Public Program, We Have To Get Our Yoga

Caxton Hall, London (England)

1980-09-01 We have to get our Yoga, Caxton Hall, 38'
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[…] Ich habe euch immer gesagt, dass Sahaja Yoga der sprießende Same in euch ist. Ist der Same inaktiv, könnt ihr euch all die Pläne, die in ihm enthalten sind und zeigen was alles aus ihm entstehen soll, nicht vorstellen. Wie viele Bäume sind aus einem einzigen Samen gewachsen? Wie viele Früchte hat er hervorgebracht und wie viele neue Samen und Bäume werden aus ihm wachsen? Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie dynamisch das ist. Man hat viel über diesen Spirit geredet und viele haben gesagt, dass er in euer Bewusstsein kommen muss. Wir müssen unseren Spirit erreichen und unser Yoga – die Vereinigung mit Gott, bekommen. Als sie das gesagt haben, meinten sie, dass das geschehen muss und nicht, dass nur darüber geredet wird. Die Bhagavad Gita sollte dazu dienen, dass ihr die Wahrheit erfahrt und eure Selbstverwirklichung bekommt. Ihr müsst wiedergeboren werden! Ihr müsst getauft werden! Der Unterschied zwischen der Wirklichkeit und der Unwirklichkeit ist der, dass wir glauben, dass wir es erreicht haben, weil wir darüber geredet haben. Da immer alles viel eher vergeudet als genützt wird, ist auch in diesem Fall alles verloren gegangen, weil nur darüber gesprochen wurde. Die Menschen wollen immer alles nur intellektualisieren. Sie wollen es sich gar nicht wirklich einverleiben. Sie schwingen am liebsten große Reden, weil das ihrem Ego schmeichelt. Dann stehen sie auf und halten lange Vorträge über die Gita und all diese Dinge, obwohl sie gar nicht wissen, was die Gita von euch will. Sie will, dass ihr die Wahrheit herausfindet. Sie will, dass ihr eure Selbstverwirklichung bekommt, dass euer Yoga etabliert wird. Ihr müsst (im Geist) wiedergeboren werden, ihr müsst im Sinne dieser wahren Taufe christianisiert werden, wie sie sagen.

Aber sie glauben, dass sie es erreicht haben, indem sie darüber reden. Das ist die große Illusion, die Maha-Maya. Wir finden uns damit ab und machen immer weiter damit. Wir sind glücklich damit, weil wir uns dann der Wahrheit nicht stellen müssen. Man kann mit dieser Illusion leben, aber das wird euch keine Freude bringen und euch auch nicht wirklich zufrieden stellen. Die Lebensfreude wird auf diese Weise nicht kommen, ihr werdet den Sinn eures Lebens nicht herausfinden und euch durch nutzlose Dinge selbst ausmustern, solange ihr nicht herausgefunden habt, warum ihr hier seid. Jeder möchte das auf irgendeine Weise herausfinden, aber ehrlich… [unklar]. Auf der einen Seite möchte man die Wahrheit herausfinden, aber auf der anderen Seite lässt einem der rutschige Untergrund immer wieder abgleiten. Dieser Kampf findet in uns statt. Ihr müsst immer am Boden bleiben und dürft nicht zulassen, dass ihr in ein extremes Verhalten abgleitet, was auch immer es sein mag. Seid einfach hier – es arbeitet aus. Aber wir sind Extremisten und gehen in allem immer ins Extrem. […]

Im folgenden Teil spricht Shri Mataji u.a. über Shakespeare und geht auf die Handlung des ‚Hamlet’  ein, wobei Sie diese nur sehr vereinfacht beschreibt. Für all jene, die die Handlung nicht kennen, wurden die betreffenden Erklärungen in der Übersetzung, etwas genauer ausgeführt (wenn Shri Mataji z.B. in Ihrer Rede gesagt hat, dass ein Mann einen König getötet hat, wurde in der Übersetzung darauf eingegangen, dass der König von seinem Bruder getötet wurde, obwohl das von Shri Mataji nicht so genau ausgeführt wurde, aber diese Tatsache ja aufgrund des Stücks bekannt ist).

Wir haben heute erst über den Kapitalismus, die Demokratie und den Kommunismus diskutiert. Abraham Lincoln war eine realisierte Seele, daran besteht kein Zweifel. Er hatte seine Vision von der Demokratie, konnte sie jedoch nicht verwirklichen, weil alle anderen keine realisierten Seelen waren. Sie konnten die Größe seiner Vision nicht nachvollziehen und all diese Dinge in sich aufnehmen. Sie haben ihn nur verehrt und er war ihr Held. Sie stellten eine Statue von ihm auf, bekränzten ihn, schrieben Bücher über ihn, aber nichts von Abraham Lincoln ging in ihr Wesen ein. Sie folgten ihn nicht auf die Weise, wie er sein Leben gelebt  hatte. Dafür nannten sie sich ‚Lincolnisten’ oder so ähnlich und haben noch so einen ‚-ismus’ daraus gemacht. Sie versuchten ihn in Besitz zu nehmen, ihn irgendwie zu kennzeichnen, aber sie haben nicht versucht, sich das einzuverleiben, das ihn ausmachte.

Ich habe euch ja schon erzählt, dass auch Lenin eine realisierte Seele war. Er hatte eine sehr geeignete Vision bezüglich des Kollektivs. Dann fand er jedoch heraus, dass ihn die Leute im Stich lassen, weshalb er seine Vision nicht umsetzen konnte und sie an ein Modell angleichen musste, das von seiner ursprünglichen Idee abwich. Überall wo realisierte Seelen beteiligt waren, haben sie ihren eigenen Beitrag geleistet.

[…] Shakespeare war eine sehr große realisierte Seele, daran besteht kein Zweifel. Sein Beitrag war großartig, aber die Menschen können das nicht erkennen. Sie können nicht sehen, war er zu zeigen versuchte. Angenommen wir sehen uns ‚Hamlet’ an. Was wollte er damit eigentlich aussagen? In dem Stück  versuchte er die Sinnlosigkeit all der Dinge zu zeigen, die Menschen so machen. Zu Beginn wird ein König (Anm.: der Vater Hamlets) von seinem Bruder vergiftet. Dann heiratet die Witwe des Königs den Mörder (Anm.: der gleichzeitig ihr Schwager ist). Der Geist des ermordeten Königs erscheint  seinem Sohn Hamlet und drängt ihn, Rache für ihn zu üben. Ein junges, unschuldiges Mädchen verliebt sich unsterblich in Hamlet. Das gesamte Leben wird in diesem Drama auf etwas ganz Erbärmliches reduziert. Die Königin besitzt keinerlei Selbstwertgefühl! Für sie ist die Liebe zu ihrem Schwager das höchste der Gefühle und rechtfertigt sogar die Ermordung ihres Gatten. Ihr Geliebter wiederum glaubt, dass die Liebe zu seiner Schwägerin und deren Unterwerfung die Ermordung ihres Gatten rechtfertigt.

Die dritte Person ist der arme Sohn (Hamlet), dem der Geist seines ermordeten Vaters erzählt hat, was passiert ist. Es wäre besser gewesen, wenn der Geist gestorben und in das Reich der Toten eingegangen wäre, aber stattdessen ist er zurückgekommen und hat seinen Sohn zur Rache animiert. Weder Hamlet noch sein Vater sind an ihrem Spirit interessiert, an ihrem Wohlergehen. In der Folge folgt der Sohn den Wunsch seines ermordeten Vaters. Hass baut sich in ihm auf und er beginnt sein Zerstörungswerk. Zuerst will er seinen Onkel (den Mörder seines Vaters) töten. Infolge eines Irrtums tötet er jedoch den Vater seiner Geliebten (Anm.: der sich hinter einem Vorhang versteckt hatte), worauf diese verrückt wird und sich ertränkt. Im Laufe des Stücks werden alle verrückt, sogar Hamlet.

Was will uns Shakespeare damit zeigen? Ich würde Shakespeare als Avdhyuta bezeichnen, das ist eine Person die über diesen Dingen steht. In seinem Fall (Shakespeares) handelt es sich um keine Inkarnation. Eine Inkarnation kommt in  diese Welt um euer Leben sowie eure Launen und Stimmungen zu teilen und um euch zu gegebener Zeit auf eurer Ebene unterstützend unter die Arme zu greifen. Eine Inkarnation kann sich nur geringfügig anpassen. Sie bleibt sich selbst treu und versucht, euch die Sinnlosigkeit eines vergeudeten Lebens aufzuzeigen. Wie viele Menschen die Hamlet gelesen haben, verstehen diesen Punkt? Die Sinnlosigkeit der Rache an seinem Onkel und seiner Mutter ist so klar erkennbar. All diese Emotionen, denen wir in unserem Leben so viel Bedeutung zumessen und mit denen wir unser Leben so stark identifizieren, sind nichts als Verschwendung und völlig nutzlos. Damit verschwenden wir nur unsere Energie. Aus diesem Grund hat Shakespeare dieses Drama geschrieben. Es ist ein Spiel. Wenn ihr euch das Stück anseht, identifiziert ihr euch vielleicht mit Hamlet oder mit einer der anderen Personen und denkt möglicherweise darüber nach, an wem ihr euch  noch rächen könntet?” Dann stellt ihr eine gedankliche  eine Liste der Personen zusammen und seid in diesem Augenblick ‚Hamlet’. Ihr werdet nicht Shakespeare sondern Hamlet. „Wie vielen Menschen muss ich noch etwas zurückzahlen? Wie vielen muss ich noch wehtun? Wie soll ich es angehen? Soll ich das Drama so inszenieren, wie er es getan hat?“ Oder ihr könntet euch auch mit der Dame identifizieren und würdet dann die Person werden, die getötet wird. Es steht euch natürlich frei jede dieser Rollen anzunehmen, anstatt zu jener tiefen Persönlichkeit zu werden, die dieses Spiel geschaffen hat.

[…] Ihr müsst wissen, dass ihr von Gott erschaffen wurdet. Ihr habt euch nicht selbst erschaffen. Gott hat die Evolution beginnend von der Amöbe bis zum Menschen vorangetrieben. Er hat euch auf diese Stufe gebracht und Er wird euch das höchste Absolute gewähren. Er wird das für euch tun, das ist Sein Job. Es ist nicht euer Job. Angenommen ihr denkt an einen bestimmten Fall – nehmen wir z.B. Menschen die an soziale Ungerechtigkeit glauben und sie aufrechterhalten wollen. Was sollen wir im Fall von sozialer Ungerechtigkeit machen? Was ist die größte Kraft? Was ist die größte Kraft auf dieser Erde? Diese Kraft, die alle anderen Kräfte managt, ist die Kraft Gottes. Heutzutage ist die Zeit gekommen, in der ihr diese Kraft erreichen und es mit ihrer Hilfe ausarbeiten könnt. Hört auf damit, es mit Hilfe eures Intellekts versuchen zu wollen, das bringt euch nur weitere Probleme. Wenn ihr soziale Ungerechtigkeiten auf dieser Ebene mit Hilfe eures Intellekts ausarbeiten wollt, wird das niemals von Erfolg gekrönt sein. Es wird einfach zu kurz greifen. Aus diesem Grund ist alles schief gegangen. Die Kraft, die das gesamte Universum kontrolliert, jeden Teil, jedes Partikel und jedes Atom davon – das ist die Kraft Gottes. Das ist die Kraft der göttlichen Liebe. Aus Seiner Liebe heraus schenkt Er euch alles Schöne und entfernt alles Hässliche. Es kann allerdings auch sein, dass Er euch aus diesem Grund sogar töten muss. Es kann auch sein, dass Er zerstören muss. Das ist Seine Kraft. Es ist nicht eure Kraft jemanden zu zerstören. Ihr habt kein Recht zu zerstören. Es ist vielmehr Seine Kraft, die euch zerstören kann.

Heute hat Mich jemand angerufen und gesagt: „Mutter, ich habe die Selbstverwirklichung bekommen und seither sind all meine Sorgen verschwunden. Ich war vollkommen entspannt, die kühle Brise strich über meine Hände und ich habe mich wesentlich besser gefühlt. Aber jetzt nimmt die Anspannung allmählich wieder zu. Daher möchte ich gerne wissen, ob meine Selbstverwirklichung nur vorübergehend hält?“

Die Selbstverwirklichung ist nichts Vorübergehendes, aber deine Zeit (Anm.: sie zu etablieren) ist befristet. Wie viel Aufmerksamkeit hast du für dich selbst verwendet? Angenommen ein Gast kündigt sich an und du verschließt alle Türen. Wird er dann betteln, dass du ihn hineinlässt? Angenommen er kommt in dein Haus, aber du empfängst ihn nicht mit der ihm gebührenden Hochachtung. Der Spirit ist das Höchste Absolute. Wird der Spirit seinen Sitz in Meinem Herzen einnehmen, wenn Ich ihm diese höchste Position nicht zugestehe? Wenn Ich mir nicht vergegenwärtige, dass Er das Höchste Absolute ist, dass Ich ihm die volle Aufmerksamkeit widmen muss und anstelle dessen meine Aufmerksamkeit an andere Dinge verschwende? Wird Er sich dann im Herzen etablieren? Wie viel Aufmerksamkeit habt ihr eurer Selbstverwirklichung gewidmet? Ihr glaubt, dass sie etwas Selbstverständliches ist. Aber was habt ihr danach getan? Der Spirit ist mit einem einzigen Menschen nicht sehr glücklich. Wenn er beginnt, sich durch euch zu manifestieren, dann ist das wie bei dem Licht einer Lampe, das auch auf einem erhöhten Platz stehen möchte. Er möchte einen Platz, von dem Ihn ein jeder sehen und dadurch seinen eigenen Spirit erleuchten kann. Er möchte Seine Gesellschaft und sucht seine Kollektivität. Wenn das nicht gegeben ist, wird es wieder vergehen. Wenn ihr die Liebe der anderen Sahaja Yogis nicht genießen könnt, werdet ihr es nicht erreichen können. […]

All diese Dinge sind in uns zu finden. Ich spreche von euch und nicht von anderen. Ich will, dass jeder von euch in sich geht und zu erkennen versucht, welche Probleme er hat. Das sollen nicht nur jene machen, die von Sahaja Yoga begeistert sind. Ihr müsst wissen, dass einige von euch wirklich schwerwiegende Probleme haben. Ich habe euch das noch nie gesagt, aber einige unter euch haben einen schnell wachsenden Krebs in sich und Ich mache Mir deshalb ernsthaft Sorgen. Einige von euch haben ernste körperliche Probleme, von denen Ich euch noch nichts erzählt habe und andere haben sehr ernste mentale Probleme. Ihr müsst diese Dinge erkennen und euch selbst korrigieren. Wie Ich schon gesagt habe, Ihr müsst euch selbst lieben und verstehen, dass ihr Heilige seid. Es geht nicht an, dass ihr herumspielt und das kostbare Gut, das euch anvertraut wurde durch Leichtlebigkeit und Verantwortungslosigkeit gefährdet. Indem der Spirit in euch erleuchtet wurde, wurde ein kostbares Vertrauen in euch gesetzt. Ihr seid jetzt das Licht für den Rest der Menschen auf dieser Welt, die noch immer in Dunkelheit wandeln. Haltet euer Licht hoch! Haltet es rein. Es wurde euch geschenkt und ihr seid etwas Besonderes. Ihr habt diese große Gnade erhalten. Wollt ihr wirklich all die Schönheit verschwenden, weil euer Licht nicht durch eure schmutzigen Panele dringt? Wir müssen darüber nachdenken und ihr solltet euch zumindest so weit fangen, dass es funktionieren kann. Stellt euch dieser Herausforderung. Ihr wollt euch rechtfertigen, das ist nicht… [unklar]. Wer fordert Erklärungen von euch? Ich bin eure Mutter und Ich liebe euch, was gibt es da zu erklären! Sollte euch etwas Schlimmes widerfahren werde Ich mein Möglichstes tun, um euch zu retten. Ich werde euch immer lieben, sogar wenn ihr Mich schlagt oder tötet. Welche Rechtfertigungen wollt ihr Mir also anbieten? Ich müsst euch nicht rechtfertigen, meine Kinder. Es geht aber darum, was ihr euch selbst antut. Das macht Mich betroffen. Es geht darum, was ihr euch selbst antut. […]