Shri Ganesha Puja

Moscow (Russia)

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Shri Ganesha Puja, Moscow (Russia), 11 September 1994.

Heute wollen wir Shri Ganesha verehren.

Er residiert im Mooladhara und zwar am Mooladhara Chakra, nicht im Mooladhara selbst. Dort – im Mooladhara – sitzt die Kundalini. Sie ist die Mutter von Shri Ganesha, wir nennen Sie Gauri. Gestern saht ihr im Theaterstück, wie Shri Ganesha Seinen Elefantenkopf bekam. Und das geschah in einer anderen Welt. In der Welt, die wir kennen, gibt es noch viele andere Welten. Die Frage ist nur, ob wir uns dieser bewußt sind. Momentan haben wir menschliches Bewußtsein. Aber wir sind aufgestiegen in ein höheres Bewußtsein, das wir die vierte Dimension nennen. Ohne Shri Ganesha ist das nicht möglich.
Ihr wißt, Er symbolisiert die Unschuld in uns. Und diese Unschuld wird niemals zerstört. Weil sie ewig ist. Es kann jedoch passieren, daß durch Fehler, die wir begehen, diese Unschuld von Wolken verdeckt wird. Aber wer einmal seine Selbstverwirklichung erhalten hat, bekommt damit auch seine Unschuld wiederhergestellt. Ihr selbst und eure Aufmerksamkeit werden somit wieder unschuldig.
Es ist für euch etwa unmöglich, eurer Religion zu folgen, wenn ihr nicht erleuchtet seid, sei es hinsichtlich Christus, Mohammed Sahib oder der jüdischen Religion. Das haben die Inkarnationen aber nicht beachtet, weil sie Wesen von sehr hohem Niveau waren. Sie wußten nicht über den Zustand der Menschen Bescheid. Zum Beispiel steht in der Bibel, daß man, wenn das rechte Auge eine Sünde begeht, also gegen Shri Ganesha handelt, dieses Auge entfernen soll. Oder wenn die rechte Hand etwas gegen Shri Ganesha unternimmt, soll man sie am besten abhacken. Stellt euch nur vor, die Christen würden wirklich nach dieser christlichen Lehre leben: Sie hätten alle keine Hände und Augen mehr. Denn es steht eben so geschrieben, daß man nach begangenen Fehlern sich dieser Körperteile entledigen soll. Christus selbst sagte, man solle das tun. Er sprach im besonderen die Männer an, nicht so sehr die Frauen. Deshalb entschloß sich Mohammed Sahib, auch den Frauen einiges vorzugeben; denn wieso sollte man nur die Männer zurechtweisen und die Frauen nicht. Und so schuf er diese strengen Regeln für die Frauen. Es sagte etwa, man solle jene Frauen maßregeln, die ihren Ehemann in Besitz nehmen wollen. Aber um das tun zu können, muß der Gatte selbst ein unschuldiger Mensch sein. Wenn er selbst die gleichen Fehler begeht, hat er kein Recht, zu seiner Frau oder Schwester streng zu sein.

Am strengsten überhaupt war es für die Juden, als Moses ihnen die 10 Gebote gab. Er sah, daß sie damals – wie auch heute wieder – eine dekadente Gesellschaft hatten. Heutzutage haben wir diese dekadente Gesellschaft auch in Amerika und an vielen Orten sonst auch. Es gibt keine Moral mehr. Und es redet auch keiner mehr über Moral. Ich glaube, Sahaja Yoga ist der einzige Weg, um unschuldig werden zu können. Die Juden etwa hatten Regeln – genannt Shariat -, daß ein Dieb seine Hände abhacken soll, ein anderer seine Nase oder irgendetwas anderes. Sehr streng. Da ist es Mir klar, daß es unmöglich ist, diesen Lehrern zu folgen; sie sind einfach zu rein, zu groß. Als Christ könnte man andernfalls keine zwei Hände und Augen mehr haben. Und bei den Moslems wären stets die Frauen, Töchter und Schwestern in Gefahr. Für die Juden gab es genauso alle Arten von Strafen. In Wirklichkeit aber wurden nur die Heiligen und alle rechtschaffenen Leute bestraft. Dies deshalb, weil es soviele aggressive und sündhafte Menschen gibt. Und die wissen gar nicht, daß sie schlecht sind, sich gegen Dharma und gegen die Religion verhalten.
Allein bei Sahaja Yoga bekommt ihr das Licht, den Spirit. Shri Ganesha ist der Spirit in uns und er inkarnierte auf dieser Erde als unser Herr Jesus Christus. Aber alles Böse hat man diesen großen Persönlichkeiten angetan. Und dann haben die Menschen auch noch separate Religionen aus ihren Lehren gemacht, während sie selbst sich nie voneinander distanziert hatten. Zum Beispiel hat Mohammed Sahib über Moses, Abraham, Christus und dessen Mutter geschrieben. Er schuf also niemals eine andere Religion. Er sprach über all die anderen Religionen, sah sie alle als eine einzige Religion. Und heute noch gibt es soviele Menschen, die nicht glauben, daß alle Religionen aus einem einzigen Baum der Spiritualität gewachsen sind. Und sie kämpfen nicht nur mit den anderen, sondern auch untereinander. Sie töten im Namen Gottes unzählige Menschen!

Unschuld ist die Quelle der Liebe. Wenn man etwa kleine Kinder ganz lieb tanzen sieht, empfindet man dabei so starke Liebe für sie. Oder wer sieht, wie ein kleines, so ein liebes Baby ihn anlacht, verspürt große Liebe für dieses Kind. Hingegen kann, wer die Unschuld nicht respektiert, nie eine liebevolle Person werden. Und ohne Liebe kann man die Wahrheit nicht erkennen. Aber manchmal sind wir etwas ängstlich, unsere Liebe für unschuldige Leute auch auszudrücken, obwohl die Unschuldigen ganz unkompliziert sind.

Ich sehe es überhaupt nicht gerne, wenn Eltern ihre Kinder schlagen. Sie haben vielleicht nur aus ihrer Unschuld heraus etwas angestellt, deswegen müssen wir sehr behutsam mit ihnen sein. Heutzutage werden viele Kinder – auch in Rußland – realisiert geboren, weil ihr jetzt alle erleuchtet seid, und es warten viele große Heilige darauf, wieder geboren zu werden. Ihr müßt nur selbst unschuldig sein. In Ländern, wo Kinder nicht respektiert werden, wollen Kinder auch nicht geboren werden. Es gibt ein Minuswachstum in diesen Ländern. In Indien hingegen, wo die Liebe zu Kindern sehr groß ist, wollen alle geboren werden, obwohl dort Armut herrscht. Denn Kinder verstehen Geld und andere materielle Dinge nicht, sie verstehen nur Liebe. Wenn ihr keine Liebe in euren Herzen habt, kann Shri Ganesha in euch nicht leuchten. Der Unterschied zwischen einer echten Mutter und einer Mutter, die mit ihren Kindern oft schimpft, ist, daß die Mutter, die ihr Kind liebt, sich an allem erfreut, was sie für ihr Kind tun muß. Jene Mutter hingegen, die ihr Kind nicht liebt, findet alles, was sie tut, anstrengend, es ist zuviel für sie. Wenn man sie fragt, was los sei, sagt sie, sie müsse dies alles waschen, das alles reinigen, auf das Kind aufpassen und alles Mögliche sonst noch. Eine erleuchtete Mutter hingegen wird das alles gerne machen und sich daran auch noch erfreuen. Sie hat Respekt für ihre Kinder und wird die Kinder auch respektierbar machen. Es gibt keinen Grund, zu euren Kindern grob zu sein. Kinder sind sehr sensibel und intelligent. Man mag vielleicht unter tausend Kindern eines finden, das nicht einfach ist. Erst später nehmen sie Dinge von Erwachsenen – speziell den Eltern – und von der Umgebung an und werden schwierig. Es bedeutet das nicht, daß ihr eure Kinder nicht kontrollieren und einschränken und sie erziehen sollt. Am besten ist es, selbst unschuldig und dharmisch zu sein. Ganesha ist die Basis der Moral. Wenn es in einer Gesellschaft kein moralisches Benehmen mehr gibt, wird diese Gesellschaft zugrunde gehen. Es mag dort noch soviele ökonomische, finanzielle oder politische Vorteile geben, sie werden von innen zerstört werden. Nehmen wir Amerika. Dieses Land hat den Ruf, sehr wohlhabend zu sein. Ich bin mir da nicht so sicher, ob sie wirklich wohlhabend sind, denn sie scheinen mir auf der anderen Seite sehr verschuldet. Und schaut euch nur an, was sonst noch alles dort passiert! Kleine Kinder im Alter von 12 Jahren töten schon Menschen und verkaufen Drogen. In einigen anderen – westlichen – Ländern werden viele Kinder sogar von ihren eigenen Eltern ungebracht! Jedes Land, in dem es Überfluß gibt, hat auf der anderen Seite ganz eigene unmoralische Züge in sich. Meist leben absolut gewalttätige, arrogante und egoistische Leute dort.

Die Unschuld nun löst als erstes das Ego auf, und zwar komplett. Wenn man etwa mit Kindern spricht, bekommt man oft so nette Antworten zurück, daß man erstaunt ist, woher sie das haben. Sie sind so herzlich und liebenswürdig. Ich möchte euch eine Geschichte erzählen:

Ein paar Freunde besuchten einmal das Grab des Präsidenten von Amerika – Kennedy. Sie hatten ein Kind mit, und es schaute aufs Grab, während alle schweigsam waren. Dann wandte sich das Kind an Vater und Mutter und sagte: „Mutti, wieso legt ihr den Präsidenten unter die Erde? All die Würmer werden ihn erwischen! Wieso straft ihr ihn so?“

Ihr seht also, daß es viele Gelegenheiten bei Kindern gibt, zu sehen, wie sie über andere Leute reden. Einmal am Flughafen fuchtelte ein Kind andauernd durch die Luft. Ich fragte, was es da tue. Es sagte: „Ich versuche diese Leute zurechtzurichten, sie sind alle kopflos.“ So wie die Leute gestern auf Swadishthana Chakra waren. Die Kinder sehen also das ganze Spiel, das ganze absurde Theater. Sie sind sehr unschuldig, und daher ist nichts einfacher, als ihnen gute Manieren beizubringen. Von Shri Ganesha kennen wir etwa das Beispiel, wie sein Vater zu den Kindern sagte: „Wer als erster die Mutter Erde umkreist, bekommt ein Geschenk.“ Der kleine Ganesha dachte nun: Was mach ich nur mit diesem Karttikeya, der viel schneller mit seinem Pfau fliegen als ich mit meiner kleinen Maus laufen kann. Aber Ganesha als Quelle aller Weisheit löste es so: „Meine eigene Mutter ist doch noch größer als die Mutter Erde“, und er umkreiste sie dreimal und bekam das Geschenk.

Eine Person, die unschuldig ist, ist sehr demütig. Sie versucht nie eine Show zu liefern. Niemals. Sie weiß gar nicht, wie es geht, sich ins Rampenlicht zu stellen. Zum Beispiel hat Shri Ganesha nur eine kleine Maus als Begleiter. Aber Leute, die angeben, kaufen sich zum Beispiel Autos, die sie nicht finanzieren können und müssen dafür große Schulden machen. Und alles nur, um zu zeigen, daß sie reich sind. Das ist eine Krankheit von Leuten, die nicht unschuldig sind. Und es gibt andere Menschen, die sich diese Gewohnheiten zunutze machen:

Im Westen gibt`s beispielsweise Designer, und die bringen ihre Namensschilder auf ihren Produkten an. Hiefür muß man sehr viel bezahlen. Wer nun einen Mantel mit einem Designernamen darauf hat, versucht nun, so auffällig durch die Straßen zu gehen, daß jeder seinen Designermantel sehen kann. Und neuerdings bringen sie das Schild hier an. Das ist eine westliche Gewohnheit, die es hier in Rußland noch kaum gibt, aber sie wird auch hierherkommen, und dann werden auch hier die Unternehmer großen Gewinn damit machen.

Dagegen muß ich sagen, daß die Inder sehr weise sind. Nicht alle, aber die meisten. Weil sie an Shri Ganesha glauben, verschwenden sie ihr Geld nicht für Angebereien. Seht auch, wie die Unternehmer diese Laster hemmungslos ausnutzen. Eine unschuldige Person ist nicht so besorgt um ihr Aussehen, um die Mode oder sonstige Accessoires für ihren Körper. Viele Leute tragen Dinge nur, um sie herzeigen zu können. Ich erzähle euch das deswegen, weil all dieser Unfug nun auch in euer Land kommt. Ich hoffe aber, daß ihr versteht, daß hinter Schönheit und Persönlichkeit allein die Unschuld steht. Wenn einmal die Unschuld verloren ist, fallen alle in die Hände dieser Designer, die diese komischen Kleider machen. Sie machen für Frauen solche Kleider, in denen man seinen Körper zu Schau stellen muß. Und je mehr man vom Körper sieht, desto teurer sind die Kleider. Und trotz der Kälte draußen will jede diese dünnen und kurzen Kleider tragen. Man kann sie nicht anschauen. Auch sind unsere westlichen Filme so grauslich, daß man sie einfach nicht anschauen will. Sie verwenden in ihren Filmen unschuldige Kinder und verdienen damit viel Geld.

Die Basis von Dharma ist Shri Ganesha. Kinder etwa wissen nicht, wie man lügt. Das fällt ihnen sehr schwer. Und manchmal sagen sie daher Dinge, die einen vor den Kopf stoßen. Zum Beispiel sagte einmal eine Mutter zu ihrem Mann in Anwesenheit des Kindes, daß der für den Abend erwartete Gast wie ein Ferkel esse. Ihr Bub hörte das, und als der Geladene am Abend kam und zu essen begann, schaute der Bub ihn genau an und sagte: „Aber Mama, er ißt ja gar nicht wie ein Ferkel. Wieso hast du zu uns gesagt, er esse wie ein Ferkel?. Du sollst uns nicht anschmettern!“ Und die Mutter war unglaublich schockiert darüber. In ihrer Unschuld halten Kinder so das Kritisieren und Beurteilen von anderen hintan. Weil sie einfach gewisse Dinge, die unmoralischen und nicht unschuldigen Leuten gleich auffallen, erst gar nicht sehen. Da fällt mir meine eigene Enkelin ein, wie sie auf einem Bild eine Frau im Badeanzug sah. Gleich sprach sie das Bild an und sagte: „Jetzt geh und zieh dich sofort anständig an, sonst wird meine Großmutter sehr böse mit dir sein.“ Ihr seht also, wenn man diese kleinen kleinen Kinder reden hört und sieht, wie sie sich benehmen und wie unschuldig sie sind, dann freut man sich richtig dabei. Eben weil die Unschuld die Quelle der Liebe und der Freude ist. Wenn man keine Liebe kennt, kann man sich auch über nichts freuen, und man beginnt zu kritisieren, zu beurteilen und verschwendet seine Energie für unsinnige Dinge. Zum Beispiel: Vor kurzem hörte Ich gute Musik. Der Sänger bewegte zwar seine Hände etwas viel dabei und hatte die Augen geschlossen, sang aber wunderbar. Ich verlor mich richtig in der Musik. Aber da waren einige Frauen, die sich darüber mokierten, wie der Sänger angezogen sei und wie er herumfuchtle. All diese oberflächlichen Dinge sahen sie, aber nicht die Essenz. Nur die Unschuld bringt einen zur Essenz. Und die Essenz ist Liebe. Deswegen ist es so wichtig zu verstehen, daß wir die Qualitäten von Shri Ganesha voll in uns etablieren müssen. Seine Qualität der Unschuld, die in uns bereits wieder vorhanden ist, muß nun auch Wirkung zeigen. Zum Beispiel war Ich einmal im Haus eines Sahaja Yogis und traf dort noch mit ca. 25 anderen Leuten zusammen. Als das Treffen vorbei war, sollte Ich dort noch zu Abend essen und wartete daher, bis alle anderen Gäste weg waren. Mein Gastgeber war gerade in der Küche, als sie alle gingen. Als er herauskam, wunderte er sich, daß alle weg waren und sagte zu mir: „Mutter, was hast Du gemacht, ich habe für alle gekocht!“ Tränen kamen in seine Augen. Und Ich war sehr ergriffen von seiner Großzügigkeit und Obsorge. Wenn man auf unschuldige Weise großzügig ist, ist man sich dabei dessen gar nicht bewußt. Man erfreut sich einfach an seiner Großzügigkeit und läßt sich von den Reaktionen anderer darauf gar nicht stören.

Wir haben in den Shastras die Beschreibung von vielen solchen Leuten. Shri Rama zum Beispiel. Im Dschungel traf Er einmal eine sehr alte Frau von einem Eingeborenenstamm. Sie war uralt und hatte nur mehr zwei Zähne. Es war Shabari. Sie sprach Shri Rama an und bot Ihm einige Bejr an, das sind Früchte ähnlich den Zwetschken. Und sie erzählte ihm sehr unschuldig, wie sie alle Früchte zuerst gekostet habe mit ihren zwei Zähnen. War eine saure dabei, warf sie sie weg, weil Shabari wußte, daß sie Shri Rama nicht schmecken. Alle Früchte hier sind also gewiß süß. In Indien ißt man normalerweise nichts, was ein anderer Mund schon berührt hat. Aber Shri Rama erkannte das, bedankte sich für die Vorkostung und erbat alle diese Früchte von ihr. Sein Bruder Lakshmana war verärgert über diese Frau ohne Manieren. Und als sie die Früchte sogar in Shri Ramas Mund stecken wollte, wurde er noch wütender. Sie aber sagte: „Schau wie sie ihm schmecken! Nur weil ich sie sorgfältig probiert habe, kann er sie so genießen; ohne mein Testen wäre das nicht möglich.“ Da wurde Lakshmana zornig, sehr zornig. Shri Rama sagte nun: „Welch herrliche Früchte das sind! In meinem ganzen Leben hab Ich solche noch nicht gegessen“. Und seine Frau Sita wollte nun auch einige kosten. Rama sagte: „Nein, nein! Die sind für mich, Ich kann Dir keine geben“. Sita entgegnete: „Lieber Mann, Ich bin ja Deine Frau, und Du sollst daher alles mit Mir teilen“. Rama sagte, „Gut, es ist Dein Recht“, und er gab Ihr von den Früchten. Sita kostete und sagte: „Phantastisch, ein Geschmack wie Ambrosia. So gute Früchte habe Ich noch nie gegessen“. Und Sie sagte zu ihrem Schwager Lakshmana: „Schau dir diese Früchte an. Die schickt der Himmel!“ Nun erschienen sie auch diesem verlockend, und er sagte kleinlaut: „Gib mir auch ein paar zum Kosten“. Aber Sita lehne ab: „Nein, nein, nein! Ich kann sie mit dir unmöglich teilen, habe Ich sie doch selbst nur mit großer Mühe von deinem Bruder erhalten, es geht also nicht“. Und Shri Rama sagte: „Also gut, gib ihm ein paar“. Diese unschuldige alte Frau sagte: „Warte, ich habe noch mehr! Ich kann ihm welche geben. Es ist auch für Dich noch etwas da, und ich möchte sie Dir geben“. Und Lakshmana erhielt welche, aß sie, genoß den wunderbaren Geschmack und bekräftigte dann ebenso, noch nie so gute Früchte gegessen zu haben.

Oder nehmen wir Shri Krishna! Wenn er in der Hauptstadt Hastinapur war, lebte er nicht mit den Königen -Duryodhana war es damals – zusammen, sondern mit Vidura, dem Sohn einer Dienstmagd. Weil Vidura ein erleuchteter Mann war, wurde er von Shri Krishna mehr als alle anderen respektiert.

Manchmal machen wir aber auch den Fehler, uns zu sehr von der Unschuld der Kinder einwickeln zu lassen. Das ist etwa dann der Fall, wenn wir Ihnen zuviel Aufmerksamkeit schenken. Die Unschuld ist wie ein strömender Fluß. Wenn man ihn aufstaut, hört das Fließen auf, und die Kinder werden verdorben. Man muß Kinder selbstverständlich respektieren, soll sie aber trotzdem nicht als etwas besonders Außergewöhnliches behandeln. Sie sind einfach alle gleich. Natürlich haben sie unterschiedliche Charaktere, aber im wesentlichen sind sie alle gleich. Etwa wird keinem Kind jemals langweilig! Wer unschuldig ist, wird sich nie gelangweilt fühlen. Er sieht stets die schönen Dinge in seiner Umgebung. Und auch wenn so jemand allein ist, erfreut er sich eben an sich selbst. Langweilen können sich nur die Erwachsenen. Wenn man etwa am Flughafen auf ein verspätetes Flugzeug warten muß, werden alle Erwachsenen sehr aufgebracht sein. Die Kinder hingegen werden mit den Dingen, die um sie sind, zu spielen beginnen: Mit den Stiegen etwa oder dem Geländer; sie laufen rauf und runter. Sie vermiesen sich nicht die Zeit durch fixe Vorstellungen darüber, wie es normalerweise nun weitergehen sollte. So oft habe Ich das am Flughafen schon gesehen, wie die Kinder spielten und neue Freundschaften schlossen, während sich die Erwachsenen beim Warten langweilten und schlechte Laune bekamen.
Ihr könnt also nur mit Unschuld eure engstirnigen Ideen überwinden.

Auch sah Ich oft Kinder von sehr rassistisch eingestellten Eltern ohne weiteres mit andersartigen Kindern in Kontakt kommen. Denn unschuldige Menschen können einfach mit jedem anderen auskommen, ohne zuerst zu überlegen, welche Hautfarbe, welches Gesicht oder welche Frisur der andere hat. Diese Dinge machen ja auch wirklich keinen Unterschied, es sind Oberflächlichkeiten. Und Kinder kümmern sich eben nicht um diese Oberflächlichkeiten. Sie sehen nur das Herz einer Person. Wenn jemand liebevoll ist, laufen ihm die Kinder zu, egal welche Rasse oder Religion er hat.

Ich sagte euch schon, daß die Unschuld das Ego auflöst. Unschuldige Menschen können nicht aggressiv sein. Wenn sie aber doch einmal in diese Richtung gehen, kommt auch nur eine sehr liebevolle Aggression hervor. Wie etwa ein Kind einmal darauf drängte, daß einige seiner Kleider einem anderen Kind geschenkt werden sollten. Die Eltern reagierten, „was? Diese teuren Sachen willst Du hergeben?“, worauf das Kind erwiderte, „na gut, dann kaufen wir für mich beim nächsten Einkauf wieder neue, und ich kann diese jetzt meinem Freund schenken!“ Unschuldig sagte es das. Weil unschuldige Kinder keinen Sinn für Besitz haben. Auch zögern sie nicht, ihre Sachen zu teilen – wenn sie unschuldig sind. Aber wenn sie so erzogen werden, daß sie Dinge allein als ihr eigen ansehen sollen, wenn ihnen die ganze Zeit gesagt wird, daß es ihnen und nur ihnen gehört, dann beginnen sie, von den Sachen Besitz zu ergreifen.

Das beste für ein freudvolles Leben ist, mit Kindern zu leben, so zu sein wie sie und sich an ihnen zu erfreuen. So wird auch die Unschuld in uns wieder genährt. In Sahaja Yoga habe Ich gesehen, wie Menschen wieder sehr unschuldig werden. Shri Ganesha – der auch hier am Hinterkopf residiert als Mahaganesha – beginnt bei den Augen zu wirken: Lust und Gier verschwindet einfach aus den Augen, weil ihr eine unschuldige Aufmerksamkeit entwickelt. Ihr könnt also euer Augenlicht behalten und müßt weder die von Christus genannte strenge Strafe erleiden, noch eure Hände abhacken lassen. Weil ihr wirklich moralisch werdet. Ich weiß nicht, wieviele von Euch wissen, daß ihr alle bereits Heilige geworden seid. Gleich wie Ganesha erschaffen wurde, wurdet ihr als unschuldige Heilige erschaffen. Versucht, eure Unschuld zu respektieren. Das bewirkt in euch ein jugendliches und glückliches Gefühl.

In Indien – Maharashtra – haben wir acht Swayambu-Ganeshas. Und die Menschen von Maharashtra sind auch wirklich sehr unschuldig. Indien ist ein sehr altes Land, in dieser Gegend wurde Shri Ganesha besonders verehrt, und so wurden die Leute sehr unschuldig. Gerade jetzt ist die Zeit wieder gekommen, wo Shri Ganesha 10 Tage lang besonders verehrt wird. Es werden Ganesha-Figuren aus Lehm gemacht, die sie später dem Wasser anbieten, entweder dem Meer oder einem Fluß. Aber mit dem Aufkommen der Coca-Cola-Kultur auch hier in Indien begannen die Leute in Gegenwart von Shri Ganesha vulgäre Lieder zu singen, und sie tranken sogar in Seiner Gegenwart. Ich warnte die Leute in 2 Ansprachen, das nicht zu tun, weil ein verärgerter Shri Ganesha Erdbeben schicken kann. Sie aber wollten mir nicht glauben. Und drei Jahre später, als die Leute eines größeren Dorfes gerade dabei waren, die Ganesha-Figuren dem Wasser anzubieten, kam Ich zurück. Sie waren alle betrunken und tanzten durch die Nacht. Und plötzlich kam dieses große Erdbeben, und alle wurden sie begraben … ausgenommen die Sahaja Yogis und unser Zentrum dort; sie wurden in keiner Weise vom Beben erfaßt. Es entstand ein großer Spalt im Boden rund um das Zentrum, und die Menschen liefen in Richtung unseres Zentrums, um gerettet zu werden, aber sie fielen alle in die Spalte und starben.

Man sieht also, wie die Unschuld auf der anderen Seite auch sehr mächtig sein kann. Jeder, der versucht, jemandes Unschuld zu beeinträchtigen oder gar zu zerstören, wird am Ende sehr schwer bestraft von Shri Ganesha.

Wer Shri Ganesha nicht im Herzen verehrt, kann sowohl auf die rechte als auch auf die linke Seite gehen. Die ersteren bekommen alle Arten von – zumeist physischen – Krankheiten, während die letzteren an psychosomatischen Krankheiten zu leiden beginnen, die unheilbar sind. Wir hatten in unserem Land ein paar fürchterliche Leute, die predigten, daß man durch das Mooladhara Chakra – also durch Sex – die Kundalini erwecken könne. Und daraus wurden Tantriker. Und diese Tantriker verunstalteten überall die Tempel – mit Erotika etwa – und verletzten so Shri Ganesha. Heute sind sie alle vernichtet. Man soll also niemals jemanden herausfordern, der unschuldig ist, also den Segen von Shri Ganesha genießt. Nur durch die Erleuchtung kann man Shri Ganesha in sich selbst erwecken.

Möge Gott euch alle segnen!