Guru Puja 2001

(Italy)


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Guru Puja. Cabella Ligure (Italy), 8 July 2001.

Ihr wisst nicht, was eure Mutter fühlt, wenn sie so viele Menschen sieht, die wirklich selber zu Gurus geworden sind. Sie haben die Wahrheit in sehr schwierigen Zeiten gesucht. Sie wollten wissen, was die Wahrheit ist. Und diese schwierige Zeit selbst hat dazu gedient, dass ihr jetzt feststellt, dass das, was in dieser Welt geschieht – alles, was wir um uns herum sehen, in der ganzen Welt – zweifellos sehr falsch ist, und dass wir darüber hinausgehen müssen.

Beim Suchen ist etwas sehr wichtig – nämlich die Hingabe. Und darüber hinaus muss man durch unsägliche Schwierigkeiten gehen. Suchen ist auch, wenn man in seinem Innern kämpft und im Äußeren nichts Befriedigendes findet. So hat die Suche zwei Seiten. Innerhalb dieser Suche, bei der man zur Wahrheit gelangen möchte, scheint das eine sehr schwierige Sache zu sein. Aber man kann nichts daran ändern, weil man mit dem, was um einen herum existiert, nicht zufrieden ist.

Seht Euch die Welt heute an, sie ist voller Konflikte. Es gibt alle Arten von Konflikten. Die Menschen kämpfen um nichts und wieder nichts – um Land; dabei bringen sie sich gegenseitig um. Kann Land Menschen erschaffen? Sie kämpfen gemeinsam und meinen, der Menschheit dadurch einen großen Dienst zu leisten.

Das Denken der Menschen ist heutzutage alles andere als tief, es ist sehr oberflächlich, und deshalb ist die Welt voller Unruhe; jeden Tag, jede Minute kann man feststellen, dass sehr viele Menschen getötet werden.

In sehr großem Umfang wird Menschen Leid zugefügt. Natürlich wurden früher alle Heiligen gequält – durch alle möglichen dummen Vorstellungen, oder besser gesagt durch die Vorstellung, dass etwas höher und etwas anderes niedriger, etwas gut und etwas anderes schlecht ist. Solche Ideen haben Menschen zusammengebracht und auf der ganzen Welt zu Aggression geführt. Überall, auch in den Familien, in den Institutionen und Organisationen, und sie dachten dabei, sie seien im Recht und sie seien gut; und sie versuchten, andere anzugreifen.

So dachten viele Leute, es ist besser, zurückzuschlagen, und gemeinsam fing man an, darum zu kämpfen – aber so etwas führt zu nichts. Letztlich führt es nur zu Mord und Totschlag.

Viele mussten auf diese Weise sterben. Buddha sprach von Nicht-Widerstand, und die Geschichte bezeugt es – in einer der großen Universitäten in Bihar tauchten aggressive Leute auf, und alle Heiligen wurden im Namen der Aggression ermordet. Und sie starben alle. Vielleicht hat ihnen das auf einer sehr viel subtileren Ebene Punyas gebracht; aber in diesem Kali Yuga wird das so nicht ausarbeiten. Was für eine Art Widerstand kann man gegen solche Leute leisten? Wie kann man gegen sie ankämpfen? Es ist eine unmögliche Situation, andere davon zu überzeugen, dass sie alles andere als nahe an der Wahrheit sind, denn niemand will so etwas akzeptieren. Und so ist man erfolglos, überall auf der Welt, was auch immer man versucht, um anderen ihre Dummheiten bewusst zu machen. Und so kann diese Kriegshetzerei nicht geheilt werden.

Wir müssen akzeptieren, dass Menschen nicht auf der Ebene sind, um zu verstehen, was mit ihnen nicht in Ordnung ist. Sie wollen es nicht wahrhaben. Für sie ist Aggression die einzige Weise, auf die sie ihre eigenen persönlichen Werte verteidigen können. Was ist also die Lösung? Die Lösung ist, dass wir ihnen allen Selbstverwirklichung geben. Sie sollten Selbstrealisation bekommen, nur dann werden sich die Dinge ändern und verbessern. Vielleicht sagt ihr jetzt: „Mutter, in diesen Tagen von Konflikt, Kampf und Streit wird es ausarbeiten. Die Umstände werden es ihnen zeigen. Das Leben wird so schwierig sein – wenn ständig die Waffen über ihren Köpfen schweben, werden sie die Wahrheit suchen müssen.” Die Suche muss aber authentisch sein.

Wenn sie die Wahrheit suchen, werden sie überrascht sein, dass diese Welt eins ist, dass alle Menschen eins sind, und dass das die Bestimmung der Menschen ist. Aber dafür müssen so viele sterben, so viele müssen zerstört werden, weil es nicht einfach für sie ist, die Lektionen zu lernen.

Nun, eure Aufgabe ist es, ihnen Selbstverwirklichung zu geben und die Menschen zu verändern. Das ist die eigentliche Aufgabe, die ihr als Gurus erfüllen müsst. Aber was tun wir? Mit welcher Vorstellung kommen wir zu Sahaja Yoga? Ihr arbeitet nur an der Peripherie. An erster Stelle machen wir uns Sorgen über uns selbst: wie wir es zu etwas bringen können, wie wir zu Wohlstand gelangen können; da ist auch die Gier. Wir können uns selbst nicht sehen, wenn wir aggressiv sind; wenn wir versuchen, anderen Schwierigkeiten zu bereiten; wenn wir falsche Vorstellungen über uns selbst haben; wie wir anderen weh tun.

Also, zuerst muss man sich selbst reinigen und die eigenen Probleme und die eigen Befürchtungen akzeptieren und sie sich anschauen. Und man muss sich herausfordern. Was tut ihr? Ihr seid Sahaja Yogis, wie könnt ihr jemanden hassen? Wie könnt ihr jemandem Schwierigkeiten bereiten? Wie könnt ihr jemandem weh tun? Das ist der Anfang von Introspektion, das ist sehr wichtig. Ich kann jemanden, der im wahren Sinne des Wortes meditiert, ausmachen und unterscheiden von jemandem, der nur ‘so meditiert’. Man sollte sich selbst nicht enttäuschen. Wenn man sich selbst enttäuscht, wie kann man dann ein Guru werden?

Um ein guter Guru zu werden, muss man an erster Stelle ehrlich in seinem Inneren sein, und herausfinden, woran man ist, was man getan hat.

Wir haben sechs Feinde, wie ich Euch schon gesagt habe. Und wir rechtfertigen all diese Feinde.

Wir denken:„Es ist in Ordnung. Schließlich habe ich das nur deshalb getan, ich musste es tun”. Die einen sagen vielleicht: „Ich war arm, also musste ich unehrlich sein”. Jemand anderes würde sagen: „Ich musste lügen”. Ein anderer: „Ich musste unmoralisch sein”. Das größte Problem, das die Menschen haben, ist dass sie sich immer rechtfertigen! Tiere haben das nicht. Sie haben ihre festen Muster, ihre festgesetzte „Natur”. Aber Menschen können alle möglichen falschen Sachen machen und sie dann rechtfertigen. Diese Rechtfertigung hilft einem nicht in seinem spirituellen Wachstum. „Ich habe das aus dem und dem Grund getan…”. Es wird einem nie helfen! Man sollte versuchen, Innschau zu halten und selbst zu begreifen, was und wie wir uns rechtfertigen.

Also, wenn man anfängt, sich selbst zu tolerieren, wenn man alle möglichen widersprüchlichen Dingen tut – wie kann man da aufsteigen? Wie kann man spirituell wachsen? Wir tun vielmehr alles, um zu fallen! Also, innere Reinigung ist nur möglich, wenn man sich selbst klar sehen kann; wenn man sich nicht sehen kann, wie kann man sich dann reinigen? Wenn ich nicht in den Spiegel sehen kann, wie kann ich dann sehen, was mit meinem Gesicht nicht in Ordnung ist? Wenn man also anfängt, die Wahrheit zu sehen und sich selbst damit zu vergleichen, nur dann kann man sich in Ordnung bringen. Aber man sollte sich dabei mit der Wahrheit identifizieren. Zum Beispiel sieht man sein Gesicht im Spiegel und findet etwas daran nicht in Ordnung – und trotzdem identifiziert man sich nicht mit dem Fehler, sondern mit dem eigenen Gesicht. Man reinigt die Stelle und wäscht sich sauber. Genau so kann nicht von sich selbst befreien, wenn man sich damit identifiziert.

Wenn ihr weiter auf dem neuen Weg der Rechtschaffenheit, der Güte, des Mitgefühls und der Liebe fortschreitet, solltet ihr euch selbst sehen und beobachten. Was tut ihr? Wohin geht ihr? Macht ihr Dummheiten? Ihr solltet euch selbst nicht betrügen. Sollen die anderen euch ruhig betrügen, lasst sie machen, was sie wollen. Sollen sie versuchen, euch umzubringen, die Hautpsache ist, ihr bringt euch nicht selbst um! Ihr haut euch nicht selbst übers Ohr! Also, ihr zeigt Selbstrespekt und Ehrenhaftigkeit euch selbst gegenüber, und das bedeutet euch mehr als das, was die anderen tun. Und ihr akzepziert nichts, das euer Bild im Spiegel verdirbt. Das ist der erste Schritt, der Schritt der Introspektion.

Was bei dieser Introspektion hilft, ist euer Sinn für Liebe. Könnt ihr eine Person lieben, die jämmerlich ist? Jemanden, der aggressiv ist? Jemanden, der jähzornig ist? Jemanden, der euch betrügt? Ihr könnt es nicht. Wie könnt ihr euch also selbst lieben, wenn ihr diese Eigenschaften besitzt und wenn ihr euch so etwas selbst antut.

An erster Stelle steht also die reine Liebe sich selbst gegenüber. Reine Liebe. Es ist so großartig, reine Liebe zu haben.

Angenommen, man hätte gern ein sehr angenehmes Bett zum Schlafen; man möchte ein wunderschönes Haus; man möchte allen Reichtum der Welt – aber wird all dies einen dazu bringen, sich selbst zu lieben? Wenn man sich selbst liebt, so will man nichts. Weil man sich selbst genießt. Sich über sich selbst zu freuen ist die größte Freude.

Ihr habt also jetzt die Realisation. Das heißt, ihr wisst was ihr seid, ihr wisst, was für ein schönes Wesen ihr seid. Wenn das so ist, solltet ihr versuchen, euch selbst zu lieben. Und wenn ihr beginnt, euch selbst zu lieben, macht ihr euch keine Gedanken über sinnlose Sachen. Diese reine Liebe ist eines der schönsten Dinge, das man sich selbst gegenüber haben kann. Wenn man selbstsüchtig ist, kann man sich selbst nicht lieben. Wenn man unfreundlich ist, liebt man sich selbst nicht. Wenn man aggressiv ist, liebt man sich selbst nicht, weil man all diese schlechten Dinge liebt. Aber euer Selbst ist rein. Es ist absolut rein und schön. Und es liebt alles, das schön und gut ist.

Dies ist also der Beginn euer Selbstverwirklichung: wenn ihr versteht, wie wichtig euer Selbst ist. Man macht sich keine falschen Vorstellungen über sich selber, man rechtfertigt nicht alle falschen Dinge, die man tut, weil man versteht, dass dies ein Makel am eigenen Selbst ist. Tretet euch in aufrichtigster Weise selbst gegenüber, und ihr werdet erstaunt sein, zu sehen, wie schön es ist, den reinen Spirit in sich scheinen zu sehen.

Wenn dieses Selbst zu strahlen anfängt, beginnt man, viele andere Dinge, die man vorher nicht wahrgenommen hat, zu sehen. Und eines dieser Dinge ist, dass Liebe nicht nur für einen selbst da ist, sondern für alle. Das ist reine Liebe für alle. Es ist sehr erstaunlich – wenn man sich wirklich selbst liebt, denn dann ist es Liebe für das eigene Selbst, und man fängt an, diese Liebe zu verbreiten, indem man andere auf diese wunderbare Weise liebt.

Man liebt nicht für Geld, man liebt nicht für Vorteile, für Macht oder irgendeinen Gewinn, sondern man liebt um der Liebe willen. Weil reine Liebe so viel Freude gibt. Sie macht so viel Freude; alle diese Ideen von „ich liebe jemanden, weil ich ihn besitzen will”, „weil ich großartig bin” und „wenn ich jemanden liebe, so soll sich derjenige absolut verpflichtet fühlen” sind völlig nutzlos.

Wenn man wirklich liebt, so liebt man einfach nur. Man liebt alle. Man mag einwenden: „Mutter, wie kann man einen Betrüger lieben?” Man muss ihm nachfolgen. Man braucht nicht mit ihm zusammen zu sein. Man braucht nichts mit ihm zu tun zu haben. Wenn man aber reine Liebe ist, so kann er sich ändern. Die, die zum Ozean der Liebe gelangen, die, die wirklich reine, liebende Menschen sind, das sind eure Freunde. Das sind diejenigen, die auf dieser Erde gebraucht werden. Keine Betrüger, die einen übers Ohr hauen, die einen zu dominieren versuchen – das sind nicht diejenigen, die benötigt werden. Was wir brauchen, sind Leute, die absolut durchdrungen sind von der Reinheit der Liebe.

Wir gelangen also von der Liebe aus zu einem anderen Punkt, nämlich der Reinheit. Und die Reinheit ist ein Thema, über das schon viele gesprochen haben: dass man rein sein soll, dass man absolut offen sein soll, und dass andere alles über einen wissen können. Ich glaube nicht, dass das Reinheit ist. Reinheit ist das, was andere reinigt! Wenn man selbst rein ist, so werden andere dadurch gereinigt. Sie müssen gereinigt werden.

Angenommen, man hat bestimmte Vorstellungen über sich selbt, man denkt, man sei ein großer Sahaja Yogi ist und man sei voller Liebe. Vielleicht ist das alles nur in der Vorstellung so. Reinigt dies andere? Kann es ihnen die Erweckung der Kundalini geben? Können sie zu realisierten Seelen werden? Und wie schätzt ihr den Wert der Reinheit, der Kraft der Reinheit ein? Wie vielen Leuten gebt ihr die Realisation? Oder habt ihr sie für euch selbst behalten? An wie viele Orte seid ihr gekommen, um diese Reinheit weiterzugeben? Reinheit muss weitergegeben werden. Und zweifelsohne solltet ihr es in euerer eigenen Reinheit tun, weil dies sehr kraftvoll ist.

Reinheit ist sehr stark. Vielleicht wirkt sie auf den einen oder anderen nicht. Das macht nichts. Es mag ein paar ekelhafte und schreckliche Schurken geben, das macht nichts. Aber die Reinheit wird ihre Wirkung auf sehr viele einfühlsame Menschen haben, die Sahaja Yogis werden wollen. Ihr müsst es nur ausprobieren. Wie die Menschen euch mögen und wie sie von euch beeindruckt sind. Das Paramchaitanya, diese allesdurchdringende Kraft der göttlichen Liebe, fließt durch euch hindurch, weil ihr rein seid. Wenn ihr nicht rein seid, dann wird es an verschiedenen Chakras Halt machen, dann funktioniert und fließt es nicht.

Also, Reinheit des Temperaments, Reinheit der Liebe – was bedeutet das? Daß man jemanden liebt, weil diese Person Spiritualität besitzt! Man liebt sie, weil da Reinheit ist, und man begibt sich an verschiedene Orte, nur um die Reinheit unter den Menschen zu verbreiten. Ein reiner Mensch wird niemals Probleme verursachen. Es sind die unreinen Menschen, die jeden Tag mit irgendeinem Problem anfangen…

Es gehört also zum Wesen eines Yogis, die Reinheit in sich selbst und in anderen zu verehren. Es ist wahr, dass wir uns jeden Tag selbst gegenübertreten müssen. Es ist wahr, dass wir uns jeden Tag selbst korrigieren müssen. Es ist wahr, dass wir uns von uns selbst trennen müssen, um sehen zu können, wie weit wir es geschafft haben, wie weit wir gekommen sind, was wir gerade tun, was wir getan haben.

Der Unterschied zwischen einem Guru aus alten Zeiten und einem Guru der modernen Zeit ist, dass die Gurus aus alten Zeiten sich nicht darum gekümmert haben, den Leuten Realisation zu geben, das war nicht ihr Stil – jedenfalls bei den meisten von ihnen. Sie haben sich nur um sich selbst gekümmert, ließen sich nett irgendwo im Himalaya nieder, weit weg von der Menge, die einen nur verrückt macht – und genossen sich selbst!

Aber ihr müsst die Freude teilen. Ich glaube, das ist das Zeichen eines guten Gurus. Wer nicht teilen kann, wer sich nur um seine eigenen Freuden, seinen eigenen Ashram kümmert oder die eigene Familie, vielleicht um einige Schüler, die er hat… Die Aufmerksamkeit muss auf der ganzen Welt liegen!

In Sahaja Yoga haben wir nun ein Stadium erreicht, in dem man sich um die ganze Menschheit kümmern sollte. Das gilt nicht nur für euch oder ein paar wenige Sahaja Yogis, oder auch viele Sahaja Yogis, sondern es gilt für die ganze Welt – was auch immer das Problem ist- ihr seid diejenigen, die es lösen müsst. Aber kommt zuerst über eure eigenen kleinen Problemchen hinweg.

Ich bekomme Briefe von Leuten, besonders von Frauen, in denen steht, dass ihr Ehemann so und so ist, dass die Kinder leiden, und alles mögliche (Sie lacht). Nun, ihr seid ein Guru! Das bedeutet, ihr seid Menschen von sehr hohem Niveau, geladen mit Spiritualität. Warum solltet ihr Euch Sorgen machen über all diese bedeutungslosen Dinge? Und das Bewusstsein, dass ihr Reinigung erfahren habt und dass ihr rein seid, sollte euch sehr bescheiden machen. Im Gegensatz dazu werden Menschen normalerweise, wenn sie irgendetwas sind, sehr stolz und denken ohne Ende an sich selbst. Angenommen, wenn sie eine Art Macht besitzen; wenn sie Begabung für etwas haben, so werden sie nicht bescheiden dadurch, sondern äußerst stolz und arrogant, weil sie etwas erreicht haben. Das ist absolut falsch! Aber ihr, ihr seid Sahaja Yogis, und ihr solltet euch um nichts bemühen, das eure Reinheit verdirbt.

Ihr könnt euch also Gurus nennen, wenn ihr wollt. Ich muss nicht sagen, dass ihr ein Guru seid. Aber zuerst müsst ihr euch selbst zum eigenen Schüler machen. Zu allererst müsst ihr euch um euch selbst kümmern. Ihr müsst selbst sehen: „Besitze ich diese Qualitäten? Bin ich jemand, der all dieses wirklich tun kann?” Diese innere Introspektion sollte mit reinem Herzen und Verstand erfolgen. Weil ihr nicht Inkarnationen seid, die absolut rein geboren werden, sondern Menschen, die zum Niveau dieser Inkarnationen aufsteigen. So müsst ihr euch reinigen, ihr müsst euch selbst beobachten, selbst sehen und verstehen, ob ihr ein Sahaja Yogi seid – besitzt ihr die Schönheit der Reinheit und Liebe?

Nun, diese Liebe ist nicht relativ, sie ist nicht an Bedingungen gebunden, nicht begrenzt, sondern absolut wie ein Ozean. Und ihr liebt es, in diesem Ozean aus Liebe zu schwimmen, liebt es, von ihm durchdrungen zu sein .

Früher war ein Guru eine Person mit einem großem Stock. Er hatte die Gewohnheit, alle zu schlagen. Wenn jemand etwas Falsches getan hatte, wurde er gehauen und zusammengeschlagen. Wir hatten auch Meister der Musik, und viele andere Gurus in unserem Land. Und ihre Spezialität war es, den Schüler absolut zu unterdrücken, ihn zu kontrollieren, und ihn erst dann in Musik zu unterrichten – vielleicht. Vielleicht auch im Ringen oder in sonst irgendetwas. Aber in Sahaja Yoga ist das sehr anders.

Die spirituellen Meister, die es gab, waren so. Sehr streng. Sie warfen mit Steinen auf ihre Schüler. Sie taten alles Mögliche – aber sie meinten es nicht böse. Aber ich mochte ihre Methode nicht.

Es gab die Geschichte über jemanden, der angeblich ein großer Guru war, und ich machte mich auf, ihn zu sehen. Ich musste ziemlich hoch den Berg hinaufsteigen, weil er in einer ganz kleinen Höhle wohnte. Und seht ihr, als ich dort ankam, war er sehr ärgerlich und machte so und so (Sie bewegt Ihren Kopf von Seite zu Seite). Und es regnete, so dass ich völlig durchnäßt war. Ich ging in seine kleine Höhle und setzte mich hin. Dann kam er zurück und stellte mir eine Frage. Er sagte: „Mutter, es hat geregnet. Normalerweise kann ich den Regen aufhalten, aber Du hast mir nicht erlaubt, den Regen zu stoppen. Warum?” Ich hätte ihm sagen können: „Wegen deines Egos.” Ich habe das nicht getan. Ich sagte ihm auf eine sehr liebenswerte Weise: „Sieh, du bist ein Mönch (sanyasi), und du hast einen Sari für mich. Wenn ich nicht naß geworden wäre, hätte ich ihn nicht von einem Sanyasi annehmen können.” Er schmolz völlig dahin. Er hatte Tränen in seinen Augen und fiel mir zu Füßen.

So ist also die Technik von Sahaja Yoga. Es ist nicht der Ärger. Es ist nicht Abweisung. Es ist nicht Haß. Sondern die Technik besteht in der Art und Weise, wie man seine Liebe ausdrückt. Das ist der Unterschied zwischen einem Sahaja Yogi Guru und anderen Gurus. Das muss man verstehen. Es kommt nicht in Frage, seinen Schüler zu schlagen, ihn zu verderben, ihn anzuschreien. Liebe ist das Mächtigste, was es gibt! Natürlich funktioniert es für einige Leute nicht, da stimme ich zu – vergesst sie. Aber es funktioniert für die meisten Leute, weil Gott uns aus Seiner Liebe gemacht hat, und wir haben die Fähigkeit, uns dieser Liebe zu überlassen und diese Liebe zu genießen.

Was ein Sahaja Yogi also tun muss, ist, die Macht der Liebe zu verstehen. Wenn man das verstehen kann, die Macht der Liebe, so wird sie in einem wachsen. Einige Menschen haben sie, einige haben sie nicht. Versucht zu verstehen, dass dieses Paramchaitanya nichts ist als die Kraft göttlicher Liebe oder auch die „Liebe der Mutter”! Diese Kraft wirkt auf so schöne Weise, auf solch geheimnisvolle Weise, dass man sie ein ‘Wunder’ nennen kann. Weil man nicht sehen kann, wie sie gewirkt hat.

Das allererste ist also, den Sinn für Liebe in sich zu entwickeln. Versteht das. Es gibt da ein Problem, das immer mißverstanden wird.
Man kann reine Liebe sehr leicht verstehen. Sie gibt einem Freude, sie hilft anderen, sich positiv zu verändern, sie funktioniert auf eine sehr subtile Weise. Versucht euch jetzt zu erinnern, wie es war, als ihr zu Sahaja Yoga gekommen seid, versucht euch zu erinnern, wie ihr die Selbstverwirklichung bekommen habt, versucht euch zu erinnern, wie ihr angefangen habt zu wachsen. Das sind wie die Samen der Liebe in uns, die zu keimen anfingen. Langsam und allmählich wurden wir mit mehr und mehr Segen und Liebe überschüttet. Dann fingen wir an, das zu genießen und zu verstehen.

In diesem Stadium nun, wenn wir dabei sind, Gurus zu werden und wir schon Gurus sind, sollten wir nichts als Liebe verkörpern. Es ist eine völlig andere Theorie, die ich euch sage. Keiner der anerkannten Gurus wird dies akzeptieren. Und das Wissen, das sie einem geben, ist Wissen über sehr subtile Dinge. All euer Wissen in Sahaja Yoga wurde schon vor langer Zeit von diesen Gurus verkündet. Der eine hat dieses erzählt, der andere jenes, der dritte wieder etwas Anderes… Aber das ganze Wissen, das vollständige Wissen über euer Wesen, eure Chakras, all dieses Wissen ist jetzt in euch. Das ist die Wahrheit. Ihr habt das vollständige subtile Wissen, das zuvor niemand hatte. Vielleicht weil diese Gurus es nicht hergeben wollten, oder vielleicht weil sie es selbst nicht kannten. Alles Wissen in Sahaja Yoga ist einfach, sehr subtil und wirklich wahr.

Aber nachdem ihr es verinnerlicht habt, sollte es nicht mental sein, sondern spirituell. Und damit es spirituell wird, ist alles, was ihr tun müsst, zu lieben! Wenn ihr andere liebt, fangt ihr an, auf ihnen zu arbeiten. Dann werdet ihr mit eurem Wissen herausfinden, dass da etwas falsch ist mit jemandem. Was ist falsch? Es liegt an diesem oder jenem Chakra. Es ist diese oder jene Kombination. Aber ein Sahaja Yogi wird an diesem Punkt nicht ärgerlich. Er versucht, diese Person zu heilen. Er sagt nicht: „Du bist schlecht, du bist schrecklich”. Nein, nein. Er nimmt die Herausforderung an, nämlich „mit meiner reinen Liebe kann ich diese Person heilen”. Er versucht, diese Person positiv zu verändern. Es ist ganz einfach für ihn; nicht wie irgendein Doktor oder jemand, der irgendwelche großartigen Qualifikationen besitzt und dann kommen würde, um nach dem Honorar zu fragen und Geldrechnungen zu stellen – nichts dergleichen! Er weiß, was bei jemandem nicht stimmt und wie man es heilen kann. Und auf diese Weise tut er es.

Ihr habt also keine Angst. Davon abgesehen haben diejenigen, die mit euch zusammen sind, auch keine Angst. Das liegt an eurem Wesen, an eurer Natur: die Art, wie ihr mit dem Patienten umgeht, die Art, wie ihr mit jemandem sprecht, der gekommen ist, um etwas über die Wahheit zu erfahren. Und so gebt ihr auch diesem Menschen die Wahrheit weiter. Ihr bringt ihm bei, was Wahrheit ist. Und die Wahrheit ist sehr einfach – nämlich dass ihr der Spirit seid! Das ist die Wahrheit, so wird sie einer anderen Person enthüllt und laut mitgeteilt. Man wird sich, während man einer anderen Person Realisation gibt, bewusst, dass man die Wahrheit selbst, die absolute Wahrheit weitergegeben hat.

Ich weiß, es ist ein…. In diesen Tagen finden es die Leute sehr schwer, sich Zeit für Sahaja Yoga zu nehmen – sie wollen Urlaub. Was auch immer es ist, was auch geschieht, ich bin sicher, dass ihr mit den großen Kräften, die ihr besitzt, wirklich großen Erfolg, sehr großen Erfolg haben könnt. Und dieser Erfolg kann die Vision erfüllen, die ich von der Rettung der Menschheit auf der ganzen Welt habe.

Möge Gott euch segnen.