Öffentliches Programm – Wo ist die Wahrheit?

Caxton Hall, London (England)


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Öffentliches Programm – Wo ist die Wahrheit?

Shri Mataji beantwortet Fragen:

[…] Shri Mataji: Gut, jetzt können die neuen Leute und auch jene, die schon länger bei Sahaja Yoga sind, Fragen stellen. […]

[Jemand stellt eine Frage / Wortlaut unverständlich].

Shri Mataji: Gute Idee. Sie haben ihre Selbstverwirklichung schon das letzte Mal bekommen. Das Problem ist nur, dass es sich dabei um ein kollektives Geschehen handelt. Viele Menschen haben bereits ihre Selbstverwirklichung bekommen, aber das ist kein individuelles Ereignis. Wir alle sind Teil eines größeren Ganzen. Nehmen wir an, dass ein Finger erleuchtet wird. In diesem Fall wäre es am besten, wenn dieser Finger versuchen würde, auch die anderen Finger zu erleuchten. Dadurch würden auch seine eigenen Kräfte zunehmen. Warum sollte Gott Seine Kräfte an jemanden übertragen, der sie für sich behalten will? Eure Kräfte werden erst dann zunehmen, wenn ihr beginnt, sie an andere weiterzugeben. Es ist wie mit einem geschlossenen Raum. Wenn ihr nur eine Tür öffnet, wird kaum frische Luft hereinströmen, aber wenn ihr eine weitere Tür öffnet, wird die Luft zu zirkulieren beginnen. Genauso ist es auch, wenn ihr damit beginnt, die Kundalini in anderen Menschen zu heben. Ihr könnt sofort damit beginnen und müsst keine Angst haben, ihr könnt es! Ihr werdet ganz leicht hineinfinden und euch dadurch spirituell weiterentwickeln können. All jene, die alleine daran arbeiten und so große spirituelle Höhen erreichen wollen, werden nicht weit kommen. Ich finde, dass solche Menschen schlimme Schattenseiten haben. Mischt euch unter die anderen Menschen, teilt es, teilt es immerzu und gebt anderen die Selbstverwirklichung.

All jene, die die Selbstverwirklichung an andere weitergegeben haben, sind sehr weit gekommen. Jene, die sich darüber Gedanken machen, wie sie anderen die Selbstverwirklichung weitergeben können, entwickeln sich viel schneller, als die, die zu Hause sitzen und jeden Tag fünf Stunden meditieren. Das ist nicht nötig. Es genügt, wenn ihr euch etwas reinigt. Dazu genügen zehn bis fünfzehn Minuten am Tag. Leider richten viele ihre Aufmerksamkeit nur auf sich selbst. Sie denken immerzu, dass sie sich reinigen müssen und was sie nicht alles tun müssen. Solche Menschen kommen in Sahaja Yoga nicht sehr weit. Alle die für andere etwas tun wollen, die mit anderen Menschen über Sahaja Yoga sprechen wollen, kommen viel besser voran.

Ich würde sagen, dass die Australier diesbezüglich viel besser als die Engländer sind. Vielleicht liegt es an ihrem Temperament. Vielleicht sind sie auch nicht so verschlossen. In Australien diskutieren sie mit ihren Freunden ganz offen über Religion. Im Gegensatz zu hier gibt es dort diesbezüglich keinerlei Tabus. Ich glaube, dass in England niemand über Religion diskutiert. Sie debattieren über ihre Pubs und über jeden möglichen Unsinn und Schmutz, aber nicht über Religion. Das ist hier nicht üblich. Sie haben eine Etikette. Aufgrund ihrer Umgangsformen können sie nicht darüber sprechen und kommen deshalb auch nicht weiter. Wenn euch eure Freunde besuchen, könnt ihr mit ihnen über die neuesten Weinsorten sprechen, was es am Markt gibt und all das, darüber wollen sie reden. Aber ihr könnt nicht über Religion und über eure Erfahrungen in Sahaja Yoga sprechen, das ist das Problem. Das empfinden sie als anrüchig.

Es geht aber darum, dass diese Dinge geteilt werden müssen. Darum könnt ihr nur mit Sahaja Yogis über Sahaja Yoga sprechen. Es zirkuliert unter den Sahaja Yogis. Sonst will niemand etwas darüber hören. Und auch wenn man ihnen etwas darüber erzählen will, sagen sie: ‚Oh, du musst uns nichts darüber erzählen, wir sind nicht interessiert!‘ Das ist eine komische Situation. Einmal habe Ich einen Herrn kennen gelernt, der sich von seiner Frau scheiden ließ. Sie hat irgendwo ihre Selbstverwirklichung bekommen und er ohne ihr Wissen an einem anderen Ort. Irgendwo haben sie sich dann in einer Gruppe wieder getroffen. Jeder fragte den anderen warum er hier sei und beide sagten, dass sie ihre Selbstverwirklichung bekommen haben. Darauf fragte sie ihn, warum er ihr nie etwas darüber gesagt hat, worauf er antwortete, dass sie ja nie über Religion sprechen wollte. Letztendlich ließen sie sich scheiden. Wenn sie beide darüber gesprochen hätten, dann hätten sie sich niemals scheiden lassen. Er dachte, dass seine Frau keine Sucherin ist und ließ sich scheiden und sie dachte, dass er kein Sucher ist. Jeder von ihnen bekam seine Selbstverwirklichung an einem anderen Ort und beide wussten nichts vom anderen, auch wenn sie gespürt haben, dass die Vibrationen des anderen in Ordnung sind. Er dachte, dass seine Frau sehr materialistisch ist und sie dachte das gleiche von ihm. Es gab ein Missverständnis und sie haben nie darüber gesprochen, obwohl man über so etwas sprechen sollte. So kam es schließlich zur Scheidung, aber jetzt wollen sie wieder heiraten.

Das ist einer der Gründe, warum Ich glaube, dass Sahaja Yoga in diesem Land nicht funktionieren wird. Ihr könnt es bestenfalls euren Kindern erzählen. Manchmal werdet ihr vielleicht nicht einmal mit euren Eltern darüber sprechen. Alle die es versucht haben, haben auch versucht ihre Verwandten hierher mitzubringen. Aber nur ihre Verwandten und nicht ihre Freunde. Mit euren Freunden könnt ihr ja nicht darüber sprechen. Ist das nicht komisch? Ich hoffe, dass sich das in dieser Gesellschaft allmählich ändern wird und die Menschen eines Tages darüber Bescheid wissen werden. In Australien haben sie ein siebentägiges Programm veranstaltet. Ich habe das dort gesehen und es war sehr interessant. Sie veranstalteten ein siebentägiges Programm im Ashram und an einem Tag hatten sie ein öffentliches Programm. Zu diesem Programm sollte jeder Sahaja Yogi vier neue Leute mitbringen. Sie durften gar nicht kommen, wenn sie an diesem Tag nicht vier neue Leute mitbrachten. In diesem Fall durften sie auch nicht zu Mutters Programm kommen und auch keine Reden auf Band hören.

Ich habe gesehen, dass das in Australien anders ist. Die Menschen sind dort viel offener. Vielleicht hängt das mit dem Klima zusammen oder weil sie sich hier vor den anderen fürchten oder was auch immer. Hier gibt es Tabus, sie haben Umgangsformen, aber in Australien halten sie nicht viel davon. Vielleicht wird das jetzt auch hier anders. Sie haben angekündigt, dass man sich aufgrund der eng sitzenden Kleidung nicht mehr an bestimmte Höflichkeitsformen halten muss. Vielleicht geht es in diese Richtung. Ich hoffe, dass ihr dann mit den Menschen, wenn schon nicht über Religion, dann wenigstens über die Suche sprechen könnt. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum die Menschen nicht darüber sprechen können. Aber trotzdem solltet ihr so vielen Menschen wie möglich erzählen, welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Das ihr jemand kennen gelernt habt und dies und das. Ihr werdet erstaunt sein, wie eure Vibrationen zunehmen. Man könnte es mit einem Raum vergleichen. Je größer der Saal, desto stärker muss er ausgeleuchtet werden. Wenn der Raum kleiner ist, benötigen wir nicht so viel Licht, oder? Genauso ist es, wenn ihr es in einem größeren Rahmen betreibt. Ich habe euch schon davon erzählt, dass wir in Indien einen Herrn haben, der zehntausend Menschen die Selbstverwirklichung gegeben hat. Hillary und James (?) haben in Cambridge auch sehr vielen Menschen die Selbstverwirklichung gegeben. Interessant ist, dass sie Chilenen sind. Chilenen halten nichts von eurer Etikette. Daher hat es mit ihnen funktioniert. Das ist der einzige Weg, wie ihr wirklich spirituell wachsen könnt.

[Jemand stellt eine Frage / Wortlaut unverständlich].

Shri Mataji: Natürlich, das ist sehr wichtig. Natürlich müssen sie sich selbst reinigen. Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Techniken und Methoden. Ich möchte diesbezüglich eine sehr schöne Broschüre verbreiten, die von den Australiern gestaltet wurde. Darin werden Reinigungstechniken beschrieben, mit denen man die Chakras reinigen kann. Das ist sehr wichtig. Natürlich müsst ihr euch selbst reinigen, (solltet es damit aber auch nicht übertreiben). Angenommen Sie putzen jeden Tag ihr Auto und benutzen es dann gar nicht. Im Laufe der Zeit wird der Wagen trotzdem zu Schrott werden. Das wäre ein zutreffender Vergleich. Warum reinigen Sie sich? Was ist Ihr Problem? Angenommen wir putzen täglich unser Haus und all das und niemand kommt zu Besuch, nicht einmal eine Ratte. Welchen Sinn hätte dieses Haus? Wenn wir die Lampen putzen, sollten sie zur Beleuchtung verwendet werden, sonst hat die Reinigung keinen Sinn. Das Ganze muss einen Sinn haben.

Das gleiche gilt auch für euch selbst. Einige Menschen meditieren einfach ein wenig. Aber wozu meditieren sie? Ich verstehe das nicht. Warum meditieren sie? Sie gehen zu diesen Gurus, die ihnen sagen, dass sie zu Hause meditieren sollen. Und das nächste Mal sollt ihr Mir dann euer ganzes Geld bringen und wieder nach Hause gehen und meditieren? Wenn ihr dann kein Geld mehr habt, sollt ihr euer Haus verkaufen, Mir das Geld geben und weitermeditieren? Dann sollt ihr vielleicht noch euer Auto und was sonst noch verkaufen. Schließlich steht ihr auf der Straße und meditiert. Das ist nicht der Weg! Für manche Menschen ist das Meditieren zu einer Art Zeitvertreib geworden. ‚Die Pub Besuche sind zu teuer, meditieren wir lieber ein bisschen.‘ Diese Art von Meditation hat keine Bedeutung. Meditation bedeutet, dass ihr in Meditation sein müsst. Das ist ein Bewusstseinszustand, in dem ihr spürt, welche Energiezentren Probleme haben. Dann könnt ihr eure Chakras mit dem richtigen Verständnis reinigen und euren Zustand nutzen, um es an andere weiterzugeben. Wenn ihr das macht, wird es besser funktionieren. Der Zustand eures subtilen Instruments wird sich dadurch stark verbessern. Man muss die Sache auf zweifache Weise angehen, versteht ihr das?

[Jemand stellt eine Frage / Wortlaut unverständlich].

Shri Mataji: Natürlich! Das ist das absolute Minimum. […] Nein, das würde Ich nicht behaupten. Sehen sie, die Selbstverwirklichung beginnt zuerst durch eine lineare Bewegung der Kundalini. Es hängt davon ab, welche ihrer Chakras Blockaden haben. Angenommen jemand leidet an einem Nabhi Problem. Man sollte sich nicht darauf ausreden, dass all das auf einer anderen Bewusstseinsebene stattfindet. Jemand hat ein Nabhi Problem. Ein ganz bestimmtes Problem. Jemand anderer hat wiederum ein anderes Problem. Die neue Bewusstseinsebene kommt erst ins Spiel, wenn wir die erste Ebene erreichen, das Nirvichara Samadhi (Anm.: gedankenfreies Bewusstsein). Allerdings muss man nicht unbedingt die Selbstverwirklichung bekommen haben, um gedankenfrei werden zu können. Das ist auch zuvor schon möglich, auch wenn man diesen Zustand nicht halten kann.

Wenn die Kundalini durch das Agnya Chakra dringt, etabliert sich das gedankenfreie Bewusstsein (Nirvichara Samadhi). Auf dieser Stufe kann man Menschen heilen, aber die Kundalini kann man in anderen noch nicht erwecken. Erst wenn Sie ganz durchgedrungen ist, kann man Sie auch in anderen Menschen heben. Wenn sich dieser Zustand etabliert und ihr diesbezüglich völlig frei von Zweifel seid, erreicht ihr wieder eine neue Bewusstseinsebene und seid für neue Erfahrungen bereit. Davor funktioniert das noch nicht. Mittlerweile haben wir eine kleine Gruppe von Leuten, die als nächstes diese Stufe nehmen muss, um in das Nirvikalpa Samadhi, das zweifelsfreie Bewusstsein einzutreten.

Aber solange ihr diesen Bewusstseinszustand noch nicht erreicht habt, könnt ihr auch den dazugehörigen Erfahrungen nicht ausgesetzt werden. Ihr würdet sie nicht mögen und ihnen aus dem Weg gehen. Der Grund dafür ist, dass die Wahrheit ziemlich kompliziert sein kann. Wir können das Nirvikalpa Samadhi als zweite Ebene bezeichnen. Die erste Ebene (Nirvichara Samadhi) bedeutet gedankenfrei bewusst zu werden, die Vibrationen zu spüren und anderen die Selbstverwirklichung weitergeben zu können. Aber Nirvikalpa ist etwas anderes. In diesem Bewusstseinszustand seid ihr euch immerzu der Wahrheit bewusst (Anm.: das man in Wahrheit der Spirit ist – unsterbliches, seliges Bewusstsein), egal was euch auch passieren mag. Das ist ein sehr hoher Bewusstseinszustand und ihr müsst ihn erreichen. Ich könnte es so erklären: In diesem Bewusstseinszustand seid ihr so feinfühlig, dass ihr sofort spürt, wenn etwas nicht stimmt. Ihr wisst augenblicklich von wo die Negativität kommt, wie die Attacke geführt wird und wie andere davon betroffen sind. Unter den hier anwesenden Sahaja Yogis haben schon ziemlich viele diesen Zustand erreicht. In diesem Zustand kann man diese neuen Erfahrungen viel besser verkraften. Wenn ihr ins Nirvikalpa Samadhi aufsteigt, wird eure Selbstverwirklichung vervollkommnet. In diesem Zustand seid ihr immer voller Vertrauen und Zuversicht und habt keine Angst, dass ihr Negativität oder Blockaden von anderen Menschen aufnehmen könntet. So eine Person beunruhigt es nicht, egal ob sie nun catcht oder ob irgendetwas anderes geschieht. Solche Leute kommen (mit ihren Problemen) nicht zu Mir. Wir haben bereits einige Leute von diesem Kaliber. Von kann Ich sagen, dass ihre Selbstverwirklichung vollkommen ist. Sie können sogar die Elemente kontrollieren. Wir haben ein paar solcher Yogis. Über dieser Ebene befindet sich dann nur noch die Gottesverwirklichung. Ihr seht, dass es auch hier drei Ebenen gibt. Lasst uns aber jetzt ganz am Anfang beginnen. Ich bin sicher, dass es funktionieren wird. Ich bin jetzt schon sieben Jahre hier (Anm.: in London), aber einige von denen, die Nirvikalpa erreicht haben, sind noch nicht einmal ein Jahr dabei.

Es kann also sehr schnell gehen. Wenn die Anzahl der Sahaja Yogis wächst, wächst auch die Qualität und der Aufstieg auf höhere Ebenen wird leichter. Je mehr Menschen diesen Weg einschlagen, desto schneller könnt auch ihr wachsen. Wenn es nur ganz wenige gibt, ist es viel schwieriger. Ihr müsst wissen, dass Ich mich in England vier Jahre lang mit nur sechs Leuten abgemüht habe. In Indien musste Ich Mich zwei Jahre lang ununterbrochen um Meine ersten Schüler kümmern, bis sie reif für ihre Selbstverwirklichung waren. Das waren die ersten zwölf Sahaja Yogis. Und heute könnt ihr alle eure Selbstverwirklichung so einfach bekommen.