Makar Sankranti Puja

Mumbai (Indien)


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Makar Sankranti – Shri Surya Puja. India Tour, Bombay (India), 10 January 1988.

Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, für Mich, euch in Bombay wiederzusehen, jetzt, da ihr dieses Land verlasst, anläßlich dieser ganz besonderen Puja, die wir heute feiern wollen.

Mit dieser Puja verehren wir die Sonne, sie wird Makar Sankrant genannt. „Makar“ ist der Wendekreis des Steinbocks, Steinbock bedeutet Makar. Jetzt bewegt sich die Sonne vom Steinbock hin zum Wendekreis des Krebses. Das ist immer ein festehendes Datum, denn es hängt ab von der Sonne. Es ist das einzige feststehende Datum im indischen Kalender, weil es sich nach der Sonne richet. In diesem Jahr – warum weiß Ich nicht – wurde es auf den Fünfzehnten des Monats gelegt, sonst ist es stets der Vierzehnte. Heute ist der Tag der Sonnenwende, ein Wechsel der Jahreszeiten, würde Ich sagen. In den kommenden sechs Monaten wandert die Sonne zur südlichen Hemisphäre, erwärmt sie und zieht dann zur nördlichen Hemisphäre von morgen an. Den heutigen Tag bezeichnen wir als den kältesten Tag aus indischer Sicht. Danach wird es wärmer und wärmer und wir können alle Glück verheißenden Unternehmungen beginnen, wenn diese Puja vorüber ist, während der Sommerzeit.

Obwohl es sehr heiss ist im Sommer, wünschen sich die Mensch doch, dass die Sonne scheint und ihre Wärme gibt, denn nur sie lässt die Früchte des Feldes, alle Früchte, alles, wachsen. Deshalb nennen wir die sechs Monate ohne Sonne „Sankrant“, was soviel bedeutet wie eine Art „Unheil“. So genannt natürlich in den europäischen Ländern, wie in England oder Amerika, denn es ist eine dunkle Zeit, wenn die Sonne fehlt. Aber auch hier sieht man den heutigen Tag als den Tag, der Sankrant beendet, und damit auch die dunklen Zeit beendet. Man serviert an diesem Tag eine Süßspeise, vermischt mit Sesamsamen, denn Sesamsamen wirken wärmend. Heute, am kältesten Tag, möchten sie Sesamsamen geben, um euch zu erwärmen und um euch auf die kommende Hitze vorzubereiten. All diese Gedanken bewegen sich jedoch auf einer sehr oberflächlichen Ebene, sehr oberflächlich, es geht nur darum, die Menschen warm zu halten. Darüber hinaus aber sagt man, dass in dieser Zeit die Wärme der Liebe Ausdruck finden sollte, zwischen den Menschen, wegen dieses kältesten Tages. Sie sagen: „Wir geben dir etwas Besonderes, um etwas Süßes auszudrücken“ – „goad goad bola“ – was bedeutet: „Du sagst etwas Süßes zu uns“. Menschen, die in warmen Ländern leben, sind süßer als Menschen, die in kälteren Gegenden leben, denn die Natur ist recht rauh zu ihnen.

Nicht, dass Ich sie für ihre Wesensarte tadele – denn die Natur ist wirklich unfreundlich. In Indien kann man überall leben, man kann unter einem Baum leben, man kann im Wald leben, überall kann man ganz glücklich leben, solange es nur genug Wasser gibt zum Trinken und zum Waschen. Und es gibt all die Probleme nicht wie andereswo auf der Welt, wo man beim Verlassen des Hauses 15 bis 20 Minuten braucht, um sich anzuziehen. Hier spaziert man einfach hinaus aus dem Haus, man kann den ganzen Sommer über das Haus offen lassen, ganz problemlos, soweit es die Natur betrifft. Die Natur hier ist überaus freundlich zur Sommerzeit, Bäume und Sträucher voll grüner Pracht und die Menschen fühlen sich sehr glücklich in dieser Zeit und voller Tatkraft dank der Sonnenenergie. Aber im Westen scheint die Sonne viel weniger, wie ihr wisst. Aus diesem Grund bleiben die Leute viel mehr in ihren Häusern mit künstlichen Wärmequellen und anderen Heizungen, und die Türen bleiben geschlossen, die Herzen sind geschlossen, und es ist schwierig für sie, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Je weiter ihr südlich geht, auch in euren eigenen Ländern, desto freundlicher und wärmer werden die Menschen, einfacher und sehr gastfreundlich. Wo die Sonne ist, findet ihr auch offene Herzen, eine Art einladender Herzen. Wenn wir das nun aus Sicht von Sahaja Yoga anschauen, so ist die Sonne die rechte Seite und der Mond ist die linke Seite.

Auf der Seite des Mondes kann man wünschen, aber man kann nicht handeln. Darüber hinaus, wenn ihr auf der Seite des Mondes zu weit geht, so kann das zerstörerisch sein. Wenn ihr immer nur untätig zuhause sitzt, heute, zu Zeiten der Arbeitslosigkeit zum Beispiel, ohne Arbeit, dann fangt ihr an zu grübeln, aber diese Gedanken drücken nur die Energie des Wunsches aus, ohne dass etwas geschieht. Und ohne dass etwas geschieht, kann diese Energie sehr zerstörerisch wirken. Daher finden wir Leute, die sagen: „Gedanken allein, leere Gedanken sind das Werkzeug des Teufels“. Wenn die Menschen nichts tun, wenn es keine Tätigkeit gibt, so kann das sehr destruktiv sein. Die Situation ist also völlig unterschiedlich in einem Land, das warm ist, von einem Land, das nicht warm ist. Allerdings gibt es in Ländern, die sehr heiss sind, wie Afrika, Schwierigkeiten wegen der übergroßen Hitze. So zum Beispiel am Wendekreis, wo der Äquator durchläuft und wo die Hitze so groß wird, dass überall Urwald wuchert, mit sehr großen, hoch gewachsenen Bäumen, wo alles überwuchert wird von den Blättern, so dass es unmöglich wird, dass die Sonnenstrahlen durchdringen, und es ziemlich dunkel wird und überall Dunkelheit herrscht. Es handelt sich hier um ein ähnliches Extrem wie das der extremen Kälte.

Die Menschen, die hier leben, sind – da es so wenig Sonne gibt – nicht sehr groß gewachsen. Es können primitive Menschen sein, möglicherweise auch recht aggressiv, weil sie Verhaltensweisen von Tieren übernehmen und deshalb recht aggressiv sein können. Es geht also darum, die Balance zu finden, und Balance bedeutet, dass wir sowohl wünschen als auch handeln sollten. Aber die Schwierigkeit im menschlichen Bereich scheint zu sein, dass es eine Arbeitsteilung gibt, wie Mir scheint: Ein Teil des Landes denkt, ein anderer Teil des Landes handelt. So geschieht auf beiden Seiten nichts Rechtes. Die Balance herzustellen, bedeutet das Sushumna Nadi muss etabliert werden. Nun, das Sushumna Nadi würde man vielleicht dem Äquator zuordnen – das ist nicht so, es ist nicht der Äquator, sondern es ist die Achse der Mutter Erde. Die Erdachse ist das Sushumna und sie muss handeln, und hier sollten wir verstehen, dass wir in unserer Mitte sein müssen, denn diese Achse bringt uns in Balance. Im Grunde gibt es nicht so etwas wie einen großen Pol inmitten der Mutter Erde, den wir Achse nennen könnten. Es gibt nichts Materielles, in der Erde, das wir als Achse bezeichnen könnten, es ist eine Energieform, die auf die Art wirkt, dass sich die Erde mit enormer Geschwindigkeit bewegt in dieser unendlichen Weite des Kosmos.

Sie bewegt sich nicht nur, sondern schafft auch Tag und Nacht, so dass wir tags arbeiten und nachts schlafen können, um uns in Balance zu bringen. Weiter rotiert sie auch in einer Weise um die Sonne, dass die Hälfte aller Länder die Sonne während der Sommerzeit bekommen, und die andere Hälfte während des Winters. Dies alles geschieht durch die Erdachse. Darüber hinaus sorgt die Achse für den richtigen Abstand von den Planeten und anderen Himmelskörpern. Die Achse verkörpert die Intelligenz der Mutter Erde, nicht nur die Intelligenz sondern auch den Duft, und, mehr noch, auch das Sushumna Nadi der Mutter Erde, können wir sagen. Aus dieser Achse heraus entstehen die Swayambhus und alle bedeutsamen Ereignisse, wie Erdbeben und ähnliches. Diese Aches verursacht die Bewegung. Es ist eine Energie, wir können die Achse als Energie bezeichnen, die die Lava in verschiedene Richtungen bewegt und sie an bestimmten Stellen durchdringen lässt als Erdbeben. Und daneben gibt es noch … Vulkane, Vulkanausbrüche. All das ereignet sich, weil die Achse weiß, was zu tun ist.

Diese Achse liebt us. Diese Achse ist die Ursache für unsere Jahreszeiten. Jahreszeiten haben die wundervolle Aufgabe, uns eine große Auswahl an Nahrungsmittel zu schenken, eine große Vielfalt. Wenn die Mutter Erde ihre Wärme verlieren würde, dann gediehe nichts mehr auf der Erde, alles würde erfrieren und voller Schnee liegen, und wir hätten nichts mehr zu essen, gar nichts. Es wäre ein Leben wie auf dem Mond. Alles wurde eigens so erschaffen: Zuerst wurde die Mutter Erde geschaffen durch die Wärme der Sonne, wir können also die Sonne als den Vater der Mutter Erde ansehen. Dann wurde die Erde an den Mond angenähert, so kühlte sie ab, kühlt sehr ab, und war ganz mit Schnee bedeckt. Dann wurde sie näher an die Sonne herangebracht, bis zu dem Punkt, wo sich Leben entwickeln konnte, and auf diese wunderbare Weise geschah es, dass dort Leben entstand. Wenn Leben entsteht, so formt sich allmählich Kohlenstoff, wie wir wissen. Der Kohlenstoff entsteht aus der gleichen Achse, aufgrund der Hitze der Achse; es ist die Hitzeenergie, die Pflanzen in Kohlenstoff transformiert.

Der Kohlenstoff ist später dann die Basis für – so könnte man es ausdrücken – für die Produktion von Kohlehydraten oder – so könnte man sagen – für alle organischen Stoffe. Aber damit Leben entstehen kann, bedurfte es auch noch des Stickstoffs; und auch Stickstoff – das wird euch überraschen! – entstand durch diese Achse, durch die Achsbewegung. Nach der Entstehung des Stickstoffs, entstanden daraus die Aminosäuren, und aus den Aminosäurein heraus entwickelte sich Leben in Form von Amöben und Ähnlichem. Dies geschah natürlich im Ozean, denn im Wasser entstand durch die Bewegung Stickstoff und daraus entstand Leben, und schließlich entstanden aus dem Ozean heraus die Aminosäuren. Aus den entstandenen Aminosäuren bildeten sich durch Verbindungen und Mutationen unterschiedliche Lebensformen. Im gesamten Evolutionsprozess spielte also die Erdachse eine ganz entscheidende Rolle. So ist es auch bei den Menschen: Die Achse, die Mittellinie, ist das Allerwichtigste. Unsere Achse ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens. Auf dieser Achse müssen wir stehen.

Diejenigen, die die Balance verlieren, die sich zur Rechten oder zur Linken hin bewegen, werden möglicherweise völlig zerstört; sie werden zerstört entweder durch zu viel von der rechten oder von der linken Seite. Wir müssen also auf unsere Achse, unser Zentrum, achten. Menschen ohne ein richtiges Zentrum können Probleme mit den einzelnen Chakras haben, mit verschiedenen Eigenschaften ihrer Persönlichkeit. Ein Mensch, der seine Achse, seine Wirbelsäule, überstreckt, seinen Kopf zu weit nach hinten dehnt, ist ein sehr rechtsseitiger Mensch und erzeugt viele Egoprobleme. Ein Mensch, der sich weit vornüber neigt, in unterwürfiger Haltung, ist eine Person, der zur Selbstzerstörung neigt. Diese zwei Persönlichkeitstypen haben Schwierigkeiten miteinander, einer versucht den anderen zu dominieren, und wenn man anfängt einen anderen zu dominieren, zerstört man zuerst sich selbst und dann auch die Person, die man dominiert. Nehmen wir ein Beispiel: Wir haben es gesehen, als die Briten hierher kamen und uns beherrschten. Wir sahen die Franzosen ausziehen und über andere herrschen, dann die Portugiesen und dann noch einige andere Völker. Aber alles, was sie taten, um zu dominieren, erzeugte Reaktionen nach zwei Seiten. Zuerst führte die Herrschaft dazu, dass die Inder sehr unterwürfig wurden, die Inder wurden und sind selbst heute noch sehr unterwürfig.

Ihnen fehlt die Eigenständigkeit, die sie bräuchten. Sie sind ausgesprochen unterwürfig, das habe ich ganz besonders im Westen gesehen. Es überrascht Mich, wenn Inder ihr Land verlassen, ich finde sie überaus unterwürfig. Sie sind überaus beflissen, den Weißen zu gefallen. Helle Haut scheint in Indien etwas sehr Erstrebenswertes! Das vergrößerte das Ego der Weißen noch mehr, machte das Ego der Weißen noch größer, und heute nun seht ihr das Resultat: Dieses große Ego zerstört sie. Sie stehen unmittelbar vor der Zerstörung durch ihr Ego. Das ist völlig unnatürlich und total oberflächlich! Wir müssen begreifen, dass das Beste im Menschen seine Achse, sein Zentrum, ist, und dass jeder Mensch eine solches Zentrum hat, und es deshalb in jedem Menschen zu respektieren ist. In Sahaja Yoga kenne Ich weniger eure Gesichter, als vielmehr Eure Chakren, euer Sushumna, wie euer Sushumna geartet ist.

Habt ihr ein tiefes Sushumna, so seid ihr eine tiefe Persönlichkeit. Habt ihr ein oberflächliches Sushumna, so weiß ich, dass ihr oberflächliche Menschen seid, je nach Art des Sushumnas. Selbst wenn ihr nur etwas vorgebt, so als wärt ihr besonders freundlich und gut oder über Sahaja Yoga redet oder ein überaus großes Wissen über Sahaja Yoga habt, oder Aussagen macht, die andere in Erstaunen versetzt, so, als wärt ihr Meister in Sahaja Yoga. Ich weiß, wie tief ihr seid. Die Tiefe eures Zentralkanals ist wichtiger als alles andere, er muss sehr tief sein. Sicher frage ihr: „Mutter der Zentralkanal ist immer derselbe. Wie kann er tief sein?“ Die Achse menschlicher Wesen, der Zentralkanal, ist ein in dreieinhalb Windungen gerolltes papierähnliches Ding, und in seinem Inneren ist das Brahma Nadi. Das Brahma Nadi ist winzig klein, so fein wie ein Haar, könnte man sagen, und nur die haardünne Kundalini kann es durchdringen. Ist eine Person tief, so ist das Brahma Nadi größer und alle anderen, die ineinander eingerollt sind, sind schmäler, während bei Menschen, die nicht tief sind, die Außenseite, also die sogenannten Falten, größer sind als das innenliegende kleine Ding.

Solche Leute können sehr dymanisch wirken, sehr intelligent und sehr clever erscheinen. Sie mögen auch eine gute Figur machen im äußeren Auftreten aber innen drin sind sie nicht tief. Wer tief ist im Innern, dessen ganze Erscheinung wirkt schön: Das sind Menschen, die überall Freude verbreiten, es sind Menschen, die beglücken. Wenn ihr eine Person der anderen Sorte kennenlernt, so mag er freudvoll aussehen, er mag versuchen, euch zu erfreuen, aber es wird keine echte, tiefe Freude sein, er wird die Freude eher verderben. Daher ist es wichtig, unser Zentrum zu vertiefen, aber es fehlt uns der wirkliche Eifer dafür, der richtige Einsatz, den wir bringen müssten. Manche Menschen sind von Natur aus sehr tief, aber andere haben – nun, wie sollten wir das nennen? – eine sehr beschränkte „Achse“. Diese „Achse“ muss größer werden. Wenn ihr hierher kommt zu Meiner Puja, dann erweitere Ich sie – das stimmt, aber das ist nur vorübergehend. Um diesen Zustand aufrechtzuerhalten, muss man zuhause daran arbeiten und auch in der Kollektivität.

Man muss in der häuslichen Meditation darauf arbeiten. Das muss mit großer Ernsthaftigkeit geschehen, nicht nur so zum Spaß, nicht leichtfertig, Dummheit ist nicht der Weg. Ihr solltet es sehr ernsthaft angehen, mit Hingabe an die Aufgabe, die ihr euch vorgenommen habt, in Form einer Meditation, eines Gebetes zu Gott, könnten wir sagen, einer Puja zu Gott. Es sollte in Ehrfurcht geschehen, denn Ehrfurcht ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn ihr keine Hochachtung vor euch selbst habt, und keine Hochachtung vor anderen dann kann es nicht geschehen. Zu allererst müsst ihr Hochachtung haben vor dem eigenen Leben: „Was mache ich aus meinem Leben?“ „Wo vergeude ich mein Leben?“ „Warum sollte ich es vergeuden?“ „Warum sollte ich nicht tief gehen?“ „Schließlich muss mein Leben doch irgendeinen Sinn haben!“

„Erfülle ich wirklich den Sinn meines Lebens?“ Wenn diese Gedanken in euren Köpfen auftauchen, dann begreift ihr, wie überaus leicht es ist, euer Ego zu bekämpfen, denn normalerweise streiten die Menschen wegen Kleinigkeiten. Auch in Sahaja Yoga habe ich Menschen streiten sehen wegen Nichtigkeiten, absoluten Nichtigkeiten. Es erscheint Mir überflüssig, auch nur darüber zu sprechen, wie Menschen streiten wegen Kleinigkeiten. Eine tiefer Mensch, auch wenn er nicht viel spricht, auch wenn er sich überhaupt nicht in Szene setzt, auch wenn er nicht in der ersten Reihe sitzt, wirkt durch seine Tiefe, denn er kann dadurch alles besser ausarbeiten. Um diese Fähigkeit zu entwickeln, müsst ihr meditieren. Meditation ist wichtig, jeden Tag, jeden Tag, jeden Tag. Ihr könnt das Essen auslassen an einem Tag, ihr könnt einen Tag lang nicht schlafen, ihr könnt nicht zur Arbeit gehen an einem Tag, ihr könnt alle anderen alltäglichen Verrichtungen weglassen, aber meditieren müsst ihr jeden Tag. Das ist sehr wichtig, um diesen engen zentralen Teil eures Selbst zu vergrößern. Wenn ihr anfangt, euch in diese Richtung zu entwickeln, werdet ihr als erstes feststellen, dass euch Annehmlichkeiten nichts mehr bedeuten, dass ihr euch nicht mehr sorgt um materielle Angelegenheiten.

Ihr steht darüber, ihr strengt euren Kopf nicht an – ihr lasst es einfach sein. Ihr wollt euch einfach nicht mehr einmischen in Dinge, die euch nichts angehen. Ihr wachst einfach heraus, ihr denkt: „O Gott, das ist mir zuviel, es liegt mir nichts daran!“ Eure Aufmerksamkeit richtet sich nach innen. Wenn eure Aufmerksamkeit sich nach innen richtet, dann weitet sie sich weiter aus. Dies geschiet im inneren Teil, im sogenannten Brahma Nadi, und der wird größer und größer. Das gilt auch für ganz kleine Dinge: wie zum Beispiel wenn Ich eine Person nicht genannt habe, eine andere aber schon, dann fragt diese Person sich: „O, warum hat Mutter meinen Namen nicht erwähnt?“ Welch ganz unwichtige Kleinigkeit! Wenn ihr tief seid, so seid ihr immer bei Mir, und Ich bin mit euch, wir sind völlig eins. Aber da sind diese Äußerlichkeiten: „Ach, Sie gab diesen schönen Sari einer anderen, uns hat Sie nie einen Sari gegeben!

Sie tat dies nicht, Sie tat jenes nicht.“ Wenn solche Gedanken in eurem Kopf auftauchen, dann bedeutet das, dass in Wahrheit noch etwas in euch fehlt. Oder wenn ihr klagt: „Ich ging dorthin, musste mit dem Bus fahren, und musste auf diesem Ding stehen …“ dann zeigt das, dass ihr euch nicht wohl fühlt in eurer Haut. Wer weiter wird, fühlt sich besser, alles fühlt sich behaglicher an, ihr fühlt euch so wohl, wo immer ihr seid, überall, in allen Lebenslagen, und ihr wünscht euch nichts Besseres. Diese Haltung müßt ihr entwickeln durch die Meditation. Weiter müssen wir begreifen, dass Sahaja Yoga in seiner heutigen Form ein kollektives Geschehen ist. Ich sehe es besonders bei indischen Männern, sie arbeiten nie mit ihren Händen, und das ist nicht in Ordnung. Weil sie ihre Hände überhaupt nicht einsetzen, ist die Kollektivität so arm dran, sehr arm. Die Inder haben die schlechteste Kollektivität. Wenn wir ein Ashram haben, – Ich weiß gar nicht, warum wir ein Ashram bauen sollten – will keiner darin wohnen.

Sie wollen alle ihre eigenen Häuser haben, ihre eigenen Familien, ihre eigenen Kinder, sie sind völlig ungeeignet für kollektives Leben. Der Grund ist, dass indische Männer nie mit ihren Händen arbeiten. Viele können nicht einmal einen Nagel einschlagen, geschweige denn irgend etwas reparieren. Sie stehen einfach da, Hände an den Hüften, und sagen den anderen, das sie tun sollen, so ist das. Es gibt ein Sprichwort in Marathi, ein sehr interessantes: „Auf einem Kamel sitzen und die Ziegen antreiben“ Das ist typisch für indische Männer. Sie sind unfähig, irgendwas zu reparieren, sie haben zwei linke Hände. Nehmen wir an, jemand breitet gerade etwas aus, so stellen sie sich dazu und schauen zu, sie kämen niemals auf die Idee zuzulangen. Für jeden Sahaja Yogi ist etwas wichtig, was wir Shramadaan nennen, sie müssen etwas Shramadaan haben: was soviel bedeutet wie „seinen Beitrag leisten“, und das fehlt uns: Selbst wenn es ums Reinemachen geht im Haus, wenn das Haus von außen sauber gemacht werden muss, wenn vielleicht ein Garten angelegt werden sollte ums Haus, wenn das Haus neu gestrichen werden müsste, wenn es um irgendeine handwerkliche Arbeit geht, oder – selbst wenn all das wegfällt – wenn es nur ums Haare bürsten oder Ähnliches geht. Auch wenn man mit dem Allerleichtesten anfängt, selbst das, glaube Ich, machen sie nicht. Sie rasieren sich nicht einmal selbst, sie lassen jemanden kommen zum Rasieren – sie sind einfach Faulpelze, das sind sie!

Im Gegensatz dazu sehen wir, wie die Menschen im Westen ihre Hände nutzen. Und aus diesem Grund, seht ihr, weil sie ihre Hände benutzen, sind sie kollektiv. Sie haben uns etwas voraus was Kollektivität angeht, die Inder wiederum sind in einem anderen Punkt besser: Sie sind Inder und sie haben ein Erbe und sie wissen, was Kundalini ist, wer Ganesha ist, all das wissen sie. In diesem Punkt sind sie überlegen. Die linke Seite repräsentiert den Wunsch und die rechte Seite die Aktion, und hier kommen wir wieder zurück zum Ausgangspunkt, wo ein Ungleichgewicht besteht: Im Westen findet die Aktion statt, dort denkt man: „O.k., wir machen das!“ Planung – alles wird geplant. Nichts kann sich entwickeln, alles wird geplant, geplant, geplant … Wir sind dabei ein einzige Ashram zu bauen in Delhi – Ich glaube, seit mindestens zehn Jahren. Wie das Taj Mahal, sage Ich euch! Es ist wirklich schwer zu verstehen, warum man dafür so viel Zeit braucht, obwohl es keineswegs ein sehr großes Gebäude ist. Nicht nur die Sahaja Yogis, auch andere Faktoren spielen mit.

Weil jeder so ist, wird alles aufgeschoben, alles wird auf morgen verschoben. „Das machen wir morgen!“ Einer kommt, der andere nicht. Mit der Schule war es ähnlich, es ging um eine bestimmte Summe oder darum, etwas zu erledigen, wie z. B. ein Haus zu bauen: Drei kamen zur Arbeit – einer lief gleich weg; dann kamen zwei zur Arbeit und nur einer blieb, dann rannten zwei weg, dann kamen fünf zum Arbeiten und zwei liefen weg – wie oder wann soll da ein Haus fertig werden? Nie! Mit solchen Ausreißern wird es nie fertig. So ist das. Daran krankt das kollektive Leben. Ich habe vorgeschlagen, alle Inder sollten einen Platz suchen, dort hingehen und etwas anbauen.

Findet irgendeinen Platz, wo sie hingehen und einige schöne Feigenbäume pflanzen, sie bewässern und gemeinsam betreuen können. Die indischen Frauen sind besser in dieser Hinsicht. Sie arbeiten viel, was das Kochen angeht, und all das, aber der andere Aspekt fehlt. Der andere Aspekt ist Intelligenz, der andere Aspekt ist das Denken. Wenn sie die ganze Zeit daran denken: „Das mag mein Mann so gerne, das muss ich für ihn kochen“, und wenn nun der Ehemann z.B. eine Zitrone braucht zu seinem Essen, und wenn gerade keine Zitrone im Haus ist, so rennt die Frau durchs ganze Haus und überall hin, um die Zitrone für ihren Mann zu bekommen, denn sonst isst er sein Essen nicht. Macht nichts! Wenn er ab und zu mal nicht isst, ist das in Ordnung. Aber die Frauen werden es versuchen, sie sind einfach so, sie wissen, dass sie den Gaumen zufrieden stellen müssen. Indische Frauen haben einen gesunden Menschenverstand, denn hier gibt es wirklich Tiger, alle Ehemänner sind wie Tiger.

Sie müssen dauernd gefüttert werden – sonst weiß man ja nie, wann der Tiger mal angreift! In England und Amerika ist das genau anders herum, da sind die Ehemänner wie … wie Ziegen und die Frauen sind wie Tiger! Auch verwestlichte indische Frauen sind so. Wenn sie in westliche Länder gehen, werden selbst einfache Frauen zu Tigern. Überraschend, wie schnell sie überwechseln in diese Position, selbst wenn sie keine Jeans tragen oder ähnliches, werden sie genau so. Das Ungleichgewicht im Menschen setzt dann ein, wenn er nicht begreift, dass ihr wie die Achse der Mutter Erde sein müsst: weder Steinbock noch Krebs. Diese Balance kommt aus unserer Tiefe, und an dieser Tiefe müssen wir arbeiten. Reden allein nützt nichts – nur reden über Sahaja Yoga – man muss wirklich ernsthaft meditieren, wirklich ernsthaft meditatiieren. Darüber hinaus müssen wir eine kollektive Arbeit übernehmen. In Indien haben wir z.B.

Architekten, die haben nie selbst Hand angelegt an irgend etwas. Sie sitzen und zeichnen, das ist alles – fertig. Wenn die Zeichnung fertig ist, kümmert sie alles Weitere nicht mehr. Gibt es aber Schwierigkeiten, praktische Probleme, können sie nicht mal einen Nagel einschlagen. Man nennt sie die „Schreibtischtäter“, die völlig unfähig sind zu handwerklicher Arbeit. Sie haben zwei linke Hände, selbst wenn sie z.B. nur einen Stuhl aufheben und aufstellen sollen – es klappt einfach nicht. So gesehen, müssen wir zugeben, dass wir aus einer wirklich ruinösen Gesellschaft stammen – unter dem Gesichtspunkt von Kollektivität gesehen. Lasst uns daher kollektiv werden! Versuchen wir, etwas gemeinsam zu machen.

Aber die Kollektivität ist so armselig in Indien, so armselig, dass die Männer nicht mal ihre Frauen gut behandeln. Sie reden nicht freundlich mit ihren Frauen, oder ihren Kindern; Freundlichkeit zu ihren Frauen ist kein ethischer Wert für sie. Westliche Menschen andererseits, legen so viel Wert auf Kollektivität, suchen stets nach Kompromisslösungen, und versuchen, ihr Familienleben in Ordnung zu halten. Auch hier sehen wir die zwei Extreme. Trotzdem wird dank der Weisheit indischer Frauen das Familienleben hierzulande groß geschrieben. Aber wenn man englische Männer anschaut, Ich sage euch, niemand wird den Unsinn tolerieren, den indische Männer ihren Frauen antun. Ihr Verhalten kann wirklich nicht entschuldigt werden. Es ist also die Balance zwischen Frauen und Männern, die den Mittelpunkt herstellt, das Zuhause. Das Heim ist das Zentrum, die Achse. Wie sprecht ihr zuhause miteinander?

Woran denkt ihr? Was beschäftigt euch? Worauf richtet ihr eure Aufmerksamkeit? Worüber specht ihr? Das ist sehr wichtig. Nur so könnt ihr herausfinden, was sich in der Familie abspielt. Wenn ihr schlecht übereinander redet, wenn ihr euer Kind gegen euren Mann aufbringt, wenn der Mann gegen die Frau spricht, wenn die Kinder in Streitigkeiten einbezogen werden mit den Ehemann oder Ähnliches – wenn so etwas geschieht, so folgt daraus, dass es keine Achse, keinen richtigen Mittelpunkt gibt. Im Zentrum steht die Liebe, die Achse ist die Liebe, weder das Ausbeuten noch das Verwöhnen, sondern die Liebe. In einem Land wie dem unserern, was ist nununsere Achse? Die Achse unseres Landes ist Adhyatma.

Wir müssen dieses Verlangen nach Geld überkommen, nach Fortschritt, diesem, jenem. Verlangt zuerst nach Adyatma. Bekommen die Menschen hier und heute ihre Selbstverwirklichung, so wird sich hier kein zweites Amerika entwickeln. Wir brauchen auch keine Kommunisten zu werden, nichts dergleichen, Kommunisten sind genau das gleiche wie Amerikaner, da gibt es keine charakterlichen Unterschiede. Wenn sich ein Amerikaner in Russland aufhält, wird er sich genau so benehmen wie die Russen, und wenn ein Russe nach Amerika geschickt wird, dann verhält er sich ebenso wie die Amerikaner. Da gibt es gar keinen Unterschied. Wenn es aber die Achse des Adyatma in einem Land gibt, in dem ein Mensch seinen spirituellen Aufstieg nimmt, so wird das zum Bedeutendsten überhaupt, und dann kann kein Fortschritt, wie umwälzend sie auch sein mag, dieses Land vernichten oder Kriege verursachen. Überall wird Frieden herrschen, überall wird Freude herrrschen. An diesem Tag des Markar Sankrant wollen wir also sagen, dass der Sankrant vorbei ist, dass wir einem neuen Zeitalter entgegen sehen, einem neuen Mond, der uns segnet, und der großen Sonne die aufsteigt, um uns all die Energie zu geben, die wir brauchen, um die Ankunft des goldenen Zeitalters von Sahaja Yoga zu feiern. Möge Gott euch alle segnen!

Zur Puja: Makar Sankrant ist eine kleine Puja, die Puja der Göttin Sonne … Wer aus dem Ausland bleibt hier nach dem 11., d.h. in der Zeit nach dem 12.? Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht neun, zehn … siebzehn, achtzehn, neunzehn, zwanzig. In Ordnung, vielleicht so: Wer bleibt in Bombay nach dem 11.? Wann gehen sie? Alle, die in Bomblay bleiben nach dem 11., wann reisen sie ab? Ihr kommt nach Pratishthan. Gut. Was ist mit dir, John? Möchtest du hier in Bombay bleiben oder wäre es dir lieber in Pratishthan? Es ist nichts vorbereitet hier und all diejenigen, die nicht am 11. oder 12. abreisen, oder in naher Zukunft, wie viele von euch wollen länger hier bleiben?

Etwa 44. Wie viele Männer udn wie viele Frauen? Dann sollten die Männer nach Pratishthan und die Frauen können nach Alibagh gehen. Der Grund ist, das Pratishthan immer noch sehr spartanisch ist. Es ist noch kein Platz für Frauen. Ich habe nur einen Raum, in dem Ich lebe. Es schein Mir das Beste, alle Frauen … nach Alibagh, dort in Alibah können sie für ihren Aufenthalt zahlen, und es gibt Leute, die sie versorgen werden. Die, die nach Pratishthan kommen, wie viele Männer sind es? Etwa fünfzig. Fünfzig, gut.

Und wann geht ihr zurück mit all euren Sachen? Seht ihr, es ist eine solche Verantwortung, diese Arbeit. Ihr könnt nach Pratishthan kommen, wenn ihr dort Aufnahmen machen wollt, aber wir tragen natürlich die Verantwortung, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem ihr abreist, tragen wir die ganze Zeit die Verantwortung. Am besten kommt ihr nach Pratishthan, macht die Fotoaufnahmen oder was immer ihr dort vorhabt. Aber dann solltet ihr buchen, denn ihr müsst dieses Land verlassen, sonst lassen sie uns keine Ruhe, und sind immer hinter uns her. Es tut mir leid, aber ihr müsst abreisen mit all euren Sachen, die ihr herumtragt. Das sollte in drei, vier Tagen geschehen. Beendet die Fotoaufnahmen hier und regelt dann eure Abreise. Die Frauen, die noch hier bleiben möchten, können entweder nach Washi gehen oder nach Alibagh. Alibagh ist besser … Sie können nach Alibagh gehen und dort bleiben, so etwa dreizehn oder vierzehn Frauen.

Gut, das ist also erledigt. Lasst uns anfangen … Atharva, Ganesha … Einundzwanzig Amerikaner müssen gehen. Wir werden also die Puja so kurz wie möglich halten, damit sie gehen können.