:
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Attention Dollis Hill, London (England), 26 May 1980.

Heute werde ich über „Aufmerksamkeit“ zu euch sprechen. Was bedeutet Aufmerksamkeit, in welche Richtung bewegt sie sich, und welche Methoden können wir anwenden, um unsere Aufmerksamkeit zu verbessern? Ich werde ausführlich darüber sprechen, ok? Aber wenn ich all diese Dinge sage, müsst ihr wissen, dass ich jeden von euch persönlich anspreche. Was ich sage, ist nicht für andere!

Das Erste, was die Menschen immer tun, wenn ich zu ihnen spreche, ist versuchen herauszufinden, über wen Shri Mataji gerade spricht. Das ist der beste Weg, um eure Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken. Richtet ihr aber eure Aufmerksamkeit auf euch selber, denkt ihr: „das ist für mich und nur für mich ganz allein“, dann wird es eine Wirkung haben, denn hier handelt es sich um Mantras. Das ist auch der Grund, warum sie [die Aufmerksamkeit] vergeudet wird, denn alles, was man euch gibt, übertragt ihr sofort auf eine andere Person.

Alleine durch eure Aufmerksamkeit erkennt ihr die Wirklichkeit! Eure eigene Aufmerksamkeit ist wichtig, nicht die von anderen, oder eure Aufmerksamkeit auf anderen. Das müsst ihr ganz klar verstehen. Wenn ihr begriffen habt, dass all das, was ich sage, von euch mit eurer Aufmerksamkeit aufgenommen werden muss, um euch auf eine höhere Ebene zu bringen, dann wird es funktionieren. Ansonsten ist es, als würde man euch etwas zu essen geben, aber jemand anderes wird damit genährt, während ihr selbst nichts davon abbekommt. Und derjenige kann die Nahrung womöglich auch nicht aufnehmen, weil er gar nicht weiß, dass ihr sie ihm zuwerft.

Wenn ich aber heute über die Aufmerksamkeit zu euch spreche, sollte eure Aufmerksamkeit all das absorbieren, was ich sage! Es ist nicht für andere gedacht! Am besten, ihr geht ins gedankenfreie Bewusstsein, so könnt ihr es am besten aufnehmen. Anders ist es wie ein ganz normaler Vortrag, und dass ihr mir zuhört hat keine Wirkung. Jede Rede von mir wird euch transformieren, denn immerhin bin Ich es, die zu euch spricht. Aber weil ihr immer an andere denkt und die ganze Zeit bei euren Problemen seid und euch über irgendetwas Unsinniges Sorgen macht, ist eure Aufmerksamkeit so überlastet, dass das, was ich sage, nicht bei euch ankommt. Nutzt also jetzt die Gelegenheit und seid aufmerksam. Ihr müsst wissen, dass all diese unsinnigen Dinge keinen Wert haben. Es ist eure Aufmerksamkeit, die sich verbessern und wachsen muss.

Die Aufmerksamkeit ist die komplette Leinwand eures Seins. Die komplette Leinwand, die Aufmerksamkeit. Die komplette Leinwand eures Seins ist die Aufmerksamkeit. Wie tief ihr vorgedrungen seid, wie gut ihr sie entdeckt habt, wie weit ihr sie angehoben habt, das ist eine andere Sache. Aufmerksamkeit ist „Chitta“, und Gott ist Aufmerksamkeit. Wie sehr eure Aufmerksamkeit erleuchtet wurde, ist eine andere Frage. Aber eure Aufmerksamkeit ist Gott – wenn ihr diese Stufe der Erleuchtung erreicht habt. Sie ist wie eine Leinwand. Man könnte sagen, sie ist wie eine Leinwand für einen Film. Und alle eure Neigungen oder sagen wir alle Bewegungen eurer Aufmerksamkeit werden auf dieser Leinwand abgebildet. Ich weiß nicht, wie man „vritti“ ins Englische übersetzt. Es sind nicht die Neigungen, gemeint ist, wozu jemand neigt, wovon die Aufmerksamkeit angezogen wird, ich weiß nicht, ob es ein englisches Wort für „vritti“ gibt.

Unsere Aufmerksamkeit ist also einfach eine reine, eine völlig leere Leinwand, und zu Beginn wirken darauf die 3 Gunas, die wir haben. Dabei kommt eine Guna aus der Vergangenheit, eine aus der Zukunft und eine aus der Gegenwart. Wenn ihr mit einer bestimmten Sache oder bei einer bestimmten Gelegenheit eine Erfahrung gemacht habt, dann wird diese Erfahrung vollständig in eurem Gedächtnis aufgezeichnet. Wenn ihr zum Beispiel die Farbe Schwarz seht, ist alles, was mit dieser Farbe verbunden wird, in eurem Gedächtnis gespeichert. Sobald ihr diese Farbe seht, kommt eine ganze Menge von diesen Erinnerungen hoch. Das heißt, sobald ihr sie mit eurer Aufmerksamkeit betrachtet, gerät die Aufmerksamkeit durcheinander, sie wird sozusagen von all den Erinnerungen an die Farbe Schwarz gefärbt. Und ihr handelt dann je nachdem, wie sehr eure Aufmerksamkeit beeinträchtigt ist.

Gerade eben wurde z.B. etwas von diesen Flammen verbrannt. Dessen werden sich jetzt alle bewusst. Wenn ihr das nächste Mal eine Flamme seht, ist das Erste, was passiert, dass ihr vorsichtig damit seid. Es wird nicht wieder passieren, aber die ganzen Erinnerungen werden da sein, und ihr werdet versuchen, vorsichtig zu sein oder andere davor zu warnen. Denn eure Aufmerksamkeit wird sich dessen gewahr, sobald ihr die Flamme seht. Die Leinwand eurer Aufmerksamkeit wird diese Bilder aus sich selbst heraus produzieren und als Erinnerungen auf die Leinwand werfen. Es ist eine lebendige Leinwand. Oder nehmen wir an, ihr stellt euch irgendetwas in eurer Zukunft vor. Zum Beispiel stellt ihr euch vor, wenn ich die und die Person treffe, werde ich ihr das und das sagen. Sobald ihr diesen Mann trefft, wird eure Aufmerksamkeit damit beginnen, die Ideen über diesen Mann hervorzusprudeln und ihr werdet entsprechende Dinge zu ihm sagen. Es ist alles in euch gespeichert. Egal, ob es die Zukunft oder die Vergangenheit betrifft, wird es von der Aufmerksamkeit hervorgesprudelt, je nachdem, wovon ihr angezogen werdet, welcher Natur ihr seid. Das ist gemeint mit „Vritti“, ich weiß nicht, wie man dazu sagt auf Englisch. Gemeint ist: „wozu ihr neigt“.

„Vritti“ ist ein ganz neutrales Wort. Es bedeutet überhaupt nichts Schlechtes. Es bedeutet, wovon ihr angezogen werdet. „Vritti“ bezeichnet eine Wesensart, die euch zu bestimmten Dingen hinzieht. Je nachdem, wie eure Art ist, wird gehandelt. Wenn ihr zum Beispiel einen Mann vorbeigehen seht, sagen wir, er ist blind und kann nichts sehen, dann wird der eine vielleicht wütend auf diesen Mann. Ein anderer wird vielleicht Mitleid haben und ein Dritter wird zum ihm hingehen, um ihm zu helfen. Der Grund dafür ist das „Vritti“, die Wesensart, die ihr über eure 3 Gunas entwickelt habt. Deshalb ist die Aufmerksamkeit mit euch identifiziert. Und wenn ihr damit, mit eurem „Vritti“, eurer Wesensart identifiziert seid, dann seid ihr noch falsch identifiziert.

Nehmen wir den Fall, dass jemand früher besessen war. In Sahaja Yoga verschwindet die Besessenheit. Aber im Gehirn bleibt die Erinnerung an die Besessenheit, und wenn die Erinnerung in einer Person stärker ist, wenn die linke Seite stärker ist, dann hält sich die Erinnerung, und sobald derjenige mit jemandem in Kontakt kommt, der etwas mit der früheren Besessenheit zu tun hat, macht es Klick und das Ganze kommt über euch, sprudelt hervor und ihr denkt, dass ihr wieder besessen seid. Es ist die Erinnerung, die euch dieses Gefühl gibt. Es ist ein Mythos, eine Erinnerung, die euch sagt: „Oh, ich bin wieder besessen.“ Denn eure linke Seite ist schwach, d. h. ihr lebt immer in eurer Erinnerung, eure Erinnerung ist stärker als ihr selbst. Wenn ihr stärker als eure Erinnerung werden könnt, kann nicht mehr von euch Besitz nehmen.

Aber nachdem ihr eure Realisation bekommen habt, seid ihr immer noch nicht mit dem Gemütszustand identifiziert, in dem ihr euer Ego und euer Superego als Mythos wahrnehmt. Ihr seid immer noch in eurem Ego und Superego gefangen, und deshalb ist eure Aufmerksamkeit völlig durcheinander. Ein unschuldiges Kind im Zustand der reinen und einfachen Aufmerksamkeit nimmt alles in einem Zustand des „Pratyaksha“ wahr, d.h. es ist eine wahrhaftige Erfahrung für das Kind, denn es hat keine Erinnerungen. Es muss sich die Hand verbrennen, um zu fühlen, dass sie brennt. Es muss etwas Kaltes anfassen, um zu wissen, dass es kalt ist. Seine Erinnerung ist noch nicht aufgebaut. Es lebt also mit der tatsächlichen Erfahrung, aber diese tatsächliche Erfahrung wird zur Erinnerung.

Sind die Erinnerungen erst einmal stark geworden, wird die gesamte Persönlichkeit von den Erinnerungen beeinflusst. Sämtliche Konditionierungen kommen daher. Was ihr lest, ja die gesamte Atmosphäre um euch herum kann als Erinnerung zu euch zurückkommen. Ihr riecht zum Beispiel einmal eine bestimmte Seife oder eine Rose, und sämtliche Erinnerungen an den Duft einer solchen Rose kommen zu euch zurück. Vielleicht fühlt ihr euch freudig erregt, oder vielleicht werdet ihr ganz unglücklich, je nachdem wie die Situation ist. Ihr seid glücklich oder unglücklich, denn die Erfahrungen, die ihr gemacht habt, sind in eurem Gedächtnis gespeichert. Diese Erinnerungen haben euch entweder ein Superego oder ein Ego gegeben. Wenn ihr durch die Erinnerung Ego bekommen habt, dann habt ihr euch vielleicht sehr glücklich gefühlt. Wenn etwas für euer Ego befriedigend ist, dann seid ihr sehr glücklich. Wenn nicht, wenn Superego entstanden ist, wenn eine Situation bedrückend für euch ist, dann seid ihr sehr unglücklich. Beides, Freud oder Leid, sind also noch Zustände, die ein Mythos sind. Der Mythos existiert noch.

Ihr müsst noch jenseits dieser Zustände gehen. Wenn ihr über irgendetwas glücklich seid, müsst ihr wissen, dass es ein Glücksgefühl ist wie vor der Realisation, weil euer Ego dadurch aufgeblasen wird. Wenn ihr unglücklich seid, müsst ihr wissen, dass euer Ego auf irgendeine Weise unterdrückt wird und sich deshalb das Superego entwickelt. Aber beides hilft euch nicht weiter. Es hilft euch nicht, zu wachsen. Das Einzige ist, dass diese beiden „Einrichtungen“ so groß werden, dass ihr vom wahrhaftigen Erfahren weit entfernt seid. Das wirkliche Erfahren hört auf, weil eure Aufmerksamkeit so durcheinander ist. Auf der einen Seite, wenn ihr euch auf der linken Seite bewegt, wird eure Aufmerksamkeit von Angst, Schmerz, Unglücklichsein, Hoffnungslosigkeit und Niedergeschlagenheit durcheinander gebracht. Auf der anderen Seite, wenn ihr zu sehr auf die rechte Seite geht, oder auch nur ein wenig, kommt ihr in Hochstimmung, seid aufgekratzt und zu dominant.

Die Farbe der linken Seite ist Blau, und das Blau wird langsam zu Schwarz. Die Farbe der rechten Seite ist ursprünglich Gelb, Hellgelb, oder sagen wir Gold, dann wird sie zu Gelb, Orange und dann Rot. Auf der rechten Seite geht ihr in die Aggression, auf der linken Seite geratet ihr völlig in einen Zustand der Entropie, so können wir ihn nennen. Ein Zustand, in dem ihr von euch getrennt seid, in dem ihr gänzlich gefriert. Auf der einen Seite gefriert ihr völlig, auf der anderen werdet ihr völlig überhitzt. Beides ist wieder eine Bewegung in die falsche Richtung. Selbst wenn ihr die Aufmerksamkeit in der Mitte haltet, „mehr“ in der Mitte, auch da, denn es ist eine ganz sensible Angelegenheit und sie bleibt nicht da. Nehmen wir zum Beispiel den Gebrauch von Feuer. Wir können es benutzen, um das Haus anzuzünden oder zur Rauchentwicklung. Aber wir können das Feuer auch richtig benutzen, im richtigen Maß, um damit das Essen zuzubereiten oder Licht zu machen. Wenn es zu groß ist, kann es zur Feuersbrunst werden, ist es zu schwach, entsteht Rauch. Aber in der Mitte, wenn ihr wisst, wie ihr es in Balance halten könnt, dann könnt ihr es für eure Zwecke benutzen, zum Kochen oder um Licht zu spenden, oder auch für ein Puja.

Genauso ist es mit unseren Gunas. Wenn wir sie richtig balancieren, werden wir langsam zum Meister der Situation. Die Aufmerksamkeit wird nicht mit Hilfe der Erinnerung und Erfahrung zu Dingen, die wir getan oder verstanden haben, hingezogen. Sie wird auch nicht zu sehr auf die rechte Seite gezogen, wo wir versuchen, andere zu unterdrücken und zu dominieren. Denn wenn wir zu sehr auf diese Seite gehen, dann endet es mit Blutvergießen, das haben wir gesehen.

Es ist schwierig, das zu verstehen. Wie sehr Menschen, die sehr religiös werden, wie jetzt im Iran, auf die rechte Seite gehen. Die ganze Strenge und all dass, und jetzt das Blutvergießen. Die Christen taten das Gleiche. Genauso die Brahmanen in Indien. Und auch bei den Buddhisten, auch wenn sie von Gewaltlosigkeit sprachen, kam es zu Blutvergießen, weil die Bewegung auf der rechten Seite begann.

Die linke Seite wird euch zu hinterlistigen, düsteren Methoden führen. Rechtsseitige Menschen, wie die großen Nationen, die als entwickelt gelten, rechtfertigen den Krieg mit der Begründung: „Wir brauchen Waffen, um einander gegenüber zu treten.“. Aber in Gottes Augen seid ihr alle gleich. Weshalb kämpft ihr also? Ich meine, Gott fragt euch: „Warum kämpft ihr, wofür? Warum setzt ihr euch nicht zusammen und hört einander an? Worum kämpft ihr? Ihr kämpft um Land. Ist es das Land eurer Väter? Es gehört Gott. Gott hat dieses Land erschaffen. Warum kämpft ihr?“ Aber eure Aufmerksamkeit ist so, dass ihr sofort denkt: „Dieses Land gehört mir, es ist das Land meines Vaters, meines Bruders oder meiner Mutter.“ Und was ist mit dem Land, welches sich in euch befindet? Gehört es nicht euch? Sagt man diesen Leuten, dass wir keinen Krieg haben sollten, so hören sie einen nicht an. Die Realisation ist der einzige Weg. Durch die Realisation gelangt die Aufmerksamkeit auf eine höhere Ebene und wird von den Ebenen separiert, aus denen diese Dinge hervorsprudeln. Versteht ihr, was ich sagen will? Wir kommen auf eine höhere Ebene. Die Aufmerksamkeit geht höher. In diesem höheren Zustand…

Die rechte Seite bringt Konfusion (vikshepa), das ist das Erste. Jeder Intellektuelle, egal wie brillant er auch sein mag, ist verwirrt, und je mehr er durcheinander gerät, umso mehr will er sich behaupten! Weil er durcheinander ist, ist er nicht mehr selbstsicher, und so beteuert er: „Das ist so, das ist so.“ Ich meine, wenn das so ist, warum sollte man es dann immer wieder beteuern? Aber er betont immer wieder: „So ist das“. Dann müsst ihr verstehen, dass er sich Richtung Irrenhaus bewegt. Absolut. Die Art und Weise, wie er die Dinge immer wieder beteuert und immer wieder davon spricht, zeigt, dass er sich nicht wirklich sicher ist. Er wird wie besessen, wenn er alles mit seinem Intellekt erklärt: „So sieht es aus, so ist es richtig, wir alle müssen…, das ist es, was…“, und er überzeugt eine Menge Leute, die genauso verwirrt sind wie er. Sie sind von ihm abhängig und er wird zu ihrem Anführer. Denn seht ihr, sie sind noch verwirrter als er, und sie haben jemanden gefunden, der nach außen hin weniger verwirrt scheint. Sie hängen sich an ihn und zusammen beginnen sie einen Krieg oder ein Blutvergießen oder etwas anderes. Sie wollen Blut sehen. Sie werden herzlos und hart. Es ist Menschen ohne Mitgefühl und Liebe.

Die andere Seite ist die blaue Seite, blau wie das Mondlicht. Hier fängt die Romantik an. Sitzt man im Mondlicht, kommen einem die Ideen von Lord Byron. Sie kommen in die Aufmerksamkeit und werden immer stärker, werden zu einer Leidenschaft. Ihr denkt: „Ach, ich muss meine Liebe finden“, und dann sucht ihr nach eurer Liebe und diesem und jenem. Dabei geben euch diese Dinge nicht wirklich Freude. Darum wurden so viele Gedichte darüber geschrieben, dass die Liebe so schmerzhaft ist, schlimmer als der Tod. Es gibt sehr viele solcher Gedichte, warum lasst ihr euch also darauf ein? Bücher über Bücher wurden darüber geschrieben! Warum stürzt ihr euch hinein? Man hat euch doch gewarnt, rennt nicht der Liebe hinterher, Liebe ist eine Täuschung, Liebe ist vergänglich, man bekommt dieses Gefühl nur für eine kurze Zeit. Wenn ihr rechtzeitig aufhören könntet und jemanden heiraten würdet, der einfach lieb ist, wenn ihr erkennen würdet, dass die Liebe, die Ehe und all diese Dinge maßvoll sein müssen, so wie das Feuer in der Küche oder im Tempel, nach dem ihr schaut und das ihr nicht zu hoch aufflackern lasst, dann wären diese Dinge vielleicht nützlich.

Das Gleiche gilt für die Bewegung auf der rechten Seite, im Sonnenkanal, wenn die Menschen denken, dass die Sonne wichtig ist. Wir brauchen die Sonne im Haus, aber man soll sie nicht beleidigen, indem man sich vor ihr entblößt und dann Hautkrebs bekommt! Die Sonne ist nicht für Hautkrebs da! Aber wenn ihr übertreibt, ist sie gefährlich. Jemand, der sich zu sehr mit Planen beschäftigt und überaktiv ist, kann große Probleme bekommen. Also müssen wir auch diese Seite ausbalancieren und in der Mitte sein, im Gleichgewicht. Dieses Wort gibt es in unserem Alltag überhaupt nicht, es existiert nur in der Literatur oder in der so genannten wissenschaftlichen Forschung. Aber was die Menschen betrifft, die wissen nicht, was „Gleichgewicht“ bedeutet. Deshalb geht die Aufmerksamkeit nach der Realisation zwar hoch, fällt aber auf einer der Seiten einfach wieder ab, je nachdem, wie ihr veranlagt seid. Solange diese Identifikationen noch in ihnen sind, fallen sie mit der Aufmerksamkeit wieder ab und sprudeln das Gleiche hervor wie bisher.

Wir müssen leichter werden in unserem Verstand und uns klar machen, dass wir all dies jetzt abgeworfen haben. Warum sind wir hier? Man sollte leichter werden, die ganze Last abfließen lassen, denn ihr seid hier, um eure Aufmerksamkeit auf eine immer höhere Ebene zu bringen, bis dahin, wo ihr eins mit der göttlichen Aufmerksamkeit werdet. Eure Aufmerksamkeit ist bereits erwacht, denn ihr könnt durch eure Aufmerksamkeit sehen, was nicht stimmt mit euch und mit anderen, und ihr könnt sehen, wie weit ihr seid. Aber der Fortschritt wird behindert, weil ihr nicht wisst, dass Aufmerksamkeit die reine Form ist, und dass alles, was in eure Aufmerksamkeit kommt, ein Mythos ist. Wenn ihr diesen Mythos nach und nach loslasst, euch von Glück und Unglück frei macht, und die Dinge einfach nur anschaut, wird eure Aufmerksamkeit hochschnellen und auf einer wesentlich höheren Ebene bleiben. Stattdessen geht ihr [mit eurer Aufmerksamkeit] ständig hierhin und dorthin und die Aufwärtsbewegung wird geschwächt.

Selbst im Sattwa Guna, wenn ihr aufsteigt, kann es passieren, dass euer Zustand viel schlechter wird. Ihr sagt zum Beispiel: „Ich versuche ein Sattwa-Guni zu sein.“ Im Sattwa Guna beginnt ihr alles zu sehen und mit Hilfe eures Verstandes anstatt mit Hilfe der Vibrationen zu unterscheiden: „Oh, sollten wir unsere Aufmerksamkeit nicht irgendwie davon abziehen? Sollten wir das nicht aufgeben? Sollten wir wohltätig sein? Sollten wir losziehen und den Menschen dienen?“ Es gibt Leute, die meinen etwas ganz Großartiges zu tun, wie in eurer Heilsarmee zum Beispiel. Lasst sie sich selbst retten, ich weiß nicht, wen sie retten wollen. Das heißt diese Ideen – ich sage bewusst „Ideen“ – des Sattwa Gunas können euch auch unbeweglich machen, sie können euch tatsächlich ein für alle Mal „einfrieren“, und das kann so heimtückisch mit euch passieren, so versteckt, dass ihr es nicht merken werdet. All diese Ideen, anderen helfen zu wollen, wohltätig zu sein –„lasst uns einen Wohltätigkeitsverein gründen“ – sind das Ende. Arbeitet ihr erst einmal für einen Wohltätigkeitsverein, endet eure Aufmerksamkeit dort.

Wenn eure Aufmerksamkeit allerdings auf eine höhere Ebene kommt, wenn ihr sagt: „Ich bin nichts als Wohltätigkeit“, dann beginnt es zu fließen. Ihr werdet einfach zu Wohltätigkeit. Der Unterschied zwischen einer realisierten und nicht-realisierten Seele besteht also darin, dass die Aufmerksamkeit, die euch den Mythos als Realität vorgegaukelt hat, jetzt auf eine höhere Ebene gelangt ist. Sie kann sehen, dass es ein Mythos ist, die Aufmerksamkeit kann das ganz klar sehen. Und ihr könnt es selbst sehen und euch von dort zurückziehen. Dafür muss ich euch natürlich einen kräftigen Anstoß geben, und ich arbeite hart daran, euch anzustoßen, aber ihr solltet ebenfalls wissen, dass ihr diese Einbildungen loslassen müsst, anders werdet ihr nicht wachsen. Ihr müsst alles Unwirkliche loslassen. Am besten geht das in der Gedankenfreiheit, denn sobald ihr diese drei Gunas transzendiert, werdet ihr gedankenfrei. Ihr müsst das Agnya durchqueren. Sobald ihr über dem Agnya seid, geht ihr absolut in einen Zustand, in dem ihr Gunatit seid, jenseits der Gunas. Ihr tut nichts bewusst, sondern alles passiert einfach.

Aber Analysieren ist eine der Krankheiten des Westens. Was gibt es da zu analysieren? Ich kann über dieses ganze Analysieren nur lachen! Die Leute setzen sich hin, nehmen ein Haar und spalten es ins Hundertfache. Große Analysierer! Dabei können sie noch nicht einmal sagen, wie der Spindelapparat in den Chromosomen funktioniert und wie diese kleinsten Details gelingen. Sie können nicht sagen, wie eine Zelle sich teilt. Was sitzen sie da und analysieren? Aber ihr Analysieren hatte einen Sinn, sie haben es für Gott getan. Dank ihrer Analyse werden meine Dinge jetzt aufgezeichnet. Dank ihrer Analyse kann ich zum Fernsehen gehen – wenn sie es mir einmal erlauben! Vielleicht erlauben sie es mir auch nicht wegen ihrer ganzen Analysen oder vielleicht geht es ganz schnell. Aber wenn ihr diese ganzen Dinge nicht entdeckt hättet, gehen wir einmal davon aus, dann wäre eure Aufmerksamkeit zumindest in einem besseren Zustand. Aufgrund der Wissenschaften ist eure Aufmerksamkeit sehr verwirrt. Ich weiß nicht so recht, was ich mehr loben soll, die Wissenschaft oder die Primitivität. Als ihr nämlich die Stufe der Wissenschaft erklommen habt, seid ihr wie immer ins Extrem gegangen. Bevor ihr nicht eure Aufmerksamkeit total ausgebrannt hattet, wart ihr nicht zufrieden. Ich meine, wenn ihr in der Wissenschaft das Gleichgewicht gehalten hättet, dann hätte es was genützt, aber ihr seid aus dem Gleichgewicht geraten. Was auch immer man den Menschen gibt, sie verstehen es, das das Schlimmste daraus zu machen. Sie werden es übertreiben! Gebt ihnen ein Pferd, und sie können nicht einfach traben oder galoppieren, nein, sie müssen einen Doppelgalopp hinlegen bis sie tot umfallen. Egal, was es ist, immer sind sie am Rennen. Als Allererstes ist es notwendig, ruhiger zu werden und sich selbst zu sagen: „Ich werde nicht mehr zulassen, dass all diese unwirklichen Dinge in meine Aufmerksamkeit kommen.“

All diese Dinge sind nichts anderes als ein Mythos, aber ihr nehmt diese Mythen so wichtig. Sie sind einfach ein Mythos! Jetzt, wo ihr realisiert seid, lacht ihr Menschen aus, die einfach durchdrehen, sagen wir, wegen einer Mondnacht. Aber fragt irgendeinen Betroffenen, er wird euch sagen, ihr seid herzlos und habt keine Gefühle und euch einen riesigen poetischen Vortrag halten. Seht sie euch an, diejenigen, die ganz oben sitzen und das Ruder in der Hand halten! Ihr werdet nur über sie lachen können. Aber sie sind der Meinung, ihr seid nutzlose, untätige Taugenichtse und Verschwender. Jetzt ist es an euch, die ihr realisiert seid, zu verstehen, dass unsere Aufmerksamkeit höher und höher gehen muss, und zwar schneller als bisher.

Bei der Realisation ist eure Kundalini aufgestiegen. Ähnlich einem dünnen Haar. Und dieser eine dünne Faden hat euer Sahasrara durchbrochen. Und jetzt fließt die Gnade. Der Aufstieg war aber minimal – was nicht heißt, dass er nicht schwierig war! Aber er hat stattgefunden. Aber ihr habt ihn noch nicht erweitert. Eure Chakras werden nur in der Mitte durchdrungen, aber der Rest der Aufmerksamkeit ist noch genau wie er war. Alles ist sogar noch so sehr beim Alten, dass ihr noch nicht einmal merkt, dass sie durchdrungen ist. Jetzt müsst ihr eure Chakras erweitern. Öffnet sie, so dass mehr Fäden der Kundalini aufsteigen können. So wird sich eure Aufmerksamkeit, die sich in diesen Zentren befindet, auch erweitern. Durch die Erweiterung drängt sie alles Unwirkliche zur Seite. Die Aufmerksamkeit ist in jedem Chakra und wird durch das durchdringende Licht in ihrer Mitte erleuchtet.

Aber das Licht ist zu schwach für die Dunkelheit, die ihr angesammelt habt. Das gilt, möchte ich sagen, besonders für die Menschen im Westen. Ihr müsst eure Verwirrung loswerden. Aber ihr identifiziert euch noch damit. Denn wenn ich euch etwas frage, „wie geht’s euch?“, bedeutet das was? Es bedeutet, dass ihr noch verwirrt seid. Habt ihr das verstanden? Die Verwirrung sollte weggehen. Ihr wart zum Beispiel verwirrt in der Frage, ob das nun die Realisation ist oder nicht. Ich hoffe, das ist nun vorbei bei euch. Wenigstens glaubt ihr jetzt, dass das die Selbstverwirklichung ist. Ich musste es den Leuten sagen: „Doch, ihr seid jetzt selbstverwirklicht, es ist so.“ Und immer noch sind sie hochgegangen und sagten: „Nein, Mutter, wie kann das die Realisation sein? Wir erwarten dies und jenes von der Realisation, dass wir fliegen können, wenn wir selbstverwirklicht sind“, oder irgendein ähnlicher Unsinn. Gott sei Dank sind diese Ideen nun vorbei. Aber wenn wir realisiert sind, ist ein Licht in uns. Dieses Licht müssen wir vergrößern. Das geht nur, wenn wir unsere Aufmerksamkeit von den Einbildungen loslösen. Es ist alles ein Mythos! Ich spiele auch mit euch. Denn solange ihr nicht sicher seid, werde ich euch keine falschen Vorstellungen von euch geben. Ich möchte sehen, wie weit eure Aufmerksamkeit geht. Und ich weiß, dass ihr immer noch nicht sicher seid. Ihr seid euch eurer selbst noch nicht sicher. Deshalb habt ihr auch kein Vertrauen.

Zuerst müsst ihr fahren lernen, dann kommt die Prüfung. Da werden 5 Steine so nah beisammen liegen, dass kaum ein Auto daran vorbei kommt, und man sagt zu euch: „Fahrt im Zickzack“, aber ihr schafft es nicht. Warum? So macht er euch zum Meister. Die Meisterschaft über eure Aufmerksamkeit wird kommen, wenn ihr beginnt zu sehen, dass alles, was euch aufregt, ein Mythos ist. Werft es einfach über Bord und versteht, dass ihr die ewige Aufmerksamkeit seid, das ewige Leben, und dass das Einzige, was euch davon abhält, Unwissenheit ist. Und die Unwissenheit ist zu einfach, um zu verstehen, dass ihr einen Mythos für die Wahrheit haltet. Lasst es einfach los, es ist ein Mythos. Ihr werdet erstaunt sein, wie eure Aufmerksamkeit emporsteigen wird. Ihr werdet den Unsinn sehen, der euch Angst gemacht oder der euch begeistert hat, das alles wird einfach von euch abfallen, und ihr werdet darüber lächeln. Und erst dann werdet ihr wirklich genießen können, denn eure Aufmerksamkeit wird völlig in die Glückseligkeit des Selbst eingetaucht sein. Ich sage: „Ihr werdet…“, aber ich sage auch: „Ihr seid bereits in diese Glückseligkeit eingetaucht.“ Erhaltet sie euch!

Wie können wir das nun im Alltag umsetzen? Wie zerstören wir die Erinnerungen aus der Vergangenheit? Die Erinnerungen der Vergangenheit zerstören, bedeutet, neue Erinnerungen zu haben. Ihr müsst daran euch erinnern, wie ihr die Realisation bekommen habt. Denkt immer daran. Immer wenn irgendeine Erinnerung in euch hochkommt, versucht ihr daran zu denken, wie ihr eure Realisation bekommen habt. Bei jeder Erinnerung, die euch belastet oder auch in so genannte „Begeisterung“ versetzt hat, versucht ihr euch daran zu erinnern, wie ihr die Realisation bekommen habt. Wenn euch etwas aggressiv oder zornig macht, versucht euch daran zu erinnern, wie ihr die Freude der Hingabe gespürt habt. Denkt einfach an die Freude der Hingabe, des Sich-Auflösens. So müssen neue Erinnerungen aufgebaut werden. Wenn ihr beginnt, neue Erinnerungen aufzubauen, werdet ihr anfangen, Momente zu sammeln, andere Momente aufzubauen, an die ihr euch erinnert. Zum Beispiel die Erinnerung daran, wie ihr versucht habt, jemandem zu helfen und ihm die Kundalini gehoben habt. Das Problem ist jetzt, dass ihr in dem Moment, wenn ihr jemandem die Kundalini hebt, gedankenfrei seid, da wird kein Gedanke sein, und Gedanken sind das Einzige, was einen Eindruck hinterlässt. Aber dann könnt ihr die Freude aufzeichnen, die Freude darüber, die Kundalini zu heben. Wenn ihr die Freude, anderen die Kundalini zu heben, aufzeichnen könnt, werdet ihr einen neuen Reichtum spüren, diese schönen Momente werden sich in euch anreichern. Und all die Momente, die euch Verwirrung oder Angst gebracht haben oder so genanntes „Glück“ oder „Unglück“ werden wegfallen, und reine Freude wird bleiben. Denn die meisten Erfahrungen, die ihr jetzt gemacht habt, sind freudig. Freude hat keine Gedanken. Es ist einfach eine Erfahrung – „Pratyaksha“. Deshalb sagte ich, ihr müsst eure Augen offen halten. Ich hoffe, ihr versteht, was ich damit meine.

Möge Gott euch segnen!