Zeitungsinterview mit Shri Mataji von Stan Bostock vor der bevorstehenden USA-Tour,

London (England)

Upload transcript or translation for this talk

Zeitungsinterview mit Shri Mataji von Stan Bostock vor der bevorstehenden USA-Tour,

veröffentlicht in „Zireus“ im Mai 1983:

Das Ziel war, mit Shri Mataji Nirmala Devi über Ihre bevorstehende Nordamerika-Tour zu sprechen. Was dabei geschah ergibt erst jetzt, eine Woche später, einen Sinn.

Ich rief die Telefonnummer an, die mir die Anhänger von Shri Mataji in New York gegeben hatten, und klopfte eine Stunde später an die geschnitzte Tür eines fünfstöckigen Reihenhauses in Londons noblem Stadtteil Knightsbridge.

Die Tür wurde von einem jungen Inder geöffnet, der mich in einen Empfangsraum führte, der so reich verziert wie ein Schmuckkästchen war. Mit rosa Seide überzogene Möbel, Tische mit Elfenbeineinlagen, geschnitzte und vergoldete hölzerne Paravents und blassrosa Kristallleuchter.

Ich hörte Shri Mataji, bevor ich Sie sah. Sie fragte: „Wie geht es Ihnen? Wie geht es Amerika?“

Dann erschien die Dame, klein, mollig, mit langem, dunklem Haar, das frei herunterfiel, und einem Lächeln, das jegliche Abwehr wegzauberte. Es wurde Tee bestellt und ich wurde gebeten, Platz zu nehmen.

Bevor ich die erste Frage stellen konnte, fragte Shri Mataji: „Wissen Sie, was Chakren sind?“

Ich murmelte etwas über subtile Energiezentren entlang der Wirbelsäule.

„Das ist richtig“, sagte Sie und zeigte mit dem Zeigefinger auf Ihren Halsansatz: „Dieses Zentrum wird Vishuddhi genannt. Im Universum entspricht Nordamerika dem Vishuddhi. Australien ist das unterste Chakra, das Mooladhara. Indien ist die Kundalini, die alle Chakren miteinander verbinden kann.“ Sie zeichnete eine Linie von der Basis der Wirbelsäule bis zum Scheitel: „Aber Amerika ist das Vishuddhi. Ein sehr wichtiges Chakra.“

Dann berührte Shri Mataji den roten Fleck auf Ihrer Stirn. „Dieses Chakra“, sagte Sie, „ist das Agnya. Es wird von Jesus Christus regiert. Das Agnya bedeutet Vergebung. Es zeigt, dass der Geist (Atma) nicht zerstört werden kann, so wie Christus nicht zerstört werden konnte, sondern auferstanden ist, wie Sie wissen?“

Shri Mataji reflektierte einen Moment lang still über den auferstandenen Christus, dann stupste Sie mit Ihren Fingern wieder in Richtung Ihres Nackens.

„Die vorsitzende Gottheit des Vishuddhis, könnte man sagen, ist Lord Krishna. Das Vishuddhi steht für Diplomatie, Süße und Selbstwertgefühl, sowie für Kommunikation und Kollektivität. So wie euer Abraham Lincoln, er stand für Kollektivität. Abraham Lincoln war ein Heiliger – wussten Sie das? – eine selbstverwirklichte Seele. Ihr hattet viele große Männer in Amerika. Roosevelt sagte: „Armut irgendwo ist eine Bedrohung für den Wohlstand überall.“ Er erkannte dies sehr klar. Amerika ist so großartig. Es wird von Lord Krishnas Diskus beschützt.“

Shri Mataji hielt den Zeigefinger Ihrer rechten Hand hoch und drehte ihn, und ich schwöre, ich konnte eine helle, glitzernde Scheibe herumwirbeln sehen.

„Solange dieser Diskus da ist“, sagte Sie, „kann Amerika niemals eingenommen werden.“

„Könnte dieser Schutz jemals zurückgezogen werden?“ fragte ich.

Shri Mataji zuckte ausdrucksvoll mit den Schultern und hob die Augenbrauen hoch. „Vielleicht“, sagte Sie. „Wenn das Land der Diplomatie aufhören würde, diplomatisch zu sein, wenn das Land der Kommunikation schlechte Dinge kommunizieren würde, wenn das Land der Süße bitter werden würde, dann ja, vielleicht würde Lord Krishna den Schutz zurückziehen.“ Plötzlich lachte Sie. „Auf Meiner Reise werde Ich jedem erklären, wie man das verhindern kann.“

Ich fragte Shri Mataji, ob Sie Nordamerika nur besuche, um eine solche Warnung auszusprechen.

„Es gibt Menschen, die nach Geld suchen, nach Macht oder nach körperlicher Befriedigung“, antwortete Sie, „und dann gibt es Menschen, die all das schon gesucht haben und nun die Wahrheit suchen, ihren Geist suchen, oder Gott suchen. Es gibt sehr viele Sucher der Wahrheit in Amerika – große Sucher. Oh, wirklich großartige Sucher. Ich möchte sie treffen. Ich möchte ihnen zeigen, wie sie das bekommen können, wonach sie wahrscheinlich schon ewig suchen. Sogar mehrere ganze Leben lang. Nämlich ihre Selbst-Verwirklichung.“

„Was ist das genau?“ Ich hatte bisher noch keine einzige Frage von meiner sorgfältig vorbereiteten Liste gestellt.

Der Tee kam. Shri Mataji Nirmala Devi, die faszinierende Visionärin, verwandelte sich in Frau C.P. Srivastava, die aufmerksame Gastgeberin. Hatte ich die richtige Menge an Zucker und Milch? Würde ich ein Biskuit mögen? (Was sich als Keks herausstellte.)

„Die Selbst-Verwirklichung“, sagte Shri Mataji, „ist das Yoga, die Vereinigung. Die Verbindung des Mikrokosmos mit dem Makrokosmos, könnte man sagen. Das Erwecken der Energie namens Kundalini in jedem von uns.

Es gibt kein englisches Wort dafür. Sie sollten eines erfinden. Es gibt eine gute Aufgabe für Sie: Erfinden Sie ein gutes englisches Wort für Kundalini.

Die Verbindung dieser Energie mit der alles durchdringenden Energie Gottes – das ist es, was die Selbst-Verwirklichung ausmacht.“

„Was genau tut sie?“ Ich kam mir wie ein Narr vor angesichts der Naivität der Frage.

„Sie bewirkt eine Veränderung des Bewusstseins. Man kann Sie wie eine Kühle Brise spüren – kühle Vibrationen, könnte man sagen – über dem Kopf und auf den Händen. Es ist ein tatsächliches Ereignis! Keine bloße Selbstbescheinigung. Man sagt nicht nur: „Ich bin wiedergeboren.“ oder „Ich bin dies oder das.“ Sie werden tatsächlich dazu! Wenn Sie die Selbst-Verwirklichung wünschen und sie erlangen, dann werden Sie kollektiv bewusst, wahrhaft süß und wahrhaft diplomatisch. Ein echter Amerikaner, könnte man sagen.“ Und das fröhliche Lachen strömte in jede Ecke des Raumes.

Ich fragte Shri Mataji, ob Sie die Einzige sei, die diese Selbst-Verwirklichung geben könne.

„Oh nein“, kam die Antwort, „wenn Sie sie bekommen haben, können Sie sie an andere weitergeben.“

„Aber es scheint alles von Ihnen auszugehen“, sagte ich, „warum gerade von Ihnen?“

Shri Matajis Gesicht wurde ernst: „Soweit ich weiß“, sagte Sie, „bin Ich die Einzige, die es en-masse tun kann. In Indien bekamen es einmal 6.000 Dorfbewohner zur gleichen Zeit. Aber wenn es jemand anders kann, dann bin Ich gerne bereit, Mich zurückzuziehen. Ich bin sechzig Jahre alt.“

(Manchmal sieht Sie halb so alt aus.)

„Ich bin glücklich verheiratet. Ich habe ein schönes Haus, wie Sie sehen können. Es wäre gut, sich niederzulassen und das ständige Herumreisen zu beenden. Aber solange Ich niemanden finde, der das tun kann, liegt es an Mir, die Suchenden zu treffen und sie wissen zu lassen, wie sie dieses Geschenk erhalten können, das bereits ihr eigen ist, das ihr Recht ist – diese Verbindung mit Gott.“

„Kann ich dieses Geschenk bekommen?“ fragte ich.

Shri Matajis Augen tanzten. „Heben Sie Ihre Hand über Ihren Kopf“, sagte Sie.

Ich tat, wie mir gesagt wurde. Ich spürte eine schwache, wirklich schwache Kühle auf meiner Hand. Ich schaute mich um, um zu sehen, ob irgendwo ein Luftzug herkam, aber es gab keine Klimaanlage und die Fenster waren geschlossen.

„Spüren Sie es?“

Ich nickte zaghaft.

„Das ist der Anfang. Vielleicht haben Sie, während Sie Ihren Tee getrunken haben, zu sich selbst gesagt: ‚Diese Erfahrung möchte ich machen‘, und …“ – Shri Mataji schnippte mit den Fingern – „… schon haben Sie sie. Es kann nur geschehen, wenn Sie es sich wünschen. Geben Sie Mir Ihre Hand.“

Sie nahm meine Hand und begann, ein Kreuz auf der Handfläche zu zeichnen.

„Sie denken zu viel“, sagte Sie. „Ihr Verstand ist sehr beschäftigt, ständig denkend.“ Von diesem Moment an war er es nicht mehr. Er dachte fast gar nicht mehr.

„Zu viel Denken kann zu Diabetes führen. Es ist nicht der Zucker, der Diabetes verursacht, es ist das Denken. Nach der Selbst-Verwirklichung können wir Diabetes heilen. Und diese neue Sache, AIDS. Nach der Selbst-Verwirklichung können wir auch das heilen. Mit der Selbst-Verwirklichung werden Sie Ihr eigener Guru. Sie können Ihre eigenen Probleme und die der anderen diagnostizieren und sie heilen. Jeder, der seine Selbst-Verwirklichung bekommen hat und den Wunsch hat, seinen Geist zu entwickeln, kann heilen und geheilt werden.“

An diesem Punkt überkam mich eine Welle von höchstem Wohlbefinden. Es war keine Trance oder ein hypnotischer Zustand (diese habe ich auch schon erlebt) – es war ein Gefühl tiefen Friedens.

Ich bedauerte meine nächste Frage gleich wieder. Sie ließ das Lächeln auf Shri Matajis Gesicht verschwinden. „Wie viel werden Sie den Amerikanern für diese Erfahrung in Rechnung stellen?“

„Es ist Teil der Evolution“, antwortete Sie. „Es ist ein Geschenk der Liebe Gottes, der der Ozean der Liebe ist, der Ozean des Mitgefühls. Wie kann man dafür bezahlen? Gott versteht kein Geld. Wie kann man für seine Evolution bezahlen? Haben Sie dafür bezahlt, dass Sie von einer Amöbe zum Menschen wurden? Haben Sie dafür bezahlt, auf zwei Beinen zu stehen?

Wie auch immer, warum sollte Ich Geld wollen? Ich stamme aus einer wohlhabenden Familie. Mein Mann ist Generalsekretär der Internationalen Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen hier in London. Ich brauche kein Geld. Ich nehme kein Geld an.“

Shri Mataji ließ meine Hand los und lächelte.

„Ist es jetzt besser?“ fragte Sie.

Ich nickte.

„Das liegt daran, dass Ihr Gehirn nicht mehr so aktiv ist. Sie sind ausgeglichener, zentrierter und entspannter. Möchten Sie noch etwas Tee?“

Ich hielt meine Hand wieder über meinen Kopf. Die Kühle war noch immer da. Vielleicht sogar noch stärker.

„Es gibt so viele tiefe Sucher in Nordamerika“, sagte Sie, „Ich möchte sie unbedingt kennenlernen.“

Jetzt, fast eine Woche später, wenn ich mich still hinsetze, kehrt dieses Gefühl von Frieden und entspanntem Glück zurück. Ich hoffe, es wird nicht verschwinden.

Additional info about the interviewer:

(Stan Bostock wurde in Los Angeles geboren und arbeitet heute in Europa.

Er schreibt nicht nur Artikel und Interviews, sondern auch Fernsehspiele und Dokumentarfilme.)