Sahastrara Puja, ou must feel responsible but be humble

Nirmal Temple, Cabella Ligure (Italy)


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Sahastrara puja. Cabella Ligure (Italy), 5 May 1996.

Heute, genau an diesem Tag, feiern wir die Öffnung des Sahastrara. Ich muß sagen, daß es ein großartiges Ereignis für die gesamte Menschheit war. Es ist eine derartige Errungenschaft; ich hatte das nie zuvor bemerkt, aber jetzt kann ich sehen, daß es ohne die Selbstverwirklichung unmöglich gewesen wäre, zu den Menschen zu sprechen. Als es passiert war, fragte ich mich, wie ich darüber zu den Menschen sprechen sollte, denn niemand würde es verstehen, und es wäre ein großer Fehler von mir, etwas über das Sahastrara zu sagen. Denn das Sahastrara wurde nirgends in den Schriften beschrieben, die Beschreibung war absolut zweideutig. Aufgrund dieser Beschreibung hätten sich die Menschen nicht einmal vorstellen können, daß es einen Bereich jenseits des Sahastrara gibt. Und man muß in diesen Bereich, wo die Realität ist, eintreten. Damals sah ich um mich herum nur Dunkelheit, und wenn und solange es nicht viele Lichter gibt, werden die Menschen nie verstehen, wie wichtig es ist, Licht zu haben.

Es ist auch ein menschlicher Irrtum, immer, wenn jemand etwas erreicht, diese Person auf ein Podest zu stellen. Christus zum Beispiel: in Ordnung, er war Christus, aber wir sind nicht Christus. Mohammed Sahb war Mohammed Sahb – wir sind nicht Mohammed Sahb. Rama war Rama, Krishna war Krishna, wir sind das nicht. Wie kann man von menschlichen Wesen verlangen, sich so zu verhalten wie sie? Sie sind also völlig getrennt zu betrachten. Die göttlichen Persönlichkeiten sind entfernt, sehr weit entfernt von menschlichen Persönlichkeiten. Es war nur Anbetung, Glaube von den Menschen, aber wenn sie sagten, sie würden ihnen folgen, konnten sie es nicht. Sie konnten ihnen nicht folgen, denn ich glaube, menschliche Bewegung findet parallel zum Göttlichen statt, und diese beiden Linien treffen sich nicht, wenn man den Menschen nicht die Selbstverwirklichung gibt. Das menschliche Niveau bewegt sich auf einer anderen Ebene, und es muß auf eine höhere Ebene kommen, um zu verstehen, daß das, was sie kennen, nicht die Realität ist. Ich könnte nicht sagen, was die Voraussetzung dafür ist, denn meiner Erfahrung nach kamen alle möglichen Arten von Leuten zu Sahaja Yoga. Es gibt Leute, die als sehr schlecht und grausam beschrieben werden, andere als sehr ausschweifend oder als Betrüger, von denen es heißt, sie seien furchtbar oder dies oder jenes – aber ich habe bemerkt, daß jedes menschliche Wesen, was den Spirit betrifft, so wie aus derselben Natur gemacht ist. Äußerlich sind sie vielleicht verschieden anzusehen, ihre Art zu sprechen mag verschieden sein, ihre Stile und Vorlieben mögen differieren, aber innerlich sind sie alle sehr schön. Das habe ich Stück für Stück herausgefunden, und ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Freude mir das gegeben hat, und nicht nur Freude, sondern auch Ermutigung, Rückhalt und Geduld. Und jetzt seht ihr, wie Sahja Yoga gewachsen ist.

Das Großartigste jedoch, was passiert ist und worüber ich am glücklichsten bin, ist, daß sich die Sahja Yogis sehr verantwortlich für Sahaja Yoga fühlen. Und sie haben das Gefühl, daß sie diese Erleuchtung überall verbreiten müssen. Es ist jetzt ihr innerster Wunsch, Sahaja Yoga zu verbreiten. Das erste war, daß sie der Geist (spirit) werden sollten. Und es gab sogar welche, die vorher gar nicht wirklich den Geist gesucht hatten, aber auch sie wurden Sahaja Yogis. Und über einige von euch bin ich überrascht, ich hätte nie gedacht, daß sie so weit kommen würden – und plötzlich hört man, daß diese oder jene Person irgendwohin gegangen ist und dies oder jenes gemacht hat.

Ich weiß nicht, welches Prinzip ihr als erstes akzeptiert habt – je nach eurem Verständnis -, als ihr in den Bereich der Realität kamt. Aber eines habt ihr verstanden: daß ihr tatsächlich mit dem Göttlichen verbunden seid. Einige Leute hatten überwältigende Erlebnisse, einige sanftere, aber bei den meisten von ihnen sah ich, daß sie an sich selbst zu glauben, sich selbst zu verstehen und Selbstvertrauen zu entwickeln begannen. Es gibt so viele Mythen über Gott, Religionen und Gurus – als sie jedoch das Licht des Geistes sahen, der ihnen ein Gefühl für die Realität gab, war es, als ob sie ihren Verstand und sich selbst festigen würden. All dies ist, muß ich sagen, innerhalb sehr kurzer Zeit geschehen. Ich kann nicht sagen, daß ich lange gebraucht hätte oder daß ich durch eine Menge Erfahrungen durchgehen hätte müssen. Für mich sind all diese Erfahrungen nichts. Wenn ein Schiff seetüchtig ist, kann es allen möglichen Stürmen, Haifischen oder sonstigem die Stirn bieten, ohne Schwierigkeiten, da es eben seetüchtig ist.

Also habe ich mich nicht so gefühlt. Ich spürte jedoch, daß wenn ihr vom menschlichen auf dieses spirituelle Niveau kommt, immer noch einiges von all dem noch fortlebt und da ist. Das muß gereinigt werden, erhellt, oder man könnte sagen, vollkommen erleuchtet. Das Große aber an Sahaja Yoga ist, daß ihr das alles selbst gemacht habt. Es ist nett zu sagen, „Mutter, du hast dies gemacht, du hast jenes gemacht“ – vielleicht den Teil, der die Erleuchtung betrifft. Jetzt aber gibt es diese Lichter – wenn man sich jedoch nicht um sie kümmert, nicht auf sie aufpaßt und ihnen nicht das Öl der Liebe gibt, wie können sie weiter brennen? Das ist etwas, was ihr irgendwie verstanden habt: wie wichtig es ist, gute Sahaja Yogis zu werden. Vielleicht durch Introspektion, vielleicht hat jemand anderer darüber gesprochen, vielleicht habt ihr es von selbst verstanden – was immer es auch ist, alle von euch versuchten, gute Sahaja Yogis zu sein.

Natürlich gibt es Leute, die manchmal böse mit mir sind: „Warum hast du nicht meine Schwester, warum hast du nicht meinen Vater geheilt, wenn du Gott bist?“ Solche Sachen gibt es. Aber das macht für mich keinen Unterschied, weil diese Leute so frustriert, so durcheinander sind und daher so sprechen. Ein oder zwei solche findet man hier und da, aber hier seht ihr Tausende, so schöne Menschen. Ich bin sicher, die völlige Emanzipation dieser Erde, dieses Globus wird stattfinden, wenn ihr alle die Verantwortung übernehmt.

Mit der Verantwortung gibt es einige Probleme, die ihr kennen solltet. Wenn ihr euch verantwortlich fühlt, dann müßt ihr zunächst einmal wissen, daß ihr nicht die Obhut und Aufsicht habt. Und zweitens müßt ihr wissen, daß es so viele andere Kräfte gibt, daß so viele Engel und Ganas mit euch sind und ihr nicht allein seid. Wenn ihr also denkt, daß ihr irgendetwas tut, wird euch das vielleicht egoistisch machen. Das beste, was ihr in einem solchen Fall sagen könnt, ist, „in Ordnung, ich mache gar nichts, es ist das Göttliche, das es ausarbeitet“. Nicht daß das Göttliche vielleicht irgendeine Anerkennung dafür wollte, aber indem ihr das sagt, wird sich der Ballon eures Egos nicht entwickeln. Ihr werdet demütig werden, und diese Demut wird zweifellos den großartigen Baum der Spiritualität in euch wachsen lassen. Sie wird euch gewiß zu einer hochentwickelten Persönlichkeit machen, ohne Zweifel. Aber zunächst müßt ihr sagen, „ich mache überhaupt nichts“. Das ist sehr wichtig zu verstehen, wenn ihr spirituelle Autorität habt, Dinge zu tun. Es ist kein Boden für Tests, soviel kann ich euch sagen. Viele Leute denken, Mutter testet uns. Ich teste euch nicht, ihr testet euch selbst. Ich sage nicht, tut dies nicht oder tut jenes nicht, ihr testet euch selbst. Und jetzt müßt ihr wissen, daß ihr im wunderschönen Garten der Realität seid, in den nur wenige eingetreten sind. Und wenn ihr in diesen Garten eintretet, seht ihr, daß dort alles voll von Schönheit ist. Jeder Mensch hat etwas Liebes an sich, denn alle anderen Sahaja Yogis haben dieselbe Art von Erfahrung dieser Realität, die man nicht mit Worten beschreiben kann. Man fühlt es vielmehr, diese Einheit, diese Nähe, diese Freundschaft ohne jegliche Erwartungen, und ihr beginnt zu fühlen, ‚oh, das ist ein Sahaja Yogi‘. Eine Art vollständig integrierter Organismus werdet ihr, eine Organisation, eine lebendige Organisation, würde ich sagen. Darin habt ihr nicht das Gefühl, etwas Getrenntes zu sein, und so geht es jedem Sahaja Yogi, ob er nun eine hohe Position im Leben innehat oder ein ganz einfacher Mensch ist.

Diese Integration, dieses Einssein, dieses Gefühl der Identifikation mit anderen macht euch so groß, so großartig, so mächtig. Ihr seid nicht allein, und ihr sagt ‚ich tue nichts‘. Also werdet ihr so demütig, ihr vergeßt alle diese falschen Ideen von Klassenbewußtsein, Religionsbewußtsein oder was die Leute noch alles für Bewußtseinsarten haben. Ich weiß nicht viel über diese Arten von Bewußtsein, unter denen die Menschen leiden, aber ich habe gesehen, wie es passiert. Und wenn diese Demut zu eurem Charakter wird, dann seid ihr nicht demütig, weil ihr irgendetwas erreichen wollt, sondern ihr seid es einfach. Wenn Leute z.B. irgendeine Art von Geschäft machen, sind sie sehr demütig und nett, aber im übrigen sind sie sehr unfreundlich. Hier jedoch werdet ihr absolut demütig, und es bleibt keine Dualität in eurer Persönlichkeit – aber das bedeutet nicht, daß ihr schwach werdet. Demut ist nur etwas für starke Leute, da diese keine Reaktionen und keinen Schutz brauchen. Ihre Demut hält sie auch sehr gut beschützt.

Also beginnt ihr zu denken oder besser zu fühlen – denken ist so ein seltsames Wort – also beginnt ihr zu fühlen, daß ihr ein kleines Staubkorn seid, und gleichzeitig habt ihr das Gefühl, ihr seid der ganze Himmel. Es hängt davon ab, wo ihr seid, was ihr macht und was ihr gerade seht und erlebt.

Manchmal habt ihr das Gefühl, daß all diese großartigen Typen sinnlos sind. Ihr habt das Gefühl, daß man sich keine Sorgen machen muß ihretwegen, sie sind so klein. Und manchen anderen Leuten gegenüber fühlt ihr euch sehr klein. So ein flexibles Temperament müßt ihr entwickeln, das macht euch immer subtiler, denn ihr könnt auf eine sehr subtile Art in alles eindringen, in jede Sache, jedes Subjekt, jede Persönlichkeit, jedes Verständnis, jedes Buch, jede Unternehmung, alles. Und ihr erkennt sofort, was getan werden muß, weil ihr so subtil werdet. Und wenn ihr euch sehr groß fühlt, dann beginnt ihr zu denken – oder sollte ich besser sagen zu fühlen – was ihr machen könnt, um vielen Menschen zu helfen, um diese oder jene große Aufgabe zu erledigen. Wenn das mit euch passiert, denkt nicht, daß ihr egoistisch seid oder auch nicht, daß ihr sehr klein seid. Das einzige ist jetzt, daß ihr der Geist seid, und der Geist ist sehr subtil. Es ist ein sehr subtiles Licht, aber es kann in alles eindringen, es kann sich in allem ausdehnen, es kann überall bleiben, aber es kann auch überall verschwinden. Diese subtile Persönlichkeit, die ihr seid, benützt ihr nicht einmal, sondern sie benutzt euch – ständig. Ohne daß ihr es wißt, benutzt sie euch.

Das zweite ist: ihr solltet nicht festlegen, was ihr machen werdet. Was ich tun muß, muß ich tun, wenn ich es beschlossen habe. Was immer ihr entschieden habt, ist in Ordnung, aber wenn es nicht zustande kommt, gibt es keinen Grund, sich Sorgen zu machen, sich aufzuregen oder übernervös zu werden.

Ich werde euch ein Beispiel geben. Eines Tages bin ich nach Amerika gefahren. Und ihr wißt natürlich, wie es mit den Sahaja Yogis ist, sie machen sich ziemlich Sorgen, wenn Mutter nach Amerika fahren soll. Alle sind durcheinander, schauen ständig auf die Uhr, wie spät es ist. Ich sagte lächelnd, „Ich muß nach Amerika fahren, warum also seid ihr aufgeregt?“. Plötzlich fiel ein Kind eines Sahaja Yogis hin und brach sich die Hand, sodaß es seine Finger nicht mehr bewegen konnte. Ich war gerade am Gehen, aber als sie das Kind brachten, sagte ich, ich würde nicht sofort zum Flughafen fahren. Und alle waren aufgeregt deswegen, wie ich denn das tun könne, als ob ihnen der Himmel auf den Kopf fallen würde oder so. Aber ich sagte, „Laßt mich zuerst das Kind sehen“ und behandelte das Kind, bis es in Ordnung war. Dann sagte ich, „in Ordnung, laßt uns jetzt zum Flughafen fahren.“ Sie sagten, daß das Flugzeug schon gestartet sein müsse, aber ich sagte, „es ist in Ordnung, macht nichts, laßt uns zum Flughafen fahren“. Wir fuhren zum Flughafen, und das Flugzeug, mit dem ich fliegen sollte, war immer noch da, weil es einen Defekt hatte, und gleichzeitig war da ein Flugzeug nach Washington. Eigentlich wollte ich ja nach Washington statt nach New York – und so saß ich schließlich gemütlich im Flugzeug nach Washington. Aber man muß wissen, daß man nichts tut, alles ist arrangiert, geplant und wunderbar für euch bereitgehalten. Ihr entscheidet etwas, das ist in Ordnung: Wenn eure Entscheidung gut ist, wenn ihr das tun müßt, dann wird es ausarbeiten. Wenn es nicht ausarbeitet, dann hat es auch nicht ausarbeiten sollen.

Das ist also der Unterschied zwischen einer realisierten und einer nicht realisierten Person. Eine realisierte Seele kümmert sich nicht darum, was sie will, was sie gerne möchte und gern hat. Was immer sie bekommt, ist in Ordnung.

Hier lebt ihr unter diesem fürchterlichen Dach, es gibt keine richtigen Vorkehrungen, nichts, ich weiß gar nicht, wie ihr hier lebt, und ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Wir versuchen, Land zu bekommen, aber der Grundeigentümer ist ein so gieriger Kerl. Die Gier macht mir nichts aus, aber er gibt uns das Land immer noch nicht, was soll man machen? Ihr alle jedoch genießt es, es macht euch nichts. Andere Leute würden normalerweise sagen, daß sie eine bestimmte Art von Zimmer wollen, eine bestimmte Art von Haus und dies und das. Ihr könnt unter jeglichen Umständen leben, weil ihr euch um euren körperlichen Komfort nicht mehr kümmert. Ihr denkt an euren spirituellen Komfort.

Ich habe so schöne Leute gesehen, Sahaja Yogis, sogar Kinder, wenn ein Film läuft und plötzlich eine zweifelhafte Szene kommt, schließen sie alle sofort ihre Augen, sie wollen das nicht sehen. Niemand muß ihnen das sagen, denn sie haben diese subtile Persönlichkeit in sich eingebaut, die keinen Unsinn erträgt. Sie sagen vielleicht nichts, sie sind nicht schroff, aber sie weichen aus und verlassen automatisch solche Orte.

Wir können diese neue Persönlichkeit so beschreiben: In der Natur sehen wir ganz klar: ein Baum wächst, er muß sich ausbreiten, aber wenn er es nicht kann, so tut er es nicht. Wenn er kann, wird er es tun, und er versucht auch, alle Blätter irgendwie zum Sonnenlicht zu bringen.
Ich glaube nicht, daß die Bäume die Intelligenz haben, das alles zu organisieren, aber es gibt etwas, das sie so wunderbar organisiert. Und es gibt nicht nur einen Baum, nein, Tausende über Tausende über Tausende. Mit dem, der das alles macht, seid ihr in Kontakt. Die Bäume sind das nicht, sie spielen nur in die Hände der Natur, aber sie können diese göttliche Kraft nicht manipulieren, manövrieren oder verstehen. Tiere können das nicht, sogar Menschen nicht, aber ihr könnt das, weil ihr die Grenzen der menschlichen Beschränkung überschritten habt. Jetzt seid ihr nur mehr wie großartige Bürger des herrlichen Bereichs des Göttlichen.

Diese göttliche Kraft hilft euch also, arbeitet alles aus und führt und managt euch. Ihr müßt euch nur offen halten für diese Führung, und gleichzeitig müßt ihr handeln, weil die Führung auch von innen kommen wird. Durch sie werdet ihr wissen, daß das das ist, was ihr zu tun habt. Angenommen ihr habt das Gefühl, daß das nicht von euch erreicht wurde, und ihr habt das Gefühl, daß ihr immer noch nicht wißt, warum ihr das, was ihr wolltet, nicht bekommen habt. Versucht zu verstehen, daß das das Beste für euch ist. Das bedeutet aber niemals, daß ihr aufgeben und nichts mehr wünschen solltet. Ich habe bemerkt, daß die Wünsche der Sahaja Yogis viel mächtiger sind als meine. Der Grund ist, daß ich wunschlos bin, ich habe keine Wünsche. Versucht zu sondieren, ob ich irgendwelche Wünsche habe. Ich habe keine Wünsche irgendeiner Art, ich wünsche mir nicht ernsthaft irgendetwas. Man kann sagen, das ist ein sehr leichtfertiges Temperament. Aber mit euch ist das alles ganz anders, ihr seid sehr anders gebaut, denn ihr habt etwas erreicht. Ich habe nichts erreicht, ich bin, was ich bin. Weil ihr etwas erreicht habt, wißt ihr, wie ihr wart und was ihr jetzt seid. Ich glaube, ihr habt den Boon, daß alles ausarbeitet, was ihr euch wünscht, aufgrund dessen, was ihr erreicht habt. Weil ihr so hart gearbeitet habt, habt ihr diesen Boon, ein spezielles Blessing, für alles, was ihr wünscht. Ich habe euch so oft gesagt, „wünscht euch nichts, was nicht in Ordnung ist“, denn alles was ihr wünscht, arbeitet aus und wird effektiv sein.

Versucht jetzt zu verstehen, daß ihr keine gewöhnlichen Menschen mehr seid. Ihr habt die Grenze überschritten, und jetzt seid ihr nicht nur im Sahastrara, ihr seid jenseits. Das Sahastrara ist die limbische Zone, und die limbische Zone ist geschlossen wie ein Lotus. Wenn eure Kundalini eintritt, dann öffnet sich dieser Lotus. Und das steht in der Bibel geschrieben: „Ich werde vor euch wie Feuerzungen erscheinen.“ Das ist das göttliche Wort. Diese Blütenblätter sind also nichts als Nerven, die erleuchtet sind, genauso, und sie sehen wie Flammen aus, aber diese Flammen haben keine Hitze, in Sanskrit wird das „Tapohina“, „ohne Hitze“, genannt. Sie sind extrem kühlend, beruhigend und brennen wunderschön.

Wenn sich dieser Sahastrara Lotus also öffnet, dann dringt die Kundalini durch eure Fontanelle, und ihr bekommt eure Realisation. Das ist mit euch geschehen. Jetzt müssen wir nur noch diesen Lotus offenhalten und da versagen wir, weil es da immer noch einige menschliche Gefühle gibt, die in euch herumhängen. Zunächst wird er bedeckt von den beiden Ballons des Ego und der Konditionierungen, auch Superego genannt. Diese beiden Ballons versuchen immer und immer wieder, das Sahastrara zu schließen. Ihr müßt also wachsam sein: was schließt mein Sahastrara? Das erste ist das Ego. Wie soll man das attackieren? Wenn ihr nämlich euer Ego angreifen wollt, müßt ihr nur mit eurem Ego angreifen, das das einzige Medium dafür ist.

Also müssen wir in diesen Zustand von Nirvichara gehen, in das gedankenfreie Bewußtsein. Aber man kann etwas sehr Einfaches tun, was auch sehr praktisch ist. Versucht zu verstehen, warum ihr egoistisch seid, auf wen und warum ihr böse seid. Was bringt euch dazu, jemanden zu dominieren, zu kontrollieren oder zu rügen? Warum tut ihr das? Der Verstand wird nicht antworten. Es gibt etwas Einfaches, was ihr machen könnt: versucht zu verstehen, was immer euch bestürzt oder großartig fühlen läßt, im Vergleich zu euch, zu eurer Liebe und Barmherzigkeit gibt es nichts Größeres, weil darin das Licht des Göttlichen fließt. Wenn ihr jemanden haßt oder mit jemandem zornig werdet – wißt einfach, daß ihr diese Person lieben müßt. Wie werdet ihr sie aber lieben? Es gibt keine Möglichkeit, das zu messen, außer die Liebe selbst, die euch die Gefühle von Zufriedenheit und Glück spüren lassen wird.

Ich werde euch ein Beispiel geben: Eines Tages erhielt ich einen Brief von jemandem aus Polen, der mich heftig angriff: ihre Mutter sei schwer krank, Krebs oder etwas ähnliches, und sie griff mich immer nur an, „Wenn du Gott bist, dann mußt du meine Mutter heilen, wenn du Gott bist, mach dies, mach das für mich“. Sehr amüsant. Ich sagte, ich würde meine Aufmerksamkeit auf diese Frau legen, vielleicht ist die Mutter besser. Aber anstatt böse zu werden, sagte ich mir, „sie ist so frustriert, so durcheinander, so besorgt, selbst wenn sie mich herausfordert damit, daß sie sagt ‚wenn du Gott bist‘, ist es in Ordnung und macht nichts. Ob sie mich Gott nennt oder nicht, macht keinen Unterschied, ich bin, was immer ich bin. Anstatt also zornig zu werden, spürte ich enorme Barmherzigkeit für sie. Sie ist ein menschliches Wesen, ihre Mutter ist so krank, und das ist ihre einzige Lebensquelle – so kann ich verstehen, warum sie so durcheinander ist.

Es ist also nicht schwierig, wenn ihr es einfach versucht. Ihr könnt es sehr einfach tun, weil ihr realisierte Seelen seid. Ich spreche zu Heiligen. Wenn ihr eure Aufmerksamkeit einfach mit Liebe auf jemanden legt, dann bekommt ihr Verständnis für diese Person und ihr versteht, als ob ihr mit dieser Person identifiziert wärt. Und dann merkt ihr, wenn ihr an ihrer Stelle wärt, als Mensch, was hättet ihr gefühlt, diese Verzweiflung, diese Wut. Wenn ich dieselbe Art Mensch wäre, mit denselben Problemen, was würde ich dann machen? Das löst das Problem.

Ihr habt solche Kräfte, ihr könnt es seelisch durchdringen, die Identifikation mit dem anderen ist sehr wichtig. Und ihr könnt es tun, denn ihr seid realisierte Seelen, ihr könnt es. Versetzt euch nur in dieselbe Lage, in der der andere ist, und dann werdet ihr sehen, daß ihr die Kräfte der Liebe habt. Ich glaube, Identifikation ist der einzige Weg, um Liebe zu verstehen. Das Ego wird sofort absorbiert, sobald ihr eure liebende Aufmerksamkeit auf diesen Menschen legt.

Ihr werdet in eurem Leben soviele solche Erfahrungen machen, daß ihr euch über euch selbst wundern werdet, wie ihr das alles machen könnt – weil ihr eine realisierte Seele seid. Und wie ich sagte, wenn ihr mit einem anderen Menschen identifiziert seid, dann übertragt ihr dem Göttlichen die Verantwortung für ihn – es ist einfach ein Gefühl von Einssein.

Manchmal haben wir auch sehr falsche Ideen über uns selbst und andere. Auch in ganz kleinen Dingen habe wir unsere eigenen Ideen über etwas. Z.B. haben manche Leute einen bestimmten Lebensstandard und lieben diesen – „ich mag das, ich mag das nicht“ etc. – das ist nicht der Stil eines Heiligen, ein Heiliger sagt so etwas nie. Sobald ihr so etwas sagt, identifiziert ihr euch fälschlich mit dem badha dieser Person. Angenommen, es hat jemand so ein schönes Blumenarrangement gemacht und ihr, anstatt es zu würdigen und zu genießen kommt und sagt, „ich mag das nicht, das wäre besser gewesen“. Ich weiß nicht, warum Leute sowas sagen. Wenn ihr euch jedoch mit diesem Menschen identifiziert, dann werdet ihr es genießen auf dieselbe Art wie der, der es gemacht hat. Das kommt nur, weil ihr nur an euch selbst denkt, aufgrund eures Eingebildetseins, mit dem ihr denkt, daß das nicht so gut ist und das oder jenes besser hätte sein können. Wer seid ihr, irgendjemanden beurteilen zu können? Diese kritisierende Natur kommt von einem schwerwiegenden Mißverständnis über uns selbst. Was sind wir, warum sollten wir irgendjemanden beurteilen, werden wir dafür bezahlt? Warum also sollten wir unsere Energie verschwenden, indem wir andere beurteilen? Wir sollten sehen, was an anderen gut ist, denn im Bereich der Realität ist alles gut, in Ordnung und erstklassig. Aber wenn ihr versucht zu sehen, was mit anderen nicht in Ordnung ist, dann seid ihr nicht in der Realität. Ihr könnt etwas ansehen, ihr könnt witnessen, aber ihr regt euch nicht auf darüber und sagt auch nicht einmal etwas, aufgrund dessen sich andere aufregen würden. Ihr seht das an, es ist alles schön, ihr seht die Freude der Person, die all diese wunderschönen Sachen gemacht hat und die einfach über diese Sachen heraussprudelt. Aber solange ihr nicht mit denen identifiziert seid, die es gemacht haben, könnt ihr sagen, dieses oder jenes hätte besser sein sollen. Ihr könntet doch in derselben Lage sein: Angenommen, ihr macht etwas und ein anderer kommt und sagt, ihr hättet das so oder so machen sollen. Wir verschwenden so unsere Energie, die schließlich spirituelle Energie ist. Und dann werdet ihr wie der Himmel werden, wie ich euch gesagt habe, sehr groß. Ihr seid zu groß, um euch mit diese Dingen abzugeben, indem wir unsere Energie an trivialste und sinnlose Dinge verschwenden und uns selbst nur klein machen. Aber wenn diese spirituelle Energie benützt wird – denn ihr könnt sie benützen, als einzige, nicht die Bäume und Blumen -, dann werdet ihr Ozeane der Freude schaffen.

Jetzt kommen wir zu Sahaja Yoga: was Sahaja Yoga gegeben hat, ist in Ordnung. Aber was habt ihr Sahaja Yoga gegeben? Was habe ich Sahaja Yoga gegeben? Habe ich für andere Ozeane der Freude geschaffen? Wieviel Freundlichkeit habe ich gezeigt, wieviel Barmherzigkeit, welche Liebe habe ich ausgedrückt? Was Sahaja Yoga euch gegeben hat, nehmt ihr für selbstverständlich. Und sobald die Leute zu Sahaja Yoga kommen, denken sie, das sei eine Art Vertrag, schon unterschrieben, und wenn irgendetwas nicht ausarbeitet, was ist dann? Sie sagen, wir hatten einen Vertrag mit Gott und haben jetzt nicht den vollen Lohn bekommen für das, was sie bezahlt oder getan haben. Aber was habt ihr in diesem Bereich der Realität getan? Habt ihr die Freude dieser wirklichen Liebe des Göttlichen gespürt? Geht ihr darin auf oder steht ihr immer noch am Ufer und seht zu? Ihr seid fähig dazu, gewaltige Freude, ungeheures Glück und Frieden zu schaffen.

Seht euch die Welt heute an, in welchen Zustand sie ist: völliger Aufruhr, Konfusion, alle Arten von korrupten und destruktiven Dingen geschehen. Diese Welt ist so häßlich geworden. Könnt ihr sie verschönern? Ihr könnt, denn ihr könnt die Menschen transformieren. Aber wie könnt ihr es machen, wenn ihr nicht selbst ein schöner Sahaja Yogi seid? Es ist also unsere Aufmerksamkeit auf uns selbst, wenn wir es ausarbeiten; daß wir andere in diesen Bereich der Realität bringen müssen. Das ist die eine Seite von uns, wo wir unsere eigene Subtilität verstehen müssen. Eine andere Seite ist, daß wir immer noch mit Dingen identifiziert sind, mit denen wir es nicht sein sollten. Wir können das einfach herausfinden, daß wir mit Ideen oder einer bestimmten Art von Bewußtsein identifiziert sind. Um ganz offen zu sprechen: all diese Dinge halten euch zum Narren. Ich weiß nicht, was ich über all diese Narren, die so konditioniert sind, sagen soll. Sie sind wie ein Zug ohne Lokführer – Gott weiß wann er einen Zusammenstoß produziert. Ihr müßt solche Leute, die identifiziert sind, doch auch gesehen haben; die, die in die Kirche gehen: sie setzen sich hin, singen Hymnen, gehen nach Hause und streiten weiter. Wenn sie eine Kirche sehen, verbeugen sie sich, aber nichts von dieser Kirche geht in sie hinein. Oder sie sind – auch das müßt ihr gesehen haben – wie die Juden, die eine Klagemauer haben, vor die sie sich hinstellen und alle möglichen Sachen machen. Und ihr seht, was mit ihnen passiert – nichts. Dasselbe gilt für die Moslems, sie sind so konditioniert, man kann ihre Konditionierungen gar nicht beschreiben, so dumm sind sie. Und diese Konditionierungen hören nicht auf, einen Narren aus ihnen zu machen.

Ich kenne so viele solche Leute. Einmal war ich bei einem Verwandten von mir. Dieser Mann stand immer um 4 Uhr auf und sang eine Art von „Ram Raksha“. Das ganze Haus schläft, die Kinder schlafen, und er schreit mit äußerster Kraft. Ich fragte, „Was ist los? Selbst Rama schläft wahrscheinlich um diese Zeit!“ Aber er schrie weiter. Eine andere Geschichte war sein Bad: Jeder wußte, wann er ein Bad nahm, weil er immer ein Sloka oder so etwas sang. Und es geschah, daß ich einmal in einem angrenzenden Zimmer war und so etwas wie einen Aufprall hörte, immer wieder. Ich fragte, was los sei, ich dachte, er leide vielleicht an Epilepsie. Jemand sagte, „nein, er leidet nicht.“ Woraufhin ich fragte, woher das Geräusch komme. „Nein, er reibt sein Chandan, ihr wißt, Sandelholz“. Und mit so einem lauten dumpfen Schlag schlug er den Stein jedesmal auf den Boden. Ich hatte gedacht, er hätte Epilepsie, aber ich erfuhr, daß er niemals zuhören werde, was immer man ihm auch sagt, und daß er das jeden Tag so weitermachen würde. Was ist das? Wir erkennen das als Stupidität. Andere, normale Menschen, aber sogar realisierte Seelen, die im Bereich der Realität sind, akzeptieren manchmal unwirkliche Dinge, aufgrund von Jahrhunderte alten Konditionierungen: mein Vater war so, meine Vorfahren waren so und die Vorfahren meiner Vorfahren waren so – so kommt das immer wieder, sie nennen es die Gene. Aber in Sahaja Yoga verändern sich auch diese Gene.

Diese Art von Konditionierung, die es immer noch in euren Körpern und Gehirnen gibt, muß man sehen und reinigen, weil sie die Freude tötet. Sie bringt die volle Erfahrung der Realität um. Wenn ihr die volle Erfahrung der Schönheit der Realität wollt, dann solltet ihr all diese Dinge ablegen, die von morgens bis abends einen Narren aus euch machen. Die Menschen nutzen solche Leute sehr aus. Wie ich euch gesagt habe, die Unternehmer beginnen mit einer Mode, und alle werden dasselbe tun – wir jedoch sind keine hirnlosen Leute. Nicht daß wir nur ein Gehirn haben, sondern wir haben ein erleuchtetes Gehirn. Wir nehmen Dinge nicht einfach an, weil sie in Mode sind oder etwas. Was wir tun, entspricht unserer eigenen Mode. Das ist nicht Ego, das ist die Identifikation mit unserem eigenen Spirit. Ihr werdet nicht einfach irgendetwas Dummes oder Sinnloses übernehmen, wenn ihr die Weisheit des Geistes in euch habt.

Im Bereich der Realität also sind alle unsere sieben Chakras absolut erleuchtet, integriert und genährt. In diesem Zustand sehen wir uns selbst also, wie ich gesagt habe, nicht als etwas Begrenztes, sondern absolut grenzenlos. Wenn wir sagen, wir dringen in etwas ein, dann tun wir das, wenn wir uns ausdehnen wollen, tun wir das, und wenn wir sagen, wir ziehen uns zusammen, dann tun wir es ebenfalls. Das ist eine absolut flexible Persönlichkeit und eine Persönlichkeit, die Frieden, Freude und Harmonie schafft.

Ich bin sicher, mit der Öffnung des Sahastrara wird die ganze Welt integriert werden. Eines Tages werde ich die Probleme, denen wir ins Auge sehen, die aus der Dummheit kommen, verstehen. Ich bin sicher, daß diese Integration stattfinden wird. Ihr werdet sehen, das Leben des Göttlichen wird all die Dunkelheit und die destruktiven Kräfte überstrahlen. Es wird geschehen. Wenn so viele Sahastraras geöffnet werden konnten, warum sollte nicht auch das Sahastrara der Welt für die Wahrheit und Realität geöffnet werden? Es wird so sein. Für uns ist es an so einem wichtigen Tag für uns und in der Geschichte der Spiritualität wichtig zu verstehen, daß wir erleuchtet sind, das Licht der Freude, das Licht der Barmherzigkeit, das Licht der Liebe. Wie die stillen Flammen des Sahastrara, die in ihren vielen Farben wunderbar tanzen.
Dann werden wir wissen, was die Freude an der Realität ist.

Möge Gott euch segnen