Ansprache zu den Sahaja Yogis, Europa, die Leber, wie man liebt

Paris (France)


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20.06.1981 – Ansprache zu den Sahaja Yogis, Europa, die Leber, wie man liebt; Paris

Die französischen Yogis haben eine Liste mit Fragen übergeben. Die erste ist, wie man andere lieben soll. Die zweite betrifft das Swadisthana Chakra, die Funktion der Leber und die Rolle Europas in der Welt und die Probleme des Swadisthana Chakras.

Ungefähr 42 Minuten nach dem öffentlichen Programm spricht Shri Mataji zu den Yogis. (47:02):

Ich habe erzählt, dass Europa die Leber der gesamten Welt ist und daher war die erste Frage, wie wir uns um unser Swadisthana Chakra kümmern sollen. Die Aufgabe der Leber ist es, sämtliche Giftstoffe zu eliminieren, die für das Wachstum eines Wesens abträglich sind. Giftstoffe gibt es auf allen möglichen Ebenen. Die Aufgabe Europas ist es daher, alle Gifte zu eliminieren, die für die Gesellschaft schädlich sind. Ich muss sagen, dass ihr in diesem Land großartige Menschen hattet, vor denen Ich enormen Respekt habe. Einer von ihnen war Emile Zola, der die Perversionen des menschlichen Verstandes sehr deutlich beschrieben hat und auch, wie diese Gifte aufgenommen werden.

In seinem Roman ‚Nana’ hat er beschrieben, wie der Mensch in einer sehr dekadenten und perversen Gesellschaft zum Narren gemacht wird. Er beschrieb einen Gentleman, jemand wie Aristoteles und wie dieser völlig verdummen kann, wenn er versucht, seine lüsternen Neigungen auszuleben. Und er beschrieb die vier Seiten einer Frau, z.B. wie sie eine sehr gute Frau, aber auch wie sie eine schreckliche Persönlichkeit sein kann. Dann wäre da noch Maupassant, ein weiterer großartiger Schriftsteller. Ich las seine Bücher, als Ich noch sehr jung war, so mit 13 oder 14 Jahren. Auch er hat das Gift in der Gesellschaft sehr gut auf den Punkt gebracht. In Frankreich lebten auch viele realisierte Seelen, die religiöse Werke geschrieben haben.

Johanna von Orleans ist ein weiteres Beispiel für eine sehr kraftvolle Frau. Sie besaß die Kraft der Unschuld. Sie war die Tochter eines gewöhnlichen Bauern, der es mit Hilfe ihrer Unschuld gelang, eine ganze Armee zu kontrollieren. Bei der Betrachtung dieser Persönlichkeit darf man den Schwerpunkt nicht so sehr darauf legen, ob sie erfolgreich war oder nicht. Vielmehr müssen wir bei solchen Personen erkennen, wie sie in ihrem Leben sehr kühn und klar die Existenz des Göttlichen und die Reinigungskraft der Leber zeigten.

Im Menschen gibt es viele verschiedene Arten von Giften. Die erste Gruppe betrifft den physischen Körper. Wenn man Giftstoffe zu sich nimmt, wird die Vitalität der Leber allmählich schwinden. Um die universelle Leber herauszufordern, begannen die Menschen Wein und andere alkoholische Getränke zu erzeugen. Dabei ist der Wein und Alkohol durchaus unterschiedlich zu sehen. Dieser Wein und Alkohol, den wir gewöhnlich in Europa trinken, schädigt sowohl unsere eigene, als auch die universelle Leber. Unsere Leber steht symbolisch für die Leber des Urwesens, oder man könnte auch sagen, dass unsere eigene Leber wie eine Zelle in der großen, der europäischen Leber, wirkt. Die Verantwortung der Europäer liegt also darin, die Giftstoffe dieses Universums auszusondern. Sie sollen sie nicht konsumieren und dann auch noch damit prahlen. Europa ist also die Leber dieser Welt und sie könnte auch in Ordnung sein. Mittlerweile haben sich jedoch bereits so viele Gifte in diesem Land festgesetzt, dass die Menschen sie nicht mehr zu überwinden vermögen.

Da die Leber unsere Aufmerksamkeit (Bewusstsein) unterstützt, wirkt das ein Teufelskreis. Ihr müsst versuchen eure Leber rein zu halten, denn Drogen wie Alkohol schädigen sie und tragen zur generellen Abstumpfung und Trägheit bei. Gerade diese Abstumpfung hilft euch der Realität des Alltags zu entfliehen und aus diesem Grund greift ihr dann noch vermehrt zu diesen Mitteln. Daran krankt das ganze europäische System. Auf diese Weise flüchten sich die Menschen in eine Traumwelt. Durch ihren Alkoholkonsum wird das Unterbewusstsein geschärft und ihr Leben spielt sich immer mehr im Unterbewussten ab. Ihr wisst, dass das Unterbewusstsein mit Sex beginnt (Muladhara Chakra). Wenn man sich in diese Richtung bewegt, geht es ins Extrem und im Zuge dieses Abstieges kommt es unweigerlich zu sexuellen Fixierungen.

Warum waren alle Propheten gegen Alkohol? Der Grund dafür ist, dass wir infolge des Alkoholkonsums beginnen unsere menschlichen Qualitäten zu verlieren. Damit beginnt dieser Teufelskreis. Dann versuchen sie Kompromisse einzugehen und sagen: ‚Was ist schon dabei, wenn wir nur ein bisschen Alkohol trinken?’ Wenn wir mit diesen Giftstoffen unser Dharma, d.h. die Aufrechterhaltung unserer menschlichen Basisqualitäten und unsere Gesundheit stören, zerrütten wir gleichzeitig unsere Grundlagen, unsere Basis. An diesem Punkt des Konfliktes beginnen sie dann über Gott und Religion nachzudenken, aber ihre Gedanken sind dann durch die Belastung der Leber bereits verzerrt.

Nehmen wir beispielsweise den asketischen Lebensstil (Anm.: z.B. mönchisches Leben). In diesem Land ist doch der Katholizismus sehr verbreitet. Bezüglich des Alkoholgenusses haben sie jedoch keinerlei Einschränkungen. Zu Beginn gab es welche, aber mit der Zeit wurde es immer lockerer. Aber wenn euer Bewusstsein erst einmal gestört ist, werden auch eure sexuellen Vorstellungen gestört sein und ihr beginnt Kompromisse zu schließen. Auf diese Weise kommt es zu einem seltsamen Konflikt im Menschen. Einerseits sollen die Mönche asketisch leben, aber gleichzeitig konsumieren sie Alkohol, wodurch ihre sexuellen Tugenden verloren gehen und dann wissen sie nicht mehr, was sie mit ihnen anfangen sollen. Obwohl Nonnen oder andere zölibatär lebende Menschen nach außen hin ihre künstliche, asketische Lebensweise aufrechterhalten müssen, sind sie innerlich doch stark gestört.

Einmal habe Ich einen Freund meines Mannes ganz frei heraus gefragt, was passiert, wenn er betrunken ist. Er sagte: ‚Dann sehe ich die Frauen und ihren weiblichen Körper mit ganz anderen Augen. Ich respektiere sie nicht mehr als Schwestern oder Mütter, sondern begehre sie als Frau. Der Mensch fällt infolge des Alkoholmissbrauchs also auf eine tierische Stufe zurück und nimmt alle Wesen anderen Geschlechts grundsätzlich als potentielle Sexualpartner wahr. Damit geht die Schönheit der menschlichen Evolution in Bezug auf Eheleben, Unschuld und Respekt vor den Frauen verloren. Der Freund meines Mannes erzählte Mir außerdem, dass einige Freunde von ihm im berauschten Zustand sogar ihre leiblichen Schwestern begehrten. Die Väter begehren ihre Töchter und die Mütter begehren ihre Söhne. Im Menschen hat sich im Laufe der Evolution bei der Entwicklung der menschlichen Gesellschaften ein außergewöhnliches Gespür für die verschiedenen Beziehungen in unterschiedlichen Abstufungen entwickelt. Diese besondere Anlage kann aber auch wieder verloren gehen.

Wenn das in einem Menschen passiert, beginnt er in sich gegenüber anderen Menschen minderwertig zu fühlen. Oder er spürt, dass er einen Fehler gemacht bzw. eine Sünde begangen hat und fühlt sich irgendwie schuldig. Damit beginnt der Kampf gegen sein eigenes Wesen, gegen seine eigenen menschlichen Basisqualitäten. Er kämpft gegen seine eigenen Sinn für Reinheit und dann beginnt er sich auf der Basis neuer Prämissen aufzubauen und sagt: ‚Ich habe nichts falsch gemacht. Diese Gedanken sind völliger Blödsinn und man sollte nicht an so etwas glauben!’ Es ist wie bei einem Dieb, der nach drei oder vier Diebstählen zum Räuber wird. Er will nicht die ganze Zeit mit seinem inneren Konflikt leben und setzt sich mit dieser Schlussfolgerung darüber hinweg. Das Problem ist nur, dass dadurch das Selbstvertrauen sehr, sehr schwach wird, wenn die Leber erst einmal beeinträchtigt ist.

Als Mutter will Ich niemandem die Schuld daran geben. Ich sollte die Schuld auf Mich nehmen. Zwar sind alle Propheten, die auf diese Erde gekommen sind, gegen den Alkoholgenuss aufgetreten, aber sie hätten auch ganz klar erklären sollen, dass diese Alkoholika Gifte und die Erfindung einiger Teufel sind. Diese Leute schafften es, sie zu fermentieren und schufen sie, um diese Welt zu zerstören. Angenommen die Propheten hätten gesagt, dass das eine Atombombe ist. Dann hätte es niemand angerührt, aber sie haben es nicht gesagt. Sie haben nur gesagt, dass ihr keinen Alkohol trinken sollt. Aber indem sie es nur sagten, schufen sie für die Menschen ein Problem. Sagt man ‚nein’ zu ihnen, machen sie es trotzdem zehn Mal – so sind Kinder eben. Und wenn es erst einmal Gewohnheit geworden ist, dann gibt es kein Zurück mehr.

Christus hat beispielsweise nicht darüber gesprochen. Er hat nicht gesagt, dass man keinen Alkohol trinken soll. Er hatte auch eine völlig andere Aufgabe. Auch Shri Krishna und Shri Rama haben diesbezüglich nichts gesagt. Außer den Urmeistern hat sich keine der anderen Inkarnationen gegen Alkohol ausgesprochen. Und genau jene Leute, denen die Propheten (Urmeister) gesagt haben, dass sie keinen Alkohol trinken sollen, wurden dann die größten Trunkenbolde. Die Europäer, die eigentlich die ‚Leber’ sind, sind sich dessen vollauf bewusst. Was ihren Guru anbelangt war ihr Gewissen nicht rein und deswegen brachten sie es zum Schweigen, indem sie auf ihr Ego hörten und dem Alkohol noch mehr frönten.

Kommen wir jetzt zu den Muslimen. Mohammed hat ganz klar gesagt, dass Muslime keinen Alkohol trinken sollen. Er sagte, dass man sich nicht in einen Rauschzustand versetzen soll. Später begannen die Muslime dann zu rauchen und sagten, dass Mohammed nie gesagt hat, dass man nicht rauchen darf. Zur Zeit Mohammeds gab es auch noch keine Zigaretten und Er wusste nicht, dass die Menschen nach ihm Rauchwaren konsumieren würden. Er wusste nicht, dass es einmal Drogen wie LSD oder Bhang (Anm.: indischer Begriff; besteht aus den Blättern unkultivierter Hanfpflanzen mit geringem Harzgehalt) und all diesen Unsinn geben würde. Sonst hätte er gesagt, dass man kein Bhang und keine Charas (Anm.: indischer Begriff; aus den Spitzen reifer, kultivierter Hanfpflanzen hergestellt = Haschisch) und all diese Dinge konsumieren soll. Man soll solche Dinge nicht zu sich nehmen, weil es sich um Gifte handelt. Diese Gifte schädigen euer Bewusstsein und dadurch wird eure Gesellschaft verdorben. Mohammed hat die Menschen damals für weiser gehalten und nicht gedacht, dass sie das tun würden.

Ich sollte erwähnen, dass es all diesen großen Inkarnationen nicht wirklich gelang, die Menschen zu verstehen. Sie konnten nicht verstehen, dass sie so kindisch und so dumm sein können. Außerdem mussten sie sich noch um viele andere Dinge kümmern. Aber eine Mutter versteht das und darum kann sie es auch verzeihen. Sie weiß, dass man es ihnen ganz deutlich sagen und erklären muss. Man muss ihnen eine ausführliche Beratung geben, damit sie es verstehen.