Öffentliches Programm – Sucher der Freude(Auszüge)

Auditorium RAI del Foro Italico, Rome (Italy)

1983-09-10 Seekers of Joy, Rome, Italy, 97'
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 Öffentliches Programm – Sucher der Freude (Auszüge)

10.09.1983, Rom – 3

Es wurde gefragt, ob man asketisch oder losgelöst werden soll. Darüber gibt es sehr viel Verwirrung. Ihr denkt, dass jemand ein Asket ist, der die Kleidung eines Asketen trägt, seine Frau und seine Familie aufgegeben hat und sich in die Himalajaberge zurückgezogen hat. Aber das stimmt so nicht! Wenn er im Himalaja ein Lager errichtet und mit einem Schloss verschließt, ist er kein Asket. Dann ist er nur äußerlich ein Asket. Ihr jedoch werdet von innen heraus ein Asket und seid an nichts gebunden. In diesem Fall ist zwar alles da, aber ihr seid nicht daran verhaftet. Ich möchte euch eine Geschichte von Raja Janaka erzählen, der in Indien ein berühmter König war. Er wurde auch als Bidehi bezeichnet. Das Wort bedeutet ‚Asket‘. Er war ein König und wenn immer Er einen Ashram besuchte, standen die Heiligen auf und berührten seine Füße. Einmal wurde darauf der Schüler eines Gurus sehr wütend. Der Name des Schülers war Nachiketa und er sagte zu seinem Guru: ‚Wie könnt Ihr seine Füße berühren (Anm.: ihm eure Ehrerbietung erweisen)? Er ist doch nur ein König! Er trägt eine Krone und kann sein Leben als König in vollen Zügen genießen. Wie könnt Ihr die Füße eines Königs berühren?‘ Der Guru entgegnete darauf: ‚Raja Janaka ist der Urmeister. Für Ihn spielt es keine Rolle ob er in einem Palast oder auf der Straße lebt.‘ Daraufhin begab sich Nachiketa zu Raja Janaka, um die Aussage seines Gurus zu überprüfen. Er war sehr kühn und sagte: ‚Wie könnt Ihr, der Ihr ein König seid, euch einen Asketen nennen und zulassen, dass Euch die Menschen als Asket bezeichnen? Darauf schlug Raja Janaka vor, gemeinsam zum Fluss hinunter zu gehen und ein Bad zu nehmen. Als sie im Wasser standen, forderte der König Nachiketa auf in Meditation zu gehen und sagte:  ‚Ich werde jetzt auch meditieren.‘ Nach einiger Zeit kamen einige Leute zum Flussufer und riefen: ‚Euer Palast brennt! Raja Janaka ließ sich jedoch nicht stören und verblieb in seiner Meditation. Dann riefen sie: ‚All eure Sachen verbrennen und eure Kinder und eure Familie müssen flüchten.‘ Raja Janaka verharrte ruhig in seiner Versenkung. Dann kamen weitere Leute und schrien: ‚Die Flammen breiten sich aus und werden uns gleich erreichen. All eure Kleider werden verbrennen.‘ Nachiketa rannte ans Ufer, um seine Kleider in Sicherheit zu bringen. Nur Raja Janaka meditierte noch immer. Einige Zeit später kam auch Er aus dem Wasser heraus und Nachiketa sagte: ‚Hattet Ihr keine Sorge, dass euer Palast und alles verbrennt?‘ Raja Janaka antwortete: ‚Wenn man im Reich der göttlichen Kraft weilt, dann kümmert sich das Brahman um alles.‘