Mahashivaratri Puja, Detachment & Enlightenment of Brain

(Indien)


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Rede vor dem Mahashivaratri Puja. Pandharpur, Maharashtra (Indien), 29. Februar 1984

Wir dürfen nicht übersehen, dass diese moderne Zeit, in der wir leben, viele Komplikationen mit sich bringt. Ein sogenannter heiliger Platz bewirkt in der heutigen Zeit eher das Gegenteil; heillose Zustände sind die Norm und wenn man versucht, etwas Grundlegendes zu etablieren, verhält es sich wie mit einem Setzling, der sich seinen Weg durch einen steinigen Boden hart erarbeiten muss. Er muss sich seinen Weg schwer erkämpfen und auch wir müssen unseren Verstand gebrauchen und vernünftig vorgehen, um zu sehen, was wir mit Verständnis und Geduld erreichen können. Das ist sehr wichtig.

Ich denke, der heutige Tag ist für uns alle ein ganz besonderer, denn wir befinden uns auf dem Platz der Virata, von Shri Vitthala. Dies ist der Platz, an dem Shri Vitthala einem ergebenen Sohn (Pundalikaksh) erschien, der Ihn bat, auf einem Ziegel stehen zu bleiben (weil er gerade damit beschäftigt war, die Füße seiner Eltern zu massieren). Und man sagt, dass Er dort stehen blieb und wartete. Andere Leute sagen, dass die Statuen, die wir hier sehen (Vitthala und Rukmini), von Mutter Erde aus diesem Sand hervorgebracht wurden, und dass Pundalikaksh seine Geschichte erzählte: „Das sind diejenigen, die kamen, um mich und meine Eltern zu besuchen, während ich mich um sie kümmerte, deshalb stehen sie (die Statuen von Vitthala und Rukmini) auf dem Ziegel, den ich hingegeworfen habe.“

Diese Geschichte müssen wir mit unserem gesunden Menschenverstand betrachten, denn Gott kann alle möglichen Wunder bewirken. Wir, die wir von Gott geschaffen wurden, vollbringen auch manche Dinge, die wie Wunder aussehen. Im Vergleich mit der Welt vor hundert Jahren sehen wir heute viele Dinge, die wie Wunder erscheinen. Vor hundert Jahren konnte sich niemand vorstellen, dass wir an einem abgelegenen Ort solche Einrichtungen bewerkstelligen können. Aber all diese Wunder entstehen aus der Macht Gottes. Wir sind also die Schöpfer dieser winzig kleinen Wunder.

Alle Wunder Gottes können nicht erklärt werden und sollten nicht erklärt werden. Sie liegen jenseits unseres Verstandes, und um den Menschen die Gegenwart Gottes spüren zu lassen, kann Gott alles machen. Er kann sich in allen drei Dimensionen bewegen und auch in der vierten. Er kann tun, was immer Ihm beliebt.
Das habt Ihr nun in eurem alltäglichen Leben erfahren, wie viele Wunder euch zuteilwerden, Ihr aber nicht verstehen könnt, wie sie zustandegekommen sind. Es arbeitet sogar an Dingen aus, die nicht lebendig sind, und die Leute wundern sich, wie das geschehen kann. Nachdem wir all das gesehen haben, ist es nun an der Zeit, zu glauben, dass Gott dafür verantwortlich ist und dass es nichts gibt, was er nicht tun könnte. Wir sind nichts, gar nichts. Es gibt keine vernünftige Erklärung für Wunder, die Gott vollbringt. „Wie kann das sein?“, „Wie ist das möglich?“ Ihr könnt es nicht erklären.

Nur wenn ihr diese Ebene erreicht, wo ihr auf Grund eurer Erfahrungen überzeugt davon seid, dass Gott allmächtig ist. Es ist sehr schwierig, diesen Gedanken über Gottes Allmacht nachzuvollziehen, denn wir Menschen sind begrenzt, haben begrenzte Kräfte. Wir haben nicht das Fassungsvermögen, um die Allmächtigkeit Gottes nachzuvollziehen.
Dieser Gott, der unser Schöpfer ist, der unser Erhalter ist, derjenige, der unsere Existenz gewünscht hat, ist ein allmächtiger Gott. Er kann mit euch machen was er will. Er kann eine andere Welt erschaffen, Er kann diese Welt zerstören. Er braucht es nur zu wünschen.

Ich kam für ein Shiva-Puja hierher nach Pandharpur aus folgendem Grund: Shri Shiva repräsentiert den Geist, welcher in euch allen im Herzen residiert. Der Sitz von Sadashiva befindet sich über eurem Haupt, wird aber in eurem Herzen reflektiert. Vitthala ist euer Gehirn. Den Geist in euer Gehirn zu bringen bedeutet Erleuchtung des Gehirns. Erleuchtung des Gehirns bedeutet, das begrenzte Fassungsvermögen eures Gehirns muss unbegrenzt werden in Bezug auf die Fähigkeit, Gott zu erkennen. Ich verwende nicht das Wort verstehen, sondern erkennen/erfassen, wie machtvoll Er ist, wie wundertätig Er ist, wie groß Er ist.

Das Nächste ist, dass das Gehirn/der Verstand des Menschen etwas erschaffen kann – natürlich nur aus dem Toten. Doch wenn der Geist in das Gehirn gelangt, dann könnt ihr lebendige Dinge erschaffen, lebendige Arbeit der Kundalini. Sogar das Tote wird sich wie Lebendiges verhalten, weil ihr den Geist im Toten berührt.

Der Kern in jedem Molekül oder Atom trägt den Geist/Spirit des Moleküls in sich. Und wenn ihr zum Geist werdet, so können wir sagen, das Gehirn eines Moleküls oder Atoms ist wie der Zellkern des Zellkörpers. Aber dasjenige, das den Zellkern kontrolliert, ist der Geist, der sich im Zellkern befindet.
Nun haben wir also die Aufmerksamkeit des Körpers – den ganzen Atomkörper, dann den Zellkern und im Innern des Kerns befindet sich der Geist. Ebenso verhält es sich bei uns. Wir haben diesen Körper, die Aufmerksamkeit des Körpers, dann haben wir den Kern – das ist das Gehirn, und der Geist residiert im Herzen. Demnach hat das Herz die Kontrolle über das Gehirn.

Wie funktioniert das? Die sieben Auras, die das Herz umgeben, können zu jeder beliebigen Zahl vervielfacht werden. Die Sieben gesteigert zur Potenz sechzehntausend – dies sind diejenigen, die über die sieben Chakras wachen.

Der Geist wacht darüber durch diese Auras. Er wacht darüber – Ich sage nochmals, er „wacht darüber“. Diese Aura wacht über das Verhalten der sieben Zentren in eurem Gehirn, außerdem wacht sie über alle Nerven, die im Gehirn arbeiten, – wiederum liegt die Betonung auf „wacht.“ Bringt ihr aber den Geist in euer Gehirn, dann seid ihr zwei Schritte voraus, denn wenn eure Kundalini aufsteigt, berührt sie Sadashiva und Sadashiva informiert den Geist, – ‚informiert’ in dem Sinne, dass sie sich im Geist reflektiert. Das ist also das erste Stadium, wo die wachenden Auras mit den verschiedenen Chakras im Gehirn zu kommunizieren beginnen und sie integrieren.

Das zweite Stadium ist, wenn sich euer Geist in eurem Gehirn manifestiert. Dann werdet ihr wahrhaftig „selbstverwirklicht“, im wahrsten Sinne des Wortes, denn dann wird euer Selbst – welches der Geist ist – zu eurem Gehirn/zu eurem Verstand. Dadurch werden eure Handlungen sehr dynamisch und es öffnet sich die fünfte Dimension im Menschen.

Zu Beginn der Realisation, wenn die Kundalini aufsteigt und ihr kollektiv bewusst werdet, dringt ihr in die vierte Dimension. Jedoch wenn euer Spirit sich in eurem Gehirn manifestiert, werdet ihr zur fünften Dimension, – das bedeutet, dass ihr zum Ausführenden/Handelnden werdet.
Unser Gehirn sagt uns zum Beispiel: „Heb das auf!“ Also benützt ihr eure Hände, um das Ding aufzuheben, dadurch werdet ihr zum Handelnden. Wird aber das Gehirn beziehungsweise der Verstand zum Spirit – der Spirit ist ja der Handelnde, und wenn der Spirit der Handelnde ist, dann werdet ihr zum vollkommenen Shiva – eben „selbst-verwirklicht“.

Auf dieser Ebene seid ihr nicht mehr verhaftet, auch nicht im Ärger. Ihr seid mit nichts mehr verhaftet, weder mit Besitztümern noch anderen Dingen. Ihr könnt gar nicht verhaftet sein, denn der Spirit ist die Losgelöstheit an sich, vollkommen ungebunden. Verhaftungen jeglicher Art existieren für euch nicht mehr, nicht für eine Sekunde.

Um das Losgelöstsein des Spirits zu verstehen, sollten wir uns selbst genau studieren. Wie sehen unsere Verhaftungen aus? Da alle unsere Konditionierungen in unserem Kopf stattfinden, sind wir zuallererst mit unserem Verstand und Ego verhaftet. Alle unsere emotionalen sowie egoistischen Verhaftungen finden im Kopf statt. Deshalb heißt es, dass man nach der Realisation das Shiva-Tattwa üben sollte, in dem man Losgelöstheit praktiziert. Nun, wie übt man sich im Loslösen?

Verhaftungen geschehen natürlich aufgrund unseres Verstandes, aber durch unsere Aufmerksamkeit. Wir versuchen also, wie wir es nennen, chitta nirodha zu praktizieren, unsere Aufmerksamkeit zu kontrollieren; darauf zu achten, wohin sie wandert. In der Praxis von Sahaja Yoga, um höher aufzusteigen, müssen wir unser eigenes Instrument verbessern, nicht das von anderen. Daran führt kein Weg vorbei.

Beobachtet nur eure Aufmerksamkeit, wohin sie sich bewegt. Beobachtet euch selbst. Sobald ihr damit beginnt, euch selbst, eure Aufmerksamkeit zu beobachten, werdet ihr euch mehr und mehr mit eurem Spirit identifizieren. Denn um über die Aufmerksamkeit zu wachen, müsst ihr selbst der Spirit sein, wie könntet ihr sie sonst beobachten?

Beobachtet nun die Bewegung eurer Aufmerksamkeit. Zu allererst sind wir mit unserem Körper verhaftet und zwar in allen grobstofflichen Belangen. Shri Shiva ist in keiner Weise mit seinem Körper verhaftet. Er kann überall schlafen, sogar auf Friedhöfen, bhoots und dergleichen können Ihn niemals erreichen, weil er eben losgelöst ist.

Das Loslösen müsst ihr mit Hilfe eurer eigenen Verhaftungen betrachten. Ihr seid nun Realisierte Seelen, natürlich ist der Spirit noch nicht in euer Gehirn vorgedrungen, dennoch seid ihr Realisierte Seelen. Wenigstens könnt ihr eure Aufmerksamkeit beobachten, das könnt ihr tun. Ihr könnt eure Aufmerksamkeit sehr klar beobachten, wenn ihr schaut, wohin sie sich bewegt. Und weiters könnt ihr auch eure Aufmerksamkeit kontrollieren, das ist sehr einfach. Um die Aufmerksamkeit zu kontrollieren, müsst ihr sie einfach von diesem zu jenem bewegen. Versucht, eure Prioritäten neu zu ordnen; das alles muss nun nach der Realisation getan werden – die völlige Losgelöstheit.

Wenn der Körper nach Bequemlichkeit verlangt, gebt ihm nicht nach, sondern macht es ihm etwas unbequem. Wenn ihr denkt, er sollte es bequem haben, dann versucht, es ein wenig unbequem zu machen. Aus diesem Grund begaben sich die Asketen in den Himalaya. Sogar dieser Platz hier hat uns Probleme bereitet, ihr könnt euch also vorstellen, wie es ihnen erst am Himalaya ergangen ist. Nach der Realisation war es also üblich, seinen Körper dort hinzubringen, um ihn herauszufordern und zu sehen, wie er reagiert. Was ihr also Buße nennt, beginnt jetzt. Es ist allerdings eine sehr leicht zu bewältigende Buße, ihr seid ja nun Realisierte Seelen. Mit ein wenig Vergnügen versucht, euren Körper zu kontrollieren.

Für Shiva macht es keinerlei Unterschied, ob er sich auf einem Friedhof, auf seinem Kailasha oder sonst wo befindet. Wo ist eure Aufmerksamkeit? Ihr seht, dass eure menschliche Aufmerksamkeit hoffnungslos schlecht und immer in unsinnige Dinge verstrickt ist. „Wir haben dies wegen jenem getan.“ Ihr habt immer Erklärungen, oder andere müssen Erklärungen abgeben. Man braucht keine Erklärungen abgeben oder welche akzeptieren oder nach welchen fragen.

Es lebt sich am besten, wenn man keine Erklärungen abgeben muss. In Hindi sagt man Jaise rakhahu taise hi rahu: „Wo immer Du mich haben möchtest, werde ich mit Freude sein!“ In einem folgenden Satz dieses Gedichts sagt Kabir: „Wenn Du möchtest, dass ich auf einem Elefanten reite (königliches Gefährt), werde ich es tun, und ich werde zu Fuß gehen, wenn du es so willst!“ Jaise rakhahu taise hi rahu: Von mir kommt keine Reaktion, keine Erklärung, – keine Reaktion.

In zweiter Linie geht es um die Nahrung. Genau wie die Tiere suchten auch die Menschen primär Nahrung. Ihr solltet eure Aufmerksamkeit nicht auf die Nahrung richten. Ob das Essen gesalzen ist oder nicht, ob ihr dies oder jenes esst, sollte keinen Unterschied machen. Eigentlich solltet ihr euch abends gar nicht mehr daran erinnern, was es morgens zum Frühstück gab, aber das Gegenteil ist der Fall. Wir denken schon am Vortag darüber nach, was wir am nächsten Tag essen möchten. Wir essen weniger zur Erhaltung unseres Körpers als zum Vergnügen unseres Gaumens. Versucht zu verstehen, dass Vergnügen generell ein Zeichen derber Aufmerksamkeit und Empfindung ist. Das bedeutet aber nicht, dass ihr ernst und freudlos sein solltet, so als wäre jemand in eurer Familie gestorben. Es bedeutet lediglich, ihr solltet so losgelöst sein wie Shiva.

Er kam zu seiner Hochzeit auf einem Stier angeritten. Er saß auf seinem Stier, in hohem Tempo reitend, die Füße wegstehend, den Stier haltend, – so kam Er zu seiner Hochzeit. Und mit Ihm kamen alle möglichen komischen Leute, manche ohne Nase und mit nur einem Auge. Seiner Frau waren die dummen Reden peinlich, die diese Leute über Shiva machten. Er dagegen kümmerte sich in keiner Weise über seine Reputation. Das bedeutet aber nicht, dass ihr nun Hippies werden solltet. Seht, genau das ist das Problem, denn sobald ihr in dieser Art denkt, werdet ihr Hippies.

Viele Leute sind der Ansicht, dass man zu Shiva wird, wenn man sich so verhält wie Er. Viele glauben, wenn sie ganja rauchen, werden sie Shiva, denn Shiva hat ganja genommen. Aber Er konsumierte, verbrauchte das ganja, um die Welt davon zu befreien. Für Ihn macht es keinen Unterschied, ob Er nun ganja konsumiert oder etwas anderes. Man kann ihm alles geben, Er wird niemals betrunken sein, gar keine Frage. Er verbraucht/vertilgt all diese Dinge.

Manche denken, es lohne sich zu leben wie Shiva, so wie Er von allem losgelöst war und am wenigsten sich um Seine Erscheinung gekümmert hat. Man muss allerdings wissen, dass bei ihm alles Schönheit bedeutet, ohne dass er auch das Geringste dazu tut.

Bindungen zu haben ist Hässlichkeit und Unsinn. Aber ihr könnt euch kleiden wie immer ihr wollt, ihr werdet auch im einfachsten Kleidungstück wie eine prächtige Person erscheinen. Das soll nicht heißen, dass ihr deshalb nur in ein Stück Stoff gewickelt umhergehen sollt. Die Schönheit, die sich durch den Geist in euch entwickelt hat, gibt euch die Kraft, jede Kleidung zu tragen, die euch zusagt; es macht keinen Unterschied für eure Schönheit, eure Schönheit wird stets präsent sein.

Habt ihr aber diesen Zustand erreicht? Diesen Zustand erreicht ihr erst, wenn der Geist in euer Gehirn gedrungen ist. Bei Ego-orientierten Menschen ist es schwieriger, sie können nicht genießen. Sie scheitern am geringsten Vorwand, und der Geist, der die Quelle aller Freuden ist, kommt einfach nicht herein, zeigt sich nicht. Die Freude selbst ist Schönheit; aber sie ist eine Ebene, die es zu erreichen gilt.

Die Entstehung von Bindungen ist vielfältig, vor allem mit der Familie. „Was wird mit meinem Kind, meinem Mann, meinen Eltern oder meiner Frau sein, mit diesem und jenem?“ Das ist alles Unsinn.
Wer ist euer Vater und wer eure Mutter? Wer ist euer Mann und wer eure Frau? Shri Shiva kennt derlei Dinge nicht. Für Ihn sind Seine Person und Seine Macht eins, untrennbar voneinander. Er steht also als einzelne Persönlichkeit. Es besteht keine Dualität. Nur wenn Dualität besteht, dann spricht man von „meiner Frau oder meiner Nase, meinen Ohren, mein, mein, mein…! Geht tief in euch.

Solange ihr das „Mein“ betont, besteht Dualität. Sagt man aber: „Ich, die Nase“, dann existiert keine Dualität mehr. Shiva ist Shakti – Shakti ist Shiva. Hier besteht keine Dualität. Wir aber leben andauernd mit unserer Dualität und daraus resultieren die Verhaftungen. Wo keine Dualität besteht, bestehen auch keine Verhaftungen. Wenn ihr das Licht seid und die Lampe seid, wo ist da die Dualität? Wenn ihr der Mond seid und das Mondlicht seid, wo ist da die Dualität? Wenn ihr die Sonne seid und das Sonnenlicht seid, wenn ihr das Wort seid und dessen Bedeutung seid, wo ist da die Dualität?

Solange diese Trennung vorhanden ist, besteht die Dualität, und aufgrund dieser Trennung fühlt ihr euch gebunden. Wenn man etwas selbst ist, ist man nicht daran gebunden. Seht ihr den Zusammenhang? Wenn ein Unterschied, ein Abstand ist zwischen ‚dir’ und ‚deinem’, dadurch entsteht eine Bindung daran. Aber wenn ich es bin – wer ist dann der Andere? Ich bin das ganze Universum – wer ist der Andere? Alles bin ich – wer ist der Andere?
Es geht hier nicht um eine Gehirn-Strömung oder eine Ego-Welle.

Wer ist also der Andere? Niemand. Und das passiert nur dann, wenn der Geist in das Gehirn eintritt und ihr ein Bestandteil der Virata selbst werdet. Virata ist das Gehirn, wie Ich euch bereits sagte. Dann ist alles, was ihr macht – ob ihr nun euren Unmut, eure Zuneigung oder eure Barmherzigkeit zeigt –, ein Ausdruck des Geistes. Denn dann hat das Gehirn seine Identität aufgegeben, dieses sogenannte begrenzte Gehirn. Es ist zum unbegrenzten Geist geworden.

Ich weiß wirklich nicht, welche Analogie Ich zu einer Sache wie dieser herstellen soll. Aber wir können Folgendes verstehen: Wenn eine Farbe in den Ozean tropft, kann der Ozean davon nicht gefärbt werden. Versucht zu verstehen, dass eine kleine Menge Farbe, die in den Ozean geschüttet wird, gänzlich seine Identität verliert.
Stellt euch den umgekehrten Fall vor: Wenn der Ozean farbig ist, und er wird in die Atmosphäre gegossen oder auf einen kleinen Fleck oder in ein Atom, dann wird alles gefärbt.

Der Spirit ist wie der Ozean, der das Licht in sich trägt, und wenn dieser Ozean in das kleine Gefäß, das euer Gehirn ist, einfließt, verliert es seine Identität und alles wird spirituell. Ihr könnt dann alles spirituell werden lassen. Ihr berührt etwas – es wird spirituell! Der Sand wird spirituell, das Land wird spirituell, die Atmosphäre wird spirituell, die Himmelskörper werden spirituell, – alles wird spirituell.

Der Ozean ist also der Spirit, während euer Gehirn begrenzt ist. Das Loslösen von eurem begrenzten Gehirn muss eingeleitet werden. Alle vom Gehirn ausgehenden Begrenzungen sollten aufgebrochen werden, damit der Ozean, wenn er das Gehirn erfüllt, dieses kleine Gefäß zerbricht, und jedes Teilchen davon eingefärbt wird. Die gesamte Atmosphäre und alles, was wir lokalisieren können, sollte farbig werden. Die Farbe des Spirits ist das Licht des Spirits und dieses Licht des Spirits agiert, arbeitet, denkt und koordiniert alles.

Aus diesem Grund entschied Ich heute, das Shiva-Tattwa ins Gehirn zu bringen. Der erste Schritt dazu ist, euer Gehirn in die Richtung des Shiva-Tattwas zu lenken, in dem man ihm sagt: „Wohin gehst du, Herr Gehirn? Gibst deine Aufmerksamkeit mal hierhin, mal dorthin, involvierst dich. Nun löse dich, werde das Gehirn selbst, nur das Gehirn, löse dich, löse dich!“

Benützt dann dieses losgelöste Gehirn, das vollständig mit der Farbe des Spirits gefüllt ist. Dies geschieht dann automatisch. Solange eure Aufmerksamkeit diese Begrenzungen aufweist, wird es nicht geschehen. Deshalb muss man absichtlich dieses tapasya auf sich nehmen. Jeder individuell. Ich bin bei euch, da braucht ihr dafür kein Puja zu machen. Aber dieses Stadium muss erreicht werden, und um dieses Stadium zu erreichen, braucht ihr das Puja.

Ich hoffe, dass sehr viele von euch während meines Lebens zum Shiva-Tattwa werden. Denkt bitte nicht, dass Ich von euch verlange, zu leiden. Diese Art des Aufstiegs bedarf keiner Leiden. Versteht, dass es der vollkommen freudvolle Zustand ist, Nirananda zu werden. Das ist die Freude des Sahastrara, diese Freude wird Nirananda genannt; und wie ihr wisst, ist der Name eurer Mutter Nira. Ihr werdet Nirananda!

Das heutige Verehren von Shiva hat eine besondere Bedeutung. Ich hoffe, dass alles, was wir äußerlich tun, auch im subtilen Inneren stattfinden wird. Ich versuche, euren Spirit in euer Gehirn zu schubsen, aber das ist ziemlich schwierig, weil eure Aufmerksamkeit leider sehr involviert ist. Versucht, euch von Lust, Gier, Gereiztheit und dergleichen zu lösen. Versucht zu reduzieren. Ich habe Dr. Warren heute schon gesagt, er sollte euch darauf aufmerksam machen, weniger zu essen und nicht gefräßig zu sein. Auf einem Empfang oder auf einem Fest kann man schon einmal mehr essen, aber das geht nicht dauernd; es ist nicht das Merkmal eines Sahaja Yogis. Versucht, euch zu beherrschen. Versucht, eure Sprache zu beherrschen, – ob ihr in eurer Sprache euer Temperament ausdrückt oder euer Mitgefühl ausdrückt oder ob es nur künstlich ist. Versucht, euch zu beherrschen.

Ich weiß, dass manche von euch nicht viel tun. Es ist in Ordnung. Ich sage es euch immer wieder und versuche, euch zu helfen. Aber die Meisten von euch können es schaffen. Ihr solltet es versuchen.

Wir beginnen unser Sahaja Yoga von heute auf einer tieferen Stufe, welche manche von euch nicht meistern werden. Die Meisten von euch sollten allerdings versuchen, tiefer zu gehen, das ist vollkommen unabhängig von Bildung oder gesellschaftlicher Position. Es geht darum, dass Leute meditieren und sich der Sache widmen, denn sie sind die ersten Wurzeln, die tiefer gehen müssen, damit andere folgen können.

Zum heutigen Puja werden wir nicht Meine Füße waschen, sondern lediglich ein kurzes Ganesha Atharva Sheersha rezitieren. Shiva ist unentwegt sauber, rein und makellos. Wie wollt ihr den „Unbefleckten“ waschen? Man mag sagen: „Mutter, wir waschen Deine Füße, um durch das Wasser Deine Vibrationen zu bekommen!“ Wenn man so losgelöst ist, bedarf es keiner Fußwäsche, weil ihr in diesem Stadium automatisch gereinigt werdet.
Anschließend machen wir ein Devi-Puja, weil Gauri, die Jungfrau, verehrt werden soll. Wir werden also die 108 Namen der Jungfrau rezitieren, dann folgt das Shiva-Puja.

Ich bedaure, dass Ich euch nicht alles in einer kurzen Rede sagen kann, aber die Losgelöstheit muss durch eure Realisation zu tragen kommen, – Losgelöstheit. Was bedeutet Hingebung? Es ist nichts, denn wenn ihr losgelöst seid, seid ihr automatisch hingegeben.
Wenn ihr an Dingen festhaltet, seid ihr nicht hingegeben, das ist alles. Was gäbe es bei Mir, Mich hinzugeben? Ich bin eine völlig losgelöste Person, Ich kann das alles gar nicht nachvollziehen. Was könnte Ich von euch gewinnen? – Ich bin vollkommen losgelöst! – nichts.

Ich hoffe, dass wir heute alle beten: „O Herr, gib uns Kraft und jene Quelle der Anziehungskraft, durch die wir alle anderen Anziehungen der vergnüglichen Art aufgeben können, die Freude des Egos und alles Mögliche, um in die reine Form der Freude des Shiva-Tattwas hineinzufallen, absolut.

Ich hoffe, dass ihr verstanden habt, wofür Ich heute gekommen bin, und warum der heutige Tag ein besonderer ist. Ihr alle, die heute hier anwesend sind, seid sehr glückliche Leute, denn Gott hat es gut mit euch gemeint, dass Er euch heute hierher gebracht hat, um das hören zu können. Sobald ihr losgelöst seid, werdet ihr automatisch Verantwortung übernehmen, abhiyukt. Verantwortung, die kein Egoverhalten nach sich zieht, sondern die selbstständig agiert, sich selbstständig ausdrückt, sich selbstständig manifestiert.

Möge Gott euch segnen!